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Koblenz

Koblenz: Braucht die Nordtangente einen Radweg?

Fußgänger und Fahrradfahrer haben bei der Nordtangente, wie sie aktuell geplant ist, das Nachsehen. Davon sind die FBG und die Grünen im Stadtrat überzeugt – und forderten in der jüngsten Ratssitzung die Verwaltung auf, in der Planung für die lang ersehnte Straße zwischen Metternich und der B 9 bei Bubenheim dringend auch den Fuß- und Radfahrerverkehr zu berücksichtigen.

Von unserer Reporterin Agatha Mazur

FBG-Fraktionsvize Walter Baum kritisierte, dass bei dem endgültigen Plan für den Bau der Nordtangente, der seit Juli vorliegt, der "motorisierte Verkehr eindeutig bevorteilt" ist. Eine Gleichberechtigung von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern, wie sie an anderer Stelle gefordert wird, konnte Baum nicht erkennen. FBG und Grüne argumentierten, dass es günstiger sei, solche Maßnahmen im Vorfeld umzusetzen, als im Nachgang nachzubessern. BIZ-Fraktionschefin Angela Keul-Göbel schloss sich dem an und forderte ein Umdenken bei den Planern. Ihre Kritik: "Immer mehr Wege werden ohne Fahrradwege geplant."

Doch der Vorstoß stieß bei Mitgliedern anderer Fraktionen auf wenig Gegenliebe: "Wir sind froh, dass es weitergeht, und sollten das nicht verzögern", sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Marion Lipinski-Naumann mit Blick darauf, dass die Nordtangente jahrelang auf sich warten ließ und erst seit etwa zwei Jahren angegangen wird. Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig stieß ins gleiche Horn: "Eine Verzögerung wäre gefährlich und unverantwortlich", sagte er. Auch wenn er eingestand, dass die Absicht der Antragsteller nachvollziehbar sei, betonte der OB, dass Koblenz "gut beraten" sei, das Projekt Nordtangente noch in dieser Amtsperiode der Landesregierung festzumachen, die mit der Wahl im nächsten Jahr endet. Schließlich ist das Land maßgeblich an dem Vorhaben beteiligt, und wer könne schon wissen, was nach der Landtagswahl im März 2016 passiert?

Walter Baum von der FBG beeilte sich zu versichern, dass keiner der Antragsteller das Projekt stoppen möchte, doch nur jetzt habe man noch die Möglichkeit, Dinge nachzubessern. Auch Herbert Mertin, Fraktionschef der FDP, die den Antrag inoffiziell unterstützte, betonte: "Es geht nicht darum, das Projekt zu torpedieren."

Baudezernent Martin Prümm wies darauf hin, dass der Kostenrahmen für das Projekt eng ist, einer Überführung der Nordtangente im Bereich Bubenheim erteilte er deshalb klar eine Absage. Eine Überquerung für Radfahrer im Bereich der künftigen Ampelkreuzung der K 12 und der Straße "An der Römervilla" – also da, wo jetzt der Ikea-Kreisel ist – scheide aus Leistungsfähigkeitsgründen aus. Alternativ soll ein Fuß- und Radweg über den vorhandenen Wirtschaftsweg zwischen den Straßen "An der Römervilla" und "Mailust" errichtet werden.

Nach einer emotionalen Diskussion einigten sich die Ratsmitglieder darauf, keine Änderung des laufenden Verfahrens anzustreben. Die Frage nach Rad- und Fußgängerwegen rund um die Nordtangente wurde allerdings in den Fachausschuss verwiesen, wo die Verwaltung die Problematik noch einmal prüfen wird.

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