Archivierter Artikel vom 07.05.2012, 18:04 Uhr
Mayen

In Mayen ist die Trauer um Oberbürgermeisterin Fischer groß

Die Fahne mit den Farben der Stadt Mayen hängt wie erstarrt auf Halbmast – sinnbildlich für den Gemütszustand der Menschen in der Eifelstadt am Montag. Sowohl an der Mauer des Alten Rathauses auf dem Marktplatz als auch bei der Stadtverwaltung legen die Bürger weiße Rosen ab, zünden Kerzen an und tragen sich in ein Kondolenzbuch ein. Die Trauer um Mayens Oberbürgermeisterin vermögen nur wenige in Worte fassen.

Viele Bürger tragen sich im Rathaus ins Kondolenzbuch ein.

Andreas Walz

Einige Bürger haben vor dem Rathaus Blumen für die verstorbene Oberbürgermeisterin Veronika Fischer niedergelegt.

Andreas Walz

Stationen eines Politikerinnenlebens: Am 1. Juni 2008 feierte Veronika Fischer einen triumphalen Sieg, als sie zur Oberbürgermeisterin gewählt wurde.

Andreas Walz

Stationen eines Politikerinnenlebens: Gemeinsam mit dem Stadtrat lenkte sie die Geschicke Mayens.

Andreas Walz

Stationen eines Politikerinnenlebens: Zu den sicher angenehmen Pflichten der Stadtchefin gehörten Begegnungen mit Künstlern wie Mayens Ehrenbürger Mario Adorf und Burgfestspiel-Intendant Peter Nüesch ...

Andreas Walz

Stationen eines Politikerinnenlebens: Zu den sicher angenehmen Pflichten der Stadtchefin gehörten Begegnungen mit „ihren“ Feuerwehrleuten.

Andreas Walz

Den letzten öffentlichen Auftritt hatte Veronika Fischer am Samstag, 5. Mai, beim Aktionstag des Teilhabekreises „Mayen verbindet“.

Patrick Grosse

„Eine bessere Oberbürgermeisterin wird Mayen nie wieder bekommen“, sagt eine Familie aus Mayen, deren Sohn eine Kerze anzündet und später betet. „Mayen hat eine herzensgute Seele verloren, eine Freundin, die Verständnis für Jung und Alt hatte. Wir befinden uns alle in einer Art Schockzustand. Über die Zukunft macht sich doch niemand Gedanken, unsere Gedanken sind bei der Oberbürgermeisterin und ihren beiden Kindern.“

Die Mayener Oberbürgermeisterin Veronika Fischer ist tot.

Andreas Walz

Eine groß angelegte Suchaktion wurde am Sonntag gestartet, nachdem sie als vermisst gemeldet worden war. Abends wurde Veronika Fischers Leichnam in ihrer Wohnung gefunden.

Andreas Walz

Andreas Walz

Andreas Walz

Andreas Walz

Andreas Walz

Andreas Walz

„Absoluter Ausnahmezustand“ herrschte im Rathaus. Die Nachricht vom Freitod ihrer Chefin hatte sich unter den Mitarbeitern der Verwaltung sofort verbreitet. Mayens Pressesprecherin Jasmin Franz: „Man findet keine Worte für die Stimmung, die hier herrscht.“ Die Amtsgeschäfte führt nun der ehrenamtliche Bürgermeister der Stadt, Rolf Schumacher. „Wir haben ihm ein Interims-Büro im Rathaus eingerichtet“, sagt Franz. Schumacher stehen die Fachbereichsleiter zur Seite. Derzeit überlegt die Verwaltung, ob Veranstaltungen, die für die kommenden Tage geplant waren, gegebenenfalls abgesagt werden.

Aus der Nachbarschaft der Verstorbenen gibt es auch kritische Töne: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Öffentlichkeit an der Suche beteiligt worden wäre. Vielleicht hätten wir dann noch etwas verhindern können. Wir fragen uns alle, ob wir etwas hätten machen können. Eine solche Handlung kommt doch nie ohne eine Art von Vorankündigung.“

Bei der Mehrheit derer, die sich in das Kondolenzbuch eintragen, überwiegt die Trauer. Aber auch das Miteinander in der Mayener Stadtpolitik wird kritisiert: „Ich bin wie aus dem Alltag gerissen, ganz Mayen denkt wohl so. Ich hoffe, dass einige nun auch mal in sich gehen und sich selbst hinterfragen.“ Ein weiterer Passant bleibt stehen und meint: „Nach außen hin war sie die Maggie Thatcher von Mayen, knallhart in ihren Entscheidungen und stark. Innen drin aber war wohl eher eine Prinzessin Diana.“ Und so wird das Blumenmeer am Alten Rathaus in den kommenden Tagen wohl noch anwachsen – aus Respekt und Anerkennung vor der Persönlichkeit Veronika Fischers. dag