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    Kontrolle bei GLS: Hunderte Verstöße beim Paketdienst

    Mangelhafte Fahrzeuge, zu viele Arbeitsstunden und fehlerhafte Kontrollblätter: Der Betrieb des Paketzustellers GLS in Polch ist mit einer Vielzahl an Verstößen gegen den Arbeitsschutz aufgefallen.

    Bei einer Kontrolle wurden beim Paketdienst GLS hunderte Verstöße festgestellt. Foto:
    Bei einer Kontrolle wurden beim Paketdienst GLS hunderte Verstöße festgestellt.
    Foto: - SGD Nord

    Von unserer Redakteurin Anne Fuhrmann

    Zwei Tage lang haben die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord und das Polizeipräsidium Koblenz das Betriebsgelände und die Betriebsräume ausgiebig unter die Lupe genommen. Nun ist mit mehreren Bußgeldverfahren zu rechnen, wie die SGD Nord gestern mitteilte.

    Die Liste der beanstandeten Dinge ist lang. Am Dienstag und Mittwoch wurden der Arbeitsbeginn der 133 Fahrer und ihre tatsächlich durchgeführten Tätigkeiten kontrolliert. 231 Fahrzeuge wurden an beiden Tagen vormittags, nachmittags und am Abend inspiziert. Das Ergebnis: Sieben Fahrzeuge mussten wegen erheblicher Mängel aus dem Verkehr gezogen werden. Bei 59 Fahrern war am ersten Kontrolltag die täglich zulässige Arbeitszeit überschritten, am zweiten Tag wurden weitere Verstöße festgestellt, allerdings in leicht geringerem Umfang. Weitere 24 Fahrer fielen bei der Kontrollaktion wegen überlanger Arbeitszeiten auf.

    Weil Zusteller in der Branche ihre Fahrzeuge oft selbst beladen und nicht abgelieferte Pakete nach ihrer Route selbst wieder im Depot abgeben, müssen das Be- und Entladen ebenfalls als Arbeitszeit angerechnet werden. Ob diese Vorgabe eingehalten wird, wurde bei 89 Fahrern überprüft. 65 von ihnen hatten am ersten Tag die Tageskontrollblätter mangelhaft geführt. Am Mittwoch fielen immerhin noch 19 Fahrer negativ auf. Dann wurde aber auch festgestellt, dass an die Fahrer deutlich weniger Fracht als am Vortag verteilt wurde.

    Die Niederlassungsleitung erklärte gegenüber der SGD Nord, Konsequenzen ziehen zu wollen, damit die Fahrer die zulässigen Arbeitszeiten einhalten können. Von gestern an sollten zusätzliche Aushilfen eingesetzt werden, um das hohe Paketaufkommen in der Vorweihnachtszeit auszuliefern. Darüber hinaus hat die Leitung Kooperationsbereitschaft zugesichert, um die gemachten Zusagen überprüfen zu können.

    Gegenüber der RZ verwies der Paketzusteller auf die Zusammenarbeit mit Subunternehmern. „GLS unterstützt stets die regelmäßigen Kontrollen der zuständigen Behörden hinsichtlich möglicher Verstöße gegen geltendes Recht – und wird dies auch in Zukunft tun“, hieß es in einer Stellungnahme. Durch eine Recherche des Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff war der GLS-Standort schon 2012 wegen zu langer Arbeitszeiten in die Kritik geraten.

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