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    Koblenz

    Angeklagter im Neonazi-Prozess berichtet von Rassenkunde-Schulungen

    Im Koblenzer Neonazi-Prozess hat erstmals ein Angeklagter die Aktivitäten des als rechtsextremistisch eingestuften «Aktionsbüros Mittelrhein» und seiner Vorläufergruppen geschildert. Der 27-Jährige sprach am Donnerstag vor dem Landgericht von regelmäßigen Treffen, bei denen etwa über Rassenkunde und andere Themen aus dem Dritten Reich debattiert worden sei.

    Es habe regelrechte Schulungen gegeben. Ziel sei es gewesen, die Demokratie abzuschaffen und einen nationalsozialistischen Staat zu erreichten. Die Vorwürfe gegen die Männer im Alter zwischen 19 und 54 Jahren, die Mitglieder oder Unterstützer des Aktionsbüros gewesen sein sollen, reichen von gewalttätigen Aktionen gegen Linke bis hin zu versuchten Brandanschlägen auf Autos.

    In der Gruppe seien auch SA- oder Wehrmachtslieder gesungen worden. Zudem seien die NSDAP und ihr Programm ein „großes Thema“ gewesen. „Das hat sich nach und nach auch zu den Zielen entwickelt“, sagte der 27-Jährige aus Dresden. Die Bundesrepublik Deutschland sei als „Vasallenstaat“ der Juden, US-Amerikaner und des Großkapitals angesehen worden. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Hans-Georg Göttgen, ob die Verbrechen der Nationalsozialisten an den Juden bezweifelt worden seien, sagte er: „Das auf jeden Fall.“ Der Angeklagte selbst gehörte als Jugendlicher nach eigener Aussage zunächst der linken Szene an, habe dann aber die Seiten gewechselt. Die Mitglieder des Aktionsbüro, das sich anfänglich noch „Aktionsfront Mittelrhein“ genannt habe, hätten enge Kontakte zur mittlerweile verbotenen Kameradschaft Westerwald sowie anfangs auch zu Mitgliedern der rechten Szene im Rhein-Main-Gebiet sowie im Rhein-Neckar-Raum gepflegt. Dann habe sich der Fokus auf das Rheinland verlagert. Der Prozess geht am kommenden Mittwoch weiter, bislang sind zehn Verhandlungstage bis Mitte September angesetzt.

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