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Kreis Neuwied

Krank machende Güterzüge sollen vor 2020 leiser durchs Rheintal rollen

Die Gegner des Krachs von der Schiene wollen jetzt verstärkt über Grenzen gehen – über Kreis- und Landesgrenzen nämlich, um Fortschritte in Sachen Bahnlärm zu erreichen. So trafen sich Ex-Bundesumweltminister Norbert Röttgen aus dem Rhein-Sieg-Kreis, der hiesige Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel und der Chef von „Bin gegen Bahnlärm", Gerd Kirchhoff aus Bad Honnef am Bad Honnefer Bahnhof, um sich Gehör zu verschaffen.

Ohrenbetäubender Lärm – obwohl es ein „leiser“ Güterzug war: Erwin Rüddel (von links), Gerd Kirchhoff und Norbert Röttgen machte eine „Hörprobe“ auf dem Bad Honnefer Bahnhof. Foto: Sabine Nitsch
Ohrenbetäubender Lärm – obwohl es ein „leiser“ Güterzug war: Erwin Rüddel (von links), Gerd Kirchhoff und Norbert Röttgen machte eine „Hörprobe“ auf dem Bad Honnefer Bahnhof.
Foto: Sabine Nitsch

Der Bahnlärm terrorisiert die Anwohner des Rheintals über Ländergrenzen hinweg. Und es soll bekanntlich noch schlimmer werden. Überall formieren sich Gruppen, um gemeinsam Druck auf die Deutsche Bahn (DB) und die Gesetzgeber in Berlin und Brüssel auszuüben, damit die Güterzüge endlich leiser werden. Mehr Druck wollen auch die beiden CDU-Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel aus Rheinland-Pfalz und Norbert Röttgen aus dem Rhein-Sieg-Kreis machen, die sich zusammen mit Gerd Kirchhoff, dem Chef von „Bin gegen Bahnlärm", am Bad Honnefer Bahnhof zum Pressegespräch trafen.

„Dieser Termin zeigt auch, dass die Gegner immer mehr werden. Es ist mittlerweile eine geschlossene Gruppe von Nordrhein-Westfalen über Rheinland-Pfalz bis Hessen, die in Berlin dafür kämpft, dass es ruhiger wird", stellte Rüddel klar. Und Röttgen betonte, wie dankbar er für die Initiativen der Bürger bei dem „Dauerstressthema Bahnlärm" sei, die so viel Druck machten, dass auch in Berlin langsam deutlich werde, dass die Menschen hier nicht bis 2020 warten könnten, um nachts endlich mal wieder besser schlafen zu können. Denn: Alle deutschen Güterwaggons müssen erst bis Ende 2020 auf Flüsterbremsen umgerüstet werden, was eine Halbierung des Lärms ermöglicht. „Das muss schneller gehen. Die Leute sind am Ende ihrer Geduld", stellten die Politiker und Kirchhoff fest.

„Dabei ist die Umrüstung der Güterzüge deutlich früher als 2020 möglich und kostet außerdem weniger Geld als bislang kalkuliert", betonte Rüddel. Der volkswirtschaftliche Schaden hingegen und der Schaden für die Bevölkerung seien beträchtlich. Wenn bis 2020 alle drei bis vier Minuten ein lauter Güterzug durch das Rheintal donnere, sei das auch das Todesurteil für den Tourismus am Rhein.

„Wir können kaum mehr verhindern, dass die Leute ihre Betten auf die Schiene stellen, um die Güterzüge zu stoppen", beschrieb Kirchhoff die Stimmungslage bei den Bahnlärmbetroffenen. „Der Lärm hat gesundheitsschädliche Dimensionen angenommen", unterstrich Röttgen Forderungen, ganz schnell für mehr Ruhe zu sorgen.

Um dem Thema vor allem in Berlin mehr Gewicht zu geben, legten die beiden Bundestagsabgeordneten vier neue Forderungen zum Lärmschutz vor. Die Bundesregierung soll sich bei der EU weiterhin konsequent für ein schnellstmögliches europaweites Verbot von Graugussbremsen an Güterwagen einsetzen. Auch auf die DB und die anderen deutschen Wagenhalter soll Druck ausgeübt werden, damit sie früher ihren Fuhrpark mit Flüsterbremsen ausstatten. Früher als 2020 sollen grundsätzlich keine lauten Güterzüge mehr durch Deutschland fahren dürfen. Der Lärmschutz im Mittelrheintal soll „auch durch innovative Lärmschutzmaßnahmen weiter verstärkt werden", sagte Rüddel. Die technischen Kapazitäten und ausreichende finanzielle Mittel seien vorhanden.

Von unserer Mitarbeiterin Sabine Nitsch

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