Archivierter Artikel vom 08.03.2012, 06:29 Uhr
Gonsenheim

Gleisbergzentrum gammelt vor sich hin

Sehr zufrieden mit den Einkaufsmöglichkeiten im Ort sind die meisten Gonsenheimer. Das machte der gestrige Lokaltermin „MRZ Orts-Check“ in der Breite Straße deutlich.

Foto: Harry Braun

Gonsenheim – Sehr zufrieden mit den Einkaufsmöglichkeiten im Ort sind die meisten Gonsenheimer. Das machte der gestrige Lokaltermin „MRZ Orts-Check“ in der Breite Straße deutlich.

Es gibt jedoch eine große Ausnahme, die nicht nur die Einkaufskunden, sondern auch die Anwohner seit Langem beschäftigt und ihnen im Magen liegt. Das völlig heruntergekommene und schmuddelige ehemalige Gonsenheimer Einkaufszentrum „Gleisbergzentrum“ muss dringend saniert werden. Viele Gonsenheimer hoffen, dass sich die Aussage von Ortsvorsteherin Sabine Flegel (CDU) bewahrheitet. Diese hatte bei der MRZ-Jahresvorschau angekündigt, dass es mit dem vom Ortsbeirat lange geforderten Neubau 2012 nun endlich losgeht.

„Das Gleisbergzentrum ist ein Schandfleck“, kritisierte gestern die Gonsenheimerin Rosemarie Geiger. Im gleichen Atemzug nannte sie die frühere Metzgerei in der Elbestraße, die ebenfalls schon länger leer steht. „Es muss hier endlich etwas passieren“, schimpfte Geiger. Auch der Gonsenheimer Rentner Kurt Hilgart beklagte sich über das marode ehemalige Einkaufszentrum. Der verwahrloste Zustand mit den vielen eingeworfenen Scheiben und jede Menge Müll sei ein Armutszeugnis für den ansonsten sehr schönen Vorort Gonsenheim. Hilgart hofft, dass nun endlich Bewegung in die Neubauplanung kommt. „Es wird höchste Zeit, das Gleisbergzentrum verfällt immer mehr“, mahnte der Rentner. Ein genauso gammeliges Bild gebe die benachbarte ehemalige Tankstelle ab. Der Neubau sei dringend notwendig, da nicht nur die Bewohner des Gleisbergs, sondern auch die Neubürger des benachbarten Neubaugebietes Gonsbachterrassen auf Einkaufsmöglichkeiten angewiesen seien.

Vollversorger hat Priorität

Das neue Gleisbergzentrum war ursprünglich als drei- bis viergeschossiger Neubau mit einem 1500 Quadratmeter großen Rewe-Markt im Erdgeschoss und 82 Seniorenwohnungen in den Obergeschossen geplant. Dann hatte die federführende Mainzer Aufbau-Gesellschaft (MAG) allerdings festgestellt, dass sich seniorengerechtes Wohnen an dieser Stelle nicht rechnet. Ortsvorsteherin Flegel hatte die Einrichtung eines Vollversorgers daraufhin auf Platz eins der Prioritätenliste gesetzt. Flegel: „Die Rewe-Märkte am TÜV und am Leichborn platzen nämlich aus allen Nähten.“ Die Bauzeit betrage voraussichtlich ein Jahr.

Ein weiteres Problem hat der Gonsenheimer Rudi Zang ausgemacht. In der 3800 Einwohner zählenden Hochhaussiedlung Elsa-Brändström-Straße gebe es zwar zwei Getränkeläden, dafür fehle aber ein Lebensmittelladen. Zang: „Statt zweier Getränkemärkte bräuchten wir einen Rewe in der ,Elsa', denn so viel können wir gar nicht trinken.“ Oliver Gehrig