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    Pellenz

    Urteil im Fundkatzen-Prozess: VG soll Tierarztkosten bezahlen

    Im Streit um die Übernahme der Kosten für die Behandlung dreier verletzter Fundkatzen hat das Koblenzer Verwaltungsgericht zugunsten der klagenden Tierarztpraxis entschieden: Demnach muss die Verbandsgemeinde (VG) Pellenz der Klägerin Tierarztkosten in Höhe von 2036,12 Euro erstatten.

    Symbolbild.
    Symbolbild.
    Foto: Julian Stratenschulte/dpa

    Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig – und daran wird sich unter Umständen auch nichts mehr ändern: Die beklagte VG prüft derzeit, ob sie Berufung gegen das Urteil einlegen wird. Dann würde der Fall an das Oberverwaltungsgericht weiterverwiesen. „Wir wünschen uns eine höchstrichterliche Klärung des Sachverhalts. Eine solche Entscheidung gibt es in Rheinland-Pfalz bisher noch nicht“, sagt VG-Büroleiter Christoph Fournier im Gespräch mit unserer Zeitung.

    In dem Verfahren um die Übernahme der Behandlungskosten dreier Katzen geht es in erster Linie um die Frage, wann von einer sogenannten Fundkatze und wann von einem herrenlosen Tier auszugehen ist. Bei Fundkatzen, die ihrem Halter verloren gegangen sind, hat die VG als zuständige Fundbehörde die Kosten für Behandlung, Unterkunft und Verpflegung zu tragen. Als herrenlos gelten Katzen nach Auffassung der Koblenzer Richter dann, wenn sie selbstständig in freier Wildbahn leben – als sogenannte Wildlinge.

    „Es stellt vielmehr die Regel dar, dass freilaufende Katzen grundsätzlich nicht herrenlos sind. Die überwiegende Zahl der Katzen wird als sogenannte Freigängerkatzen gehalten; dies stellt eine artgerechte, übliche Katzenhaltung dar“, heißt es in der Urteilsbegründung. Man gehe davon aus, dass die drei Katzen, die im März, Mai und Oktober 2016 im Bereich der VG Pellenz zum Teil schwer verletzt aufgefunden und in der Mayener Tierarztpraxis behandelt worden waren, nicht zu den Wildlingen zählten. Diese hätten sich nämlich dann nicht von Menschen anfassen und ohne Falle einfangen lassen.

    Die Tatsache, dass alle drei Tiere einen verwahrlosten Eindruck machten, sei noch kein Indiz für die Herrenlosigkeit der Katzen. Ein Kater war mit einem Mikrochip gekennzeichnet und trug ein Halsband, ein weiteres Tier war wochenlang als Streuner in der Nähe eines Anwesens unterwegs. Alle behandelten Tiere wurden nach Abschluss der Behandlung und einem Zwischenaufenthalt im Tierheim an neue Halter vermittelt.

    VG-Büroleiter Fournier zeigt Verständnis für den Wunsch der klagenden Tierarztpraxis, die anfallenden Behandlungskosten erstattet zu bekommen: „Das ist ein sehr schwieriges und emotionales Thema. Auch wir wollen, dass ein verletztes Tier versorgt wird.“ Gleichzeitig müsse man als Verwaltung aber auch die Interessen der Steuerzahler im Blick haben.

    Auf die Verbandsgemeinden als Träger der Fundbehörden kämen immer höhere Kosten für die Behandlung streunender Katzen zu. Fournier macht diejenigen unter den Katzenhaltern für den Kostenanstieg verantwortlich, die nicht verantwortungsvoll mit ihren Tieren umgingen.

    Der Bürochef registriert ein großes Interesse am Verlauf der gerichtlichen Klärung des Falls – schließlich stünden alle Verbandsgemeinden im Land vor dem Problem steigender Behandlungskosten für Fundkatzen bei unklarer Rechtslage. Neben anderen VG-Verwaltungen habe auch ein Vertreter der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Mayen signalisiert, dass man den Prozess mit großem Interesse verfolge.

    Bis Ende Oktober will man in der VG Pellenz darüber entscheiden, ob man Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts einlegen wird. Derzeit deutet vieles darauf hin, dass das letzte Wort in dem Fall noch nicht gesprochen ist: „Das muss abschließend geklärt werden“, bekräftigt Fornier im Gespräch mit der RZ.

    Von unserer Redakteurin Martina Koch

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