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Windhagen

Fällaktion am Windhagener Hohlweg: Josef Rüddel ringt sich Entschuldigung ab

Michael Fenstermacher

Neun Tage nach dem Rücktritt von Axel Schülzchen und einen Tag nach dem von Erwin Rüddel hat die Konfrontation der beiden CDU-Politiker am Donnerstag ihren Schatten auf eine denkwürdige Sitzung des Windhagener Gemeinderats geworfen. Die Kontrahenten waren nach Niederlegung ihrer Ratsmandate abwesend – und doch präsent.

Eine Fällaktion am Hohlweg in Windhagen war eines der Themen, über die es zum Bruch zwischen Axel Schülzchen und Erwin Rüddel kam.  Foto: Fenstermacher
Eine Fällaktion am Hohlweg in Windhagen war eines der Themen, über die es zum Bruch zwischen Axel Schülzchen und Erwin Rüddel kam.
Foto: Fenstermacher

So gaben Thomas Stumpf und Roland Kohler als Vertreter von SPD und Grünen persönliche Erklärungen ab, in denen sie die Äußerungen Rüddels verurteilten und die Gemeindeleitung aufforderten, dazu Stellung zu nehmen. Für die CDU distanzierte sich Interimsfraktionschef Lothar Köhn von Rüddels Aussagen, betonte aber, die Fraktion sei trotz der Personalverluste voll handlungsfähig. Und im Streit um Fällarbeiten am Hohlweg, einer der Auslöser des Bruchs zwischen Schülzchen und Rüddel, rang sich Ortsbürgermeister Josef Rüddel nach einer teils scharf geführten Debatte eine Entschuldigung ab.

Mehr als 40 Jahre ist es her, dass Windhagen erfolgreich am damaligen Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ teilnahm, auch dank der grünen Oase im Innerort. „Der Hohlweg liegt mir sehr am Herzen“, versicherte nun Rüddel, der seinerzeit schon 14 Jahre im Amt war. Was von großen Teilen des Rates als massiver Eingriff gebrandmarkt wurde, beschrieb er als Ausdünnungsarbeiten, um das Erscheinungsbild des Hohlwegs aufzuwerten. Auf kritische Fragen von Stumpf, die der bereits in der vorangegangen Ratssitzung in Abwesenheit des Ortschefs gestellt hatte und nun wiederholte, reagierte der 93-Jährige mit dem Hinweis, es habe sich um Geschäfte der laufenden Verwaltung gehandelt. Stumpf versuchte daraufhin, ihm eine Brücke zu bauen: „Ich erwarte, dass du dich hier hinstellst und sagst, dass du es falsch gemacht hast.“ Darauf wollte Rüddel aber zunächst nicht eingehen und betonte, der Bauhof habe „eigentlich nur sauber gemacht“. Daraufhin meldete sich Ernst Groß (Grüne) zu Wort, sprach von möglichem Amtsmissbrauch und Befangenheit Rüddels, da sein Sohn Herbert mit seinem benachbarten Grundstück von den Arbeiten profitiert habe. Letzteren Vorwurf wollte Köhn nicht gelten lassen, erklärte aber, auch die CDU sei nicht glücklich mit der Aktion und habe für ihre Haltung durch den Verlust Schülzchens einen hohen Preis bezahlt.

Nach einem kurzen Gespräch am Ratstisch mit Bürgermeister Michael Christ hatte Rüddel dann ein Einsehen. „Wenn es euch damit getan ist, dass ich sage, ich habe Mist gebaut, dann will ich es dabei belassen“, erklärte er, nachdem er zuvor die „bösen Worte“ beklagte, die ihm im Rat so noch nicht untergekommen seien. Damit erklärten sich alle Beteiligten zufrieden, sodass das Thema Hohlweg zunächst vom Tisch sein dürfte.

Keine Stellung nahm Josef Rüddel allerdings zur Affäre um die Zitate seines Sohns Erwin, obwohl Stumpf und Kohler dies verlangt hatten. Zudem forderte Stumpf einen Neuanfang, um „einen Weg zu finden wie auf VG-Ebene“. Kohler machte die CDU-Mitglieder, die Rüddels Handeln geduldet hätten, für Demokratiedefizite mitverantwortlich. Köhn bezeichnete die beiden Rücktritte dagegen als „rein innerparteiliche Angelegenheit“, stellte aber klar, dass die CDU sich „absolut“ von Rüddels Äußerungen distanziere.

Für Schülzchen rückt Axel Wehrens in den Rat auf, der von Ortschef Rüddel eingeführt wurde. Der Rückzug Erwin Rüddels ist noch nicht rechtswirksam vollzogen.

Von unserem Redakteur Michael Fenstermacher

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