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    Bochum

    Bewährungsstrafe für Ex-Geheimagent Mauss wegen Steuerhinterziehung [2. Update]

    Der Steuerprozess gegen den legendären Ex-Agenten Werner Mauss ist mit einem Schuldspruch zu Ende gegangen. Doch das Gericht bleibt weit unter der Strafforderung der Anklage: Mauss erhält Bewährung.

    Ex-Geheimagent Werner Mauss steht in Bochum vor Gericht. Foto: Bernd Thissen
    Ex-Geheimagent Werner Mauss steht in Bochum vor Gericht.
    Foto: Bernd Thissen – dpa

    Der frühere Geheimagent Werner Mauss ist wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Damit muss der 77-Jährige mit Wohnsitz im Hunsrück nicht ins Gefängnis. Die Richter am Bochumer Landgericht waren am Donnerstag überzeugt, dass Mauss unter einem Decknamen große Vermögenswerte im Ausland versteckt und dadurch zwischen 2002 und 2011 Steuern in Millionenhöhe hinterzogen hat.

    Verteidiger beharren auf Freispruch

    Mauss hatte die Vorwürfe vor Gericht bestritten, seine Verteidiger forderten einen Freispruch. Unmittelbar nach der Urteilsverkündung kündigten sie an, Revision einzulegen. Sie warfen den Richtern vor, entlastenden Beweisen „nicht zugänglich“ gewesen zu sein. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre und drei Monate Haft beantragt.

    Mauss behauptet, dass ihm die meist in Stiftungen angelegten Millionen nicht zuzurechnen seien. Es handele sich vielmehr um einen Fonds ausländischer Geldgeber, der dazu gedient habe, seine geheimen Agententätigkeiten zu finanzieren.

    Nach eigenen Angaben war Mauss jahrzehntelang in geheimer Mission für die Bundesregierung unterwegs – unter anderem bei der Befreiung von Geiseln. Ins Visier der Ermittler war er durch eine Steuersünder-CD geraten, die das Land Nordrhein-Westfalen angekauft hatte.

    Richter ist beeindruckt von der „Lebensleistung“ von Mauss

    Richter Markus van den Hövel sprach in der Urteilsbegründung von einer „beeindruckenden Lebensleistung“ von Mauss, die bei der Urteilsfindung berücksichtigt worden sei. Neben der Bewährungsstrafe wurde außerdem die Zahlung von 200 000 Euro an karitative Organisationen angeordnet.

    Mauss gilt als Schlüsselfigur einer Spendenaffäre der rheinland-pfälzischen CDU. Dabei geht es um insgesamt 135 282 Euro, die von 1999 bis 2015 an den Kreisverband Cochem-Zell und den CDU-Landesverband gingen. Die Bundestagsverwaltung hat die Annahme der Spenden in einer vorläufigen Bewertung als illegal eingestuft, weil der wahre Spender nicht erkennbar war. Das Parteiengesetz untersagt anonyme Spenden von mehr als 500 Euro.

    dpa

    Der Mythos Mauss und die geheimen Missionen

    Bochum. Werner Mauss hat sich einmal als "erster Undercover-Agent Deutschlands" bezeichnet. Jahrzehntelang existierte kein Foto von ihm, dafür kursierten zahlreiche Alias-Namen. Längst ist das Leben des heute 77-Jährigen mit Wohnsitz im Hunsrück, der mit Terroristen, Juntas, Drogenkartellen und Rebellen zu tun hatte, verfilmt. Am Donnerstag verurteilte ihn das Landgericht Bochum wegen Steuerhinterziehung zu einer überraschend milden Strafe verurteilt.

    Streng geheim: Phantom Mauss mit dem immergleichen blauen Parka im Gerichtssaal.
    Streng geheim: Phantom Mauss mit dem immergleichen blauen Parka im Gerichtssaal.
    Foto: dpa/jo

    Über viele Jahre war Mauss von der Bundesregierung mit geheimen Missionen beauftragt worden. Um die Jahrtausendwende war Schluss damit. Seitdem hat er sich nach eigenen Angaben vornehmlich auf die Arbeit für Menschenrechtsorganisationen sowie auf Geiselbefreiungen spezialisiert. Wenn Mitarbeiter etwa von Hilfsorganisationen entführt werden, bemühe er sich „unter höchster Lebensgefahr“ um deren Freilassung. Auf diese Weise habe er mehr als 40 Menschen das Leben gerettet.

    Insgesamt sei er an der Festnahme von rund 2000 Kriminellen und an der Zerschlagung von mehr als 100 kriminellen Gruppierungen beteiligt gewesen, schreibt Mauss auf seiner Internetseite. Dabei habe er nur einmal Gebrauch von einer Schusswaffe gemacht.  dpa

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