40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Mittelmosel
  • » Peter Michels möchte Bürgermeister werden: Ein Kandidat, der neue Kraft spenden will
  • Aus unserem Archiv
    Landkern/VG Cochem

    Peter Michels möchte Bürgermeister werden: Ein Kandidat, der neue Kraft spenden will

    Wenn Peter Michels am Feierabend die Haustür ins Schloss fallen lässt, kann es durchaus mal lauter werden. Den Schlips vom Kragen gezogen, das Sakko rasch in den Schrank gehängt, entspannt er sich im Poloshirt auf seiner Fernsehcouch bei lauter Musik: Guns N' Roses, Bon Jovi und AC/DC.

    Hardrock auf der einen Seite, das Sonntagsmorgenkonzert mit Klassik auf der anderen – der Kandidat, der sich anschickt, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Cochem zu werden, ist ein Mensch der Kon-traste. Zum Ausruhen könnte es verführerisch gemütlich werden, wäre da nicht dieser Computer in Armlängenweite. Michels' Machtmaschine: An ihm entstehen die Botschaften für Facebook und seine neue Webseite, mit denen er den Wahlbürger auf seine Seite ziehen möchte. Wobei: „Die besten Gedanken kommen mir beim Duschen“, sagt der 44-Jährige freimütig. Unter prickelnder Brause sei einst „Esch macht Ernst“, das mittlerweile größte (Wein-)Fest in Kaisersesch geboren worden.

    Seine Verbindung zum Wein und den Winzern ist stark. Spricht man Michels auf Hobbys an, sagt er: „Ich fahre am liebsten in ein Weingut, das ist für mich Lebensqualität.“ Die Winzer sind „eine spezielles Spezies Mensch, geerdet und bodenständig.“ Kino, Theater, Musik lenken ihn ferner ab – und Bücher zwischen Politik und Belletristik. Michels liebt die Werke des deutsch-jüdischen Autors Maxim Biller. Was auch mit der Biografie seiner Familie zu tun hat. „Ich interessiere mich für die jüdische Kultur, in meinem Heimatort Binningen haben mein Großvater und mein Vater den Judenfriedhof gepflegt.“ Und eben hat er das Buch von Walter Kohl, dem Sohn des Einheitskanzlers, verschlungen. Kohls Abrechnung mit der zerrütteten Familie hat Peter Michels „sehr bewegt“. Ein Mensch der Kontraste: Peter Michels ist vor Jahren selbst CDU-Mitglied, zuvor SPD-Mitglied gewesen, hat aber diese Etappen weit hinter sich gelassen. „Meine Stärke ist die völlige politische Unabhängigkeit.“

    Peter Michels gleich neben seinem Lieblingsplatz im Fernsehzimmer: Dort entstehen seine politischen Statements, dort kommuniziert er über das Internet mit den politisch interessierten Bürgern.  Foto: Thomas Brost
    Peter Michels gleich neben seinem Lieblingsplatz im Fernsehzimmer: Dort entstehen seine politischen Statements, dort kommuniziert er über das Internet mit den politisch interessierten Bürgern.
    Foto: Thomas Brost

    Seine Schwächen will er einhegen. Er ist „schnell auf 180“, im gleichen Atemzug bekennt er, dass er gelernt hat, sein Temperament „zu kanalisieren“. Er sei in den vergangenen zehn Jahren ein offenerer Mensch geworden. Was sicherlich mit seinen spirituellen Erfahrungen zu tun hat. Sein Kraftzentrum für innere Einkehr und Ruhe ist die Wallfahrtskirche Maria Martental. „Das ist der Ort, der es mir ermöglicht hat, zum christlichen Glauben zurückzufinden“, sagt er offen. Lektor, Kommunionhelfer: Ihn bewegt es, „den Leib des Herrn weiterzugeben und Gottes Wort zu verbreiten.“ Die Erfahrungen mit Gott gehen ihm tief unter die Haut. „Der Glaube ist unverzichtbar.“ Sein christliches Menschenbild soll Fundament sein, wenn er Bürgermeister ist. Christlich und fair will er mit den Mitarbeitern der Verwaltung umgehen. Das hindere ihn nicht, größere Veränderungen anzustoßen – und durchzusetzen. Schlanker soll sie werden, die Verwaltung, Synergien sollen „gehoben werden“, die Zahl der Fachbereiche kleiner. Alles im Einklang mit den Menschen. „Jeder Mitarbeiter bekommt von mir eine faire Chance und die offene Hand gereicht zu einem gedeihlichen Miteinander.“ Michels rechnet mit einem „starken Votum für meine neue Politik“ im ersten Wahlgang.

    Was macht der Sportfan eigentlich noch in der lokalen Sportszene? Für den gelernten Sportredakteur, der früher auf allen Rasen- und Hartplätzen im Kreis Cochem-Zell zu Hause war, spielt der Sport „nur noch zu 40 Prozent“ eine Rolle. Aber das Ehrenamt, in dem er neben dem Beruf jahrelang Sponsoringprojekte angekurbelt hat, sei nach wie vor reizvoll. Sein Fußballerherz gehört derzeit exklusiv dem VfL Borussia Mönchengladbach, einem Verein, mit dem er Wellentäler durchschritten hat. Und der nie viel Geld hatte. Seitdem hat er „ein Herz für die Unterschätzten“. Das hat ihn geprägt. Genauso wie das Landleben. Irgendwo anders zu leben – derzeit bereitet er den Umzug von Landkern ins Elternhaus nach Binningen vor – komme für ihn und seine Frau „definitiv“ nicht infrage.

    Am Karfreitag trug er in Martental die Lesung vom Gottesknecht aus dem Buch Jesaja vor, eine Lesung aus dem Alten Testament, die Peter Michels „sehr intensiv erlebt“ hat. Darin steht zu lesen, dass der Knecht Erfolg haben wird, „er wird groß sein und hoch erhaben“. Der Herr habe Gefallen an ihm gefunden, der Plan des Herrn werde durch ihn gelingen.

    Von unserem Redaktionsleiter Thomas Brost

    Bürgermeisterkandidat Daniel Schawo: Wie ein Newcomer das Amt ansteuertBürgermeisterkandidatin Stephanie Balthasar-Schäfer (CDU): Wenn es wichtig wird, tagt meist der FamilienratWo Nähe entsteht, fühlt Lambertz sich wohlBürgermeisterkandidat Hans Bleck (SPD): Wenn das Parteibuch mal keine Rolle spielt
    Cochem Zell
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Montag

    6°C - 7°C
    Dienstag

    9°C - 11°C
    Mittwoch

    6°C - 12°C
    Donnerstag

    10°C - 15°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige