Archivierter Artikel vom 06.02.2013, 21:33 Uhr
Berlin

DDoS-Attacke: Angreifer legen Peerblog und Seite von SPD lahm

Das wegen seiner undurchsichtigen Finanzierung in die Kritik geratene Peerblog für Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ist am Mittwoch Opfer einer Attacke geowrden und war zunächst nicht mehr erreichbar. Auch die Seite der SPD-Bundestagfraktion.de erwischte es.

Berlin – Das wegen seiner undurchsichtigen Finanzierung in die Kritik geratene Peerblog für Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ist am Mittwoch Opfer einer Attacke geworden und war zunächst nicht mehr erreichbar. Auch die Seite der SPD-Bundestagfraktion.de erwischte es.

Auf Twitter hat sich ein „Team Medusa“ zu DDoS-Attacken auf die Seiten bekannt. Am Donnerstagmorgen startete es eine neue Attacke. Die Verantwortlichen reagierten am Mittwoch auf Twitter mit Sarkasmus:

Das Team Medusa hatte nach eigenen Angaben in der Vergangenheit auch Seiten von Salafist Pierre Vogel attackiert und unerreichbar gemacht. Am Mittwochabend war die Seite des für den SPD-Kanzlerkandidaten eingerichteten Blogs Ziel und ebenso unerreichbar wie spdfraktion.de. Auf Twitter wurde der Angriff auch von Kritikern des Blogs fast einhellig verurteilt.

Auslöser für die Attacken waren offenbar die Berichte über die undurchsichtige Finanzierung der Seite. Allerdings wurde zwischenzeitlich wurde auch die Seite der Piratenpartei attackiert und kurzzeitig lahmgelegt – „weil wir es können“. Die Piraten „lasse man jetzt mal“, hieß es dann, es gebe wichtigere Parteien. Im Twitter-Account wurde Sympathie für Anonymous geäußert, man sei aber nicht Anonymous. „Wir machen das was wir wollen, und für uns reicht ein Gerücht!“ Ein früherer Account war nach eigenen Angaben von Twitter gelöscht worden. Im Profil nennt sich Team Medua selbst Blackhat – so werden Hacker bezeichnet, die mit krimineller Energie handeln.

Der Weg bei den Angriffen: Seiten werden bei einem sogenannten Denial-of-Service-Angriff mit Datenanfragen überflutetet, bis sie überlastet sind und nicht mehr funktionieren. In der Regel wird dazu auf Botnetze mit infizierten Computern zurückgegriffen, die ohne das Wissen ihrer Besitzer dann Teil der Attacke sind.

In Deutschland kann die Beteiligung an solchen Attacken als „Computersabotage“ mit bis zu drei Jahren Haft oder Geldstrafe geahndet werden.

law

Autor:
Lars Wienand
(Mail, )