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Gierschnach

Katzenproblem in Gierschnach: Tierschützer sind besorgt

Anne Fuhrmann

Sie haben Flöhe und Würmer und streunen durch den Ort: Etwa 20 bis 30 unkastrierte, verwilderte Hauskatzen sorgen derzeit in Gierschnach für Unmut. Problematisch ist vor allem deren zum Teil unkontrollierte Vermehrung. Mit diesem Thema soll sich nun auch der Gemeinderat befassen.

Weniger als 300 Menschen wohnen in Gierschnach, doch die Zahl der Katzen dürfte pro Kopf so groß sein wie in kaum einer anderen Gemeinde in der Region. In dem Maifeldort vermehren sich die Tiere nämlich zum Teil unkontrolliert, was nun auch den Gemeinderat beschäftigt.  Foto: Heinz Israel
Weniger als 300 Menschen wohnen in Gierschnach, doch die Zahl der Katzen dürfte pro Kopf so groß sein wie in kaum einer anderen Gemeinde in der Region. In dem Maifeldort vermehren sich die Tiere nämlich zum Teil unkontrolliert, was nun auch den Gemeinderat beschäftigt.
Foto: Heinz Israel

„Die Situation in Gierschnach ist seit langer Zeit problematisch“, bestätigt Kreisveterinärin Dr. Simone Nesselberger im Gespräch mit der Rhein-Zeitung. Schon mehrfach gingen bei ihr Hinweise ein, die Katzen seien verwildert und würden nicht gut versorgt. Vonseiten der Nachbarschaft und anderen Einwohnern des Ortes kamen zudem Beschwerden über die tierischen Hinterlassenschaften. Seit Jahren kümmern sich zwei ältere Damen darum, die Tiere zu füttern. Bei Ortsterminen konnte die Ärztin keine Katzen in einem gesundheitlich schlechtem Zustand vorfinden. Allerdings, räumt Nesselberger ein, ist es schwierig, alle Tiere tagsüber zu Gesicht zu bekommen und somit festzustellen, ob sie krank sind. Sie seien jedoch alle verfloht und verwurmt. Wichtig ist es nach Ansicht der Veterinärin, die unkontrollierte Vermehrung langfristig in den Griff zu kriegen, damit nicht immer mehr Katzen hinzukommen. „Es ist dringend notwendig, dass etwas passiert“, meint Nesselberger.

Auch Tierschützerin Andrea Brezina sind die Zustände in Gierschnach seit Längerem ein Dorn im Auge. Sie ist die Vorsitzende des Vereins Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel, der in den vergangenen beiden Jahren bereits rund 35 Tiere in dem Maifeldort einfangen konnte, um sie zu kastrieren. Mit der Kreisverwaltung hat sie einen Termin für die nahe Zukunft vereinbart, um eine weitere große Aktion durchführen zu können. Für die Ehrenamtlichen ist es aber schwierig, solche Dinge alleine zu stemmen, gibt Brezina zu bedenken. Bisher haben die Katzenschutzfreunde die Kosten für die Kastrationen und die medizinische Behandlung der Tiere selbst getragen. Nicht unerhebliche Summen sind dabei auf den gemeinnützigen Verein zugekommen, der sich größtenteils aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert.

Aus diesem Grund hat Bürgermeister Manfred Görgen das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Gemeinderates gesetzt. Dabei geht es darum, ob und, falls ja, in welcher Höhe die Gemeinde den Verein finanziell unterstützen soll. „Wir sind froh, dass die Mitglieder des Vereins uns helfen. Die Katzen müssen eingefangen und kastriert werden“, sagt er gegenüber der RZ. Das Problem der vielen wilden Katzen im Ort betreffe die Allgemeinheit. Deshalb soll sich die Kommune nach seiner Auffassung in Form einer Kostenbeteiligung dankbar zeigen. Ob sich auch der Ratsmitglieder dieser Meinung anschließen, werde sich zeigen.

Brezina begrüßt die Idee. „Es ist wichtig, dass die Kommune auf uns zukommt“, sagt sie. Die Tierschützerin hofft, dass der Verein auch von anderer Stelle noch Unterstützung und Rückhalt erfährt, um die aus ihrer Sicht katastrophalen Zustände zu beseitigen.

Der Ortsgemeinderat tagt am kommenden Montag, 4. Dezember, im Bürgerhaus in Gierschnach. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr. Weitere Themen sind unter anderem der Haushaltsplan 2018 sowie Erd- und Befestigungsarbeiten am Lagerplatz.

Von unserer Redakteurin Anne Fuhrmann

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