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    Bürgermeisterkandidat Daniel Schawo: Wie ein Newcomer das Amt ansteuert

    Wenn Daniel Schawo mit seiner alten Vespa durch die Gegend brettert, ist das für ihn ein besonderes Lebensgefühl. Sein Faible für alte Fortbewegungsmittel ist groß, ein alter Deutz-Traktor und ein altes Boot gehören unter anderem zum Fuhrpark des 42-jährigen Geschäftsführers eines Autohauses in Enkirch. „An den Altertümchen schraube ich auch manchmal ganz gern herum.“ Zur Entspannung. Aber jetzt hat Schawo erst einmal einen anderen Plan, will mit Vollgas ans Ziel. Und das heißt: Verbandsgemeindeverwaltung Cochem. Als unabhängiger Kandidat tritt das CDU-Mitglied gegen vier Konkurrenten an, um Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Cochem zu werden.

    Mit seiner alten Vespa braust Daniel Schawo gern durch die Gegend. Der Zeller ist Geschäftsführer eines Autohauses in Enkirch, hat ein Faible für alles Motorisierte. Und alt dürfen die Objekte dann sehr gern auch noch sein. Foto: Kevin Rühle
    Mit seiner alten Vespa braust Daniel Schawo gern durch die Gegend. Der Zeller ist Geschäftsführer eines Autohauses in Enkirch, hat ein Faible für alles Motorisierte. Und alt dürfen die Objekte dann sehr gern auch noch sein.
    Foto: Kevin Rühle

    Gegen vier Kandidaten, die in der VG bekannt und politisch oder verwaltungserfahren sind. Das schreckt den Unternehmer nicht. Circa 3500 Visitenkarten hat Schawo bislang in seinem Haustürwahlkampf unters Volk gebracht. Er zeigt sich, wann immer es geht, besucht Sitzungen – auch in kleinen Orten. Anfang vergangener Woche in Lieg. Zum Beispiel. Einer von unzähligen Terminen in diesen Tagen. Seine Stärke: „Ich bin ein guter Netzwerker.“ Dies möchte er auch als Bürgermeister sein. Schon jetzt ist er Chef von circa 80 Mitarbeitern. Seine Prämisse: Nicht alles allein entscheiden, Expertise einholen, das Wissen anderer nutzen. Etwa beim Tourismus. „Die Orte in der VG Cochem könnten da sehr viel stärker an einem Strang ziehen, sich besser vermarkten.“

    Für politische Arbeit hat es im bisherigen Leben des Zellers bislang wenig Raum gegeben. Ihm ist das bewusst. Der Beruf ist ihm wichtig, er hat hart dafür gekämpft, sein Ziel zu erreichen. Dass er einmal so würde leben können, wie er es sich wünscht, war nicht vorgezeichnet. Schawo war lange Triathlet, läuft und fährt auch heute noch gern Rad, obwohl man ihm nach einem schweren Unfall mit 17 Jahren gesagt hat, er werde mit 35 vermutlich nicht mehr laufen können. Der Unfall ist ein Wendepunkt in seinem Leben. „Ein Wachrüttler“, sagt er. Anfang der 90er-Jahre steckt Schawo, der in Zell in einem Winzerbetrieb aufgewachsen ist, mittendrin in der Ausbildung zum Kfz-Mechaniker, hat einen Hauptschulabschluss. Er ist Beifahrer in dem Unfallwagen. Eines seiner Beine wird so schwer zertrümmert, dass er ein halbes Jahr im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz verbringen muss. „In dieser Zeit habe ich mir überlegt, dass ich das nicht weitermachen kann mit der Ausbildung.“ Er macht die mittlere Reife, das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg, beginnt eine Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann – in einem Weinfachbetrieb, der Pleite macht. Schawo wechselt in die Automobilbranche. Berufsbegleitend studiert er Betriebswirtschaftslehre. „Das heißt, freitags und samstags war ich nie greifbar. Meine Frau war begeistert“, lacht Schawo.

    Sein Ehrgeiz zahlt sich aus. Führt ihn nach Neuss, wo er einen ersten Geschäftsführerposten bekommt – und damit Personalverantwortung. Und es führt ihn wieder zurück nach Zell, der Familie wegen. „Und das ist das Beste, was wir machen konnten“, erklärt der Moselaner mit Blick auf den Fluss. Er und seine Frau Maike haben drei Töchter im Alter von 14, 11 und 6 Jahren. „Familie, das ist ein Wert für mich.“ Die Kinder erden ihn. Drei Säulen – Arbeit, Familie, Ehrenamt – machen sein Leben aus. Als Zweiter Vorsitzender des Gewerbevereins Zell ist es ihm gelungen, mit einer deutlich verjüngten Mannschaft das Klima deutlich zu verbessern. Und die Kaimter Kirmes ist ihm heilig.

    Ist der Chef von rund 80 Mitarbeitern auch der Verwaltungschef der Zukunft? Moderator, Motivator, Repräsentant: So sähe er seine Aufgabe als Bürgermeister. „Es geht darum, Vertrauen zu schaffen.“ Er ist ein Macher. „Meine Mutter“, lächelt er, „sagte zu mir als Junge: Daniel, die Entscheidung, die wir jetzt treffen, hat Konsequenzen für die nächsten zehn Jahre.“ Am Wahlsonntag wird er mit seiner Familie abends feiern. „Egal, wie es ausgeht.“ Seine Chancen? Der Außenseiter ist Realist, will wissen, wie er ankommt.

    Von unserer Redakteurin Petra Mix

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