Archivierter Artikel vom 07.02.2013, 19:55 Uhr
Berlin

„Team Medusa“ im Interview: „Wir haben das Peerblog nicht erpresst“

Das Peerblog ist am Ende – und verantwortlich gemacht werden die Angriffe, die die Seite zum Absturz brachten. Doch eer ist „Team Medusa“, was steckt hinter den Attacken. Unser Redakteur hat auf Twitter Antworten bekommen.

Berlin – Das Peerblog ist am Ende – und verantwortlich gemacht werden die Angriffe, die die Seite zum Absturz brachten. Doch wer ist „Team Medusa“, was steckt hinter den Attacken. Unser Redakteur hat auf Twitter Antworten bekommen.

Es hatte noch kaum jemand bemerkt, da war auf Twitter schon ein Bekennertweet zu lesen: Am Mittwochabend hatte der Account des „MedusaTeam“ mit seiner Attacke begonnen – und das peerblog.de nicht mehr erreichbar gemacht. Am Donnerstag setzte sich das fort, verbunden mit der Ankündigung, auch weiterzumachen – bis Blog-Macher Karl-Heinz Steinkühler die Kapitulation erklärte: „Die kriminellen Attacken auf das von uns herausgegebene Medium peerblog.de haben zu der Entscheidung geführt.“ Doch was sagen die Hacker dazu? Auf Twitter gaben sie Antworten:

Könnte man Euch für eine DDoS-Attacke „buchen“? Das kann ich fragen, weil Euer Account ja ohnehin bald gesperrt wird.
Nein.

[Update: In der ursprünglichen Fassung des Textes waren hier die Original-Tweets eingebunden. Nachdem der Twitteraccount, mit dem das Interview geführt wurde, aber nicht mehr existiert, wurden die Tweets nicht mehr angezeigt]

Also hattet Ihr im konkreten Fall auch keinen Auftrag – von wem auch immer? (Es ist klar, dass ich das nicht nachprüfen kann)
Nein. Der Angriff war ein Handeln aus Freier Lust und Laune, nachdem wir das mit der Finanzierung mitbekamen.

Fühlt sich das denn jetzt wie ein Sieg an?
Auf beiden Seiten gab es Verluste, unseren Twitter Account und deren Website. Was denken Sie was uns wichtiger ist? ^^

Vermutlich deren Webseite. Also ein Sieg. Aber ihr habt dem #Peerblog jetzt vielleicht einen prima Vorwand zum Aufhören geliefert...
Das wissen die Macher nur selbst. Das Ergebniss bleibt, und wir sind zufrieden. Mal schauen was wir als nächstes machen ;)

[Update: Am späten Abend meldete der Account, indect-project.eu angegriffen zu haben. Die Seite zu dem Forschungsviorhaben, Hard- und Software verschiedener Überwachungstechnologien zu bündeln, war nicht mehr erreichbar.]

Dauern die Antworten so lange, weil Ihr Euch abstimmt? Wer seid Ihr denn? (Ich rechne nicht mit Namen ;-)) (Noch drei Fragen)
„Wir“ bestehen aus 2 Personen.

Steinkühler schreibt von „Erpressungsversuchen, unsere Geschäftsbeziehungen offenzulegen“. Auch Ihr?
Nein, damit haben wir nichts zu tun, vielleicht wurden unsere Angriffe aber so verstanden.

Wisst Ihr, welches Strafmaß auf „Computersabotage“ steht? Keine Angst, dass nach dem Fall mit Hochdruck Ermittlungen laufen?

Wir sind uns der Sache bewusst. Aber wir wissen auch uns zu schützen.

Was sagt Ihr zu solchen Tweets? „Ihr seid keine Hacker, sondern Kinder, die zu kurz gestillt wurden?“
Sowas kümmert uns nicht ^^

Was könnt Ihr denn über den Angriff sagen? Bin da wenig bewandert. Ein bestimmtes Botnetz? Wie viele Rechner?
Dazu werden wir uns nicht äussern. Wir coden selbst, das genügt ;)

Was denkt Ihr denn über Meinungsfreiheit?
Jeder sollte seine Meinung äußern, aber auch mit dem Echo leben können.

Von unserem Redakteur Lars Wienand

Autor:
Lars Wienand
(Mail, )

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