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Neuwied

VR-Bank Neuwied-Linz bereitet sich auf digitale Zukunft vor

Ulf Steffenfauseweh

Auf den ersten Blick war sie unspektakulär: die 44. Vertreterversammlung der VR-Bank Neuwied-Linz am Mittwochabend im Heimathaus. Blitzsaubere Bilanzen mit moderatem Wachstum bei Umsatz und Gewinn ist man vom genossenschaftlichen Kreditinstitut mittlerweile gewohnt, Klagen über anhaltende Niedrigzinsen und Brüsseler Bürokratiewut auch. Dieses Mal klang jedoch noch stärker durch, dass sich im Geschäft der Zukunft viel ändern wird: Die VR-Bank bereitet sich intensiv auf die digitale Zukunft vor.

Dabei unterstrichen Vorstandssprecher Andreas Harner und sein Kollege Matthias Herfurth unisono, dass eine Regionalbank „nie nur digital unterwegs sein kann“, sondern auch analog agieren muss, sprich höchsten Wert auf Beratung legen und auch ein Filialnetz vorhalten muss. Dass sich das in absehbarer Zeit verkleinern wird, ließen sie aber genauso durchblicken, ohne es schon zu konkretisieren.

Die Digitalisierung soll es vor allem für die Kunden bequemer machen, verdeutlichte Herfurth in seinem Vortrag, in dem er den versammelten Vertretern schon einmal einen praktischen Einblick in die Zukunft gab. Noch war das live demonstrierte „Wohnzimmerbankgespräch mit Alexa“, bei dem er den virtuellen Berater anwies, das Taschengeld für seine Tochter zu überweisen und im Gegenzug auch den Vorschlag annahm, seine Genossenschaftsanteile aufzustocken, „vorbereitet“. Bald jedoch könnte es genau so ablaufen. Und auf dem Weg dahin, wird die VR-Bank am 1.Oktober ein neues Onlineportal freischalten, mit dem Kunden beispielsweise rund um die Uhr einen Beratungstermin vereinbaren können.

Bei aller Orientierung auf die Zukunft kam auch der Blick in die Vergangenheit nicht zu kurz, zumal dieser aktuell besonders stolz macht. Schließlich wird 2018 das Raiffeisenjahr gefeiert, und die Neuwieder VR-Bank darf sich als ältestes, noch selbstständig aktives Unternehmen bezeichnen, das Friedrich Wilhelm Raiffeisen selbst (mit)gegründet hat.

Aus diesem Anlass öffnet das Kreditinstitut in diesem Jahr ganz im Sinne des Reformers eine Online-Crowdfunding-Plattform. Hier werden regionale Projekte vorgestellt, bei denen die Bank jede Spende bis zu 50 Euro verdoppelt – ganz in Raiffeisens Sinne: „Was einer nicht schafft, schaffen viele“.

Zu den Zahlen der Jahresbilanz 2017 (die RZ berichtete):

Die VR-Bank hat erstmals ihre Bilanzsumme über die Grenze von 800 Millionen Euro geschraubt. Auch der Jahresüberschuss ist leicht gestiegen auf 2,623 Millionen Euro. Das ermöglichst der Bank erneut, satte 6,3 Prozent Dividende auf die Genossenschaftsanteile zu zahlen (der Schnitt im Verbund liegt bei 4 Prozent) und trotzdem noch 2 Millionen Euro in die Rücklagen zu stellen und somit die Eigenkapitalausstattung weiter zu stärken. Bei allen positiven Zahlen warnte Harner aber auch, dass aufgrund der anhaltenden Niedrigzinspolitik die Gewinnmargen schrumpfen. Im kommenden Jahr wird die Dividende daher wahrscheinlich gekürzt.

Thevesen widerlegt These vom "Kampf der Kulturen"

Vor vier Jahren war er in Neuwied noch einer unter sehr vielen, als er „an einem wunderschönen Tag in einer schönen Stadt mit netten Menschen“ inkognito feierte, während sein Sohn auf einer der Rheinland-Pfalz-Tag-Bühnen jazzte. Dieses Mal stand Elmar Thevesen selbst im Mittelpunkt: Bei der VR-Bank-Vertreterversammlung sprach der stellvertretende Chefredakteur und Terrorismusexperte des ZDF zum Thema „Die Herausforderung – Islamistischer Terror oder Kampf der Kulturen?“. Kurz zusammengefasst, wusste er mit einem äußerst fundierten Vortrag die Zuhörer zu überzeugen.

Thevesen lieferte keine einfachen Antworten, sondern analysierte die Gründe für das Entstehen von Terrorismus, machte deutlich, dass der Flüchtlingszustrom nichts mit den Anschlägen zu tun hat und widerlegte die These vom „Kampf der Kulturen“, die lediglich von Islamisten wie Rechtsradikalen hochstilisiert werde. Sein Rat: Die Mehrheitsgesellschaft in der Mitte muss sich engagieren, Perspektiven für Menschen schaffen, aber auch Leistungen einfordern und Regelverstöße sanktionieren. ulf

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