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Koblenz

Kontrollen in Koblenz: Jungen Autofahrern auf den Zahn gefühlt

Peter Karges

Bei immer mehr Unfällen stellt die Polizei fest, dass die Fahrer unter dem Einfluss von Drogen standen. Überdurchschnittlich vertreten sind dabei junge Fahranfänger. Beamte des Polizeipräsidiums Koblenz haben deshalb am Montag in der August-Horch-Straße vor dem Technologiezentrum der Handwerkskammer Koblenz eine Verkehrskontrolle bei jungen Fahrern durchgeführt.

Auf den Konsum illegaler Betäubungsmittel kontrollierte die Polizei junge Fahrzeughalter am Montag in der August-Horch-Straße. Wie in diesem Fall hatten die Beamten allerdings bei fast allen der 49 kontrollierten Personen nichts zu beanstanden.  Foto: Peter Karges
Auf den Konsum illegaler Betäubungsmittel kontrollierte die Polizei junge Fahrzeughalter am Montag in der August-Horch-Straße. Wie in diesem Fall hatten die Beamten allerdings bei fast allen der 49 kontrollierten Personen nichts zu beanstanden.
Foto: Peter Karges

Laut der Verkehrsstatistik gab es im Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz, das sich von der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen bis nach Simmern im Hunsrück erstreckt, 97 Unfälle im Jahr 2013, bei denen die Fahrer unter dem Einfluss illegaler Drogen standen. Diese Zahl nahm allerdings stetig zu: 2017 waren es 157 Unfälle, bei denen die Fahrer Betäubungsmittel konsumiert hatten – ein Anstieg um 61 Prozent. Überproportional betroffen bei Unfällen unter Drogeneinfluss ist die Gruppe der jungen Fahranfänger (18 bis 24 Jahre). In 36 Prozent der Fälle waren die Fahrer 24 Jahre oder jünger.

„Insgesamt wurden 24 Fahrzeuge und 49 Personen kontrolliert, gegen eine Person wurde ein Verfahren wegen des Konsums von Betäubungsmitteln eingeleitet“, erläutert Uli Hoppen, Pressesprecher im Polizeipräsidium Koblenz. Zudem gab es noch rund ein Dutzend Verwarnungen wegen Nichtanlegens des Sicherheitsgurtes oder fehlendem Führer- und Fahrzeugschein.

Alkohol am Steuer wurde bei der morgendlichen Verkehrskontrolle nicht festgestellt. Der Polizeihauptkommissar, der die Kontrolle koordinierte, führte dies auf die frühe Uhrzeit zurück. „Bei illegalen Drogen unterschätzen die Konsumenten häufig die Langzeitwirkung, wie zum Beispiel Flashbacks im psychischen Bereich. Beim Alkohol wird hingegen häufig unterschätzt, wie schnell der Pegel bereits nach dem zweiten Bier steigt.“ Im Gegensatz zu Unfällen unter Drogeneinfluss ist die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss im Jahresvergleich sogar leicht rückläufig. 687 registrierte man 2013 im Polizeipräsidium Koblenz, 637 waren es im vergangenen Jahr.

Neben der Kontrolle setzte die Polizei auf dem Gelände der Handwerkskammer aber auch auf Prävention. So konnten Jugendliche mittels sogenannter Rauschbrillen am Fahrsimulator oder an einer Reaktionswand selbst erleben, was es bedeutet, wenn Alkohol oder Drogen die Sinne vernebeln. Und neben diesen praktischen Hinweisen gab es auch noch einen ganz klassischen Vortrag über die Gefahren von Drogen im Straßenverkehr. Zudem referierte die Polizei über das Thema „Handynutzung und Autofahren“. Bei den Kontrollen war am Morgen jedoch niemand aufgefallen, der ein Fahrzeug gelenkt und gleichzeitig das Handy benutzt hätte. Die Polizei warnt dennoch eindringlich vor Handynutzung im Straßenverkehr. „Wenn ich beispielsweise in der Stadt mit einer Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde unterwegs bin, und ich werfe nur für eine Sekunde einen Blick aufs Handy, dann lege ich schon 14 Meter im Blindflug zurück“, sagt Uli Hoppen. Eine Distanz, die ausreicht, um einen Auffahrunfall oder Schlimmeres zu verursachen.

Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

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