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Bad Kreuznach

84 Anklagepunkte: Prozess gegen "Pulver-Kurt" beginnt

Ein ganzes Dorf musste geräumt werden, als Experten Teile der Sammlung von "Pulver-Kurt" sprengten. In seiner Wohnung und einer Scheune hortete der Rentner jede Menge Waffen und Nitroglycerin. Nun beginnt bald der Prozess gegen den 64-Jährigen.

Über Jahre hinweg sammelte "Pulver-Kurt" heimlich Waffen, Sprengstoff und Munition. Am Ende entdeckte die Polizei bei dem Rentner aus dem Kreis Bad Kreuznach eines der größten illegalen privaten Lager mit explosivem Material in Deutschland. Die Räumung versetzte eine ganze Region in den Ausnahmezustand. Rund 40 Kilogramm Nitroglyzerin wurden sicherheitshalber gesprengt, das Örtchen Becherbach musste zeitweise evakuiert werden. Vom kommenden Mittwoch (25. Juli) an steht der 64-Jährige vor dem Landgericht in Bad Kreuznach. Die Anklagepunkte: Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz.

Der Angeklagte ist nicht vorbestraft. Seine gefährliche Sammelwut bringt ihn nun wegen 84 Fällen vor Gericht. Vor dem Prozess hatten Sachverständige des Landeskriminalamts mehr als 50 aufwendige Waffen- und Sprengstoffgutachten erstellt.

Im Januar 2011 hatten Fahnder im Haus des Rentners in Hundsbach und in einer von ihm angemieteten Scheune in Becherbach unter anderem Sprengstoff, Kriegswaffen und Handgranaten gefunden. Der Waffennarr soll unter anderem sechs Maschinengewehre, sechs Maschinenpistolen, zwölf Gewehre, achtzehn Pistolen und Revolver, sieben Handgranaten und weit über 100 Kilogramm Sprengstoff gehortet haben. Neben den illegalen Waffen besaß er als Sportschütze auch mehrere Schusswaffen rechtmäßig. Der Rentner hat die Taten laut Staatsanwalt gestanden. Ein Haftbefehl gegen ihn war gegen Kaution außer Vollzug gesetzt worden.

Aus Sicherheitsgründen hatten Experten kurz nach dem Fund Teile des Sprengstoffs aus der Scheune geholt und auf einem Feldweg kontrolliert gezündet. Alle 600 Bewohner von Becherbach mussten ihre Häuser verlassen, nur die Tiere blieben in den Ställen. Sogar der damalige Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) reiste an, um sich den Einsatz anzuschauen.

Rheinland-Pfalz
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