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Montabaur

Keine Bestattungen unter Bäumen in Montabaur

In Montabaur und den Stadtteilen wird es auch künftig keine Bestattungsmöglichkeiten in einem Ruhewald geben. Der Haupt- und Finanzausschuss lehnte einen entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion mehrheitlich ab. Die Sozialdemokraten hatten im vergangenen Jahr vorgeschlagen, auch in Montabaur naturnahe Urnenbegräbnisse unter Bäumen zu ermöglichen. Derartige Ruhewälder gibt es zum Beispiel in Steimel (Kreis Neuwied) und in Scheidt (Rhein-Lahn-Kreis).

Auf dem Friedhof in Montabaur gibt es bereits diverse Möglichkeiten zur Bestattung. Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt sah deshalb keine Notwendigkeit zur Einrichtung eines Ruhewalds. 
Foto: Thorsten Ferdinand
Auf dem Friedhof in Montabaur gibt es bereits diverse Möglichkeiten zur Bestattung. Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt sah deshalb keine Notwendigkeit zur Einrichtung eines Ruhewalds.
Foto: Thorsten Ferdinand – tf

Montabaur – In Montabaur und den Stadtteilen wird es auch künftig keine Bestattungsmöglichkeiten in einem Ruhewald geben.

Der Haupt- und Finanzausschuss lehnte einen entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion mehrheitlich ab. Die Sozialdemokraten hatten im vergangenen Jahr vorgeschlagen, auch in Montabaur naturnahe Urnenbegräbnisse unter Bäumen zu ermöglichen. Derartige Ruhewälder gibt es zum Beispiel in Steimel (Kreis Neuwied) und in Scheidt (Rhein-Lahn-Kreis).

In der nicht öffentlichen Diskussion der Montabaurer Kommunalpolitiker fand die Idee jedoch nicht genügend Unterstützer. Nach Angaben von Stadtbürgermeister Klaus Mies gab es im Wesentlichen zwei Gründe für das Nein: Zum einen sei eine Mehrheit des Gremiums überzeugt gewesen, dass es aktuell schon eine Vielzahl verschiedener Bestattungsmöglichkeiten in Montabaur gebe – vom herkömmlichen Erdgrab über Urnenwände bis hin zu anonymen Ruhestätten. Zum anderen habe man die ungewissen Kosten gescheut. Auch ein Ruhewald müsse schließlich regelmäßig gepflegt werden. Ob die Nachfrage nach dieser relativ neuen Bestattungsform so groß sei, dass sich die Einrichtung finanziell trage, wurde zumindest angezweifelt. Die Montabaurer Kommunalpolitik reagiert auf diesen Punkt sensibel, seit der Rechnungshof die Ausgaben für den Bauhof kritisiert und sogar die Schließung kleinerer Friedhöfe empfohlen hat. Darüber allerdings will die Stadt bislang nicht diskutieren (die WZ berichtete).

Die aktuelle Entscheidung gegen einen Ruhewald hat die SPD-Stadtratsfraktion enttäuscht zur Kenntnis genommen. Nach Ansicht der Fraktionsvorsitzenden Christa Stendebach hätte damit auf den Wunsch vieler Menschen, in der Natur bestattet zu werden, reagiert werden können. SPD-Stadtratsmitglied Björn Walden kann den Entschluss nicht nachvollziehen: "Natürlich gibt es im Moment eine ausreichende Anzahl von Friedhöfen in Montabaur. Diese verursachen Kosten, und daher kann ich verstehen, dass man einen Ruhewald nicht von heute auf morgen einrichten möchte", so der Kommunalpolitiker. "Wir gehen aber davon aus, dass in Zukunft immer mehr Menschen in einem Ruhewald bestattet werden möchten."

Walden weiter: "Schon jetzt bemängelt der Rechnungshof die hohen Kosten unserer Friedhöfe." Die laufenden Ausgaben für einen Ruhewald seien jedoch wesentlich niedriger als die für einen traditionellen Friedhof. Die bereits bestehenden Friedwälder sind nach Auffassung einiger Bürger zu weit weg. Aus Sicht der SPD wäre es daher eine Bereicherung für Montabaur, wenn die Möglichkeit zur Urnenbestattung unter Bäumen angeboten würde. Dazu wird es nach der Entscheidung des Haupt- und Finanzausschusses auf absehbare Zeit aber nicht kommen.

Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

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