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    KoblenzBert Flöcks Leidenschaft für die Verwaltung: Vom Rathaus-Azubi zum OB?

    Rathaus. Seilbahn. Busbahnhof – oder doch lieber die Weißer Höfe? Bert Flöck denkt nach. Drei Stellen in Koblenz sollen die Kandidaten, die sich am 24. September der Wahl zum Oberbürgermeister stellen, für das Porträt der Rhein-Zeitung auswählen. Drei Stellen, an denen sie sich selbst und ihre Schwerpunkte und Ideen erklären können.

    Bert Flöck
    Bert Flöck
    Foto: Doris Schneider

    Das Rathaus ist für den 59-Jährigen klar: Hier hat er seine Verwaltungslaufbahn begonnen, als 16-Jähriger, nach der Schulzeit in Kärlich und der Zimmermannschen Handelsschule. Klar war, dass eine handwerkliche Ausbildung nicht infrage kommt, sagt Flöck und lächelt. Weiter zur Schule gehen, das wollte er nicht. Dass er sich für die Stadtverwaltung entschieden hat, war genau der richtige Weg, sagt der Wahl-Pfaffendorfer rückblickend.

    Bert Flöck ist mit Leidenschaft bei der Verwaltung – auch wenn das für manchen abgeschmackt und für noch mehr Menschen nach einem unauflösbaren Widerspruch klingt. Er mag Ordnung. Und er mag es, Dinge zu gestalten. Das konnte er in seiner mehr als 40-jährigen Laufbahn bei der Stadt schon an vielen Punkten tun, erinnert er sich gern: als Leiter des Kulturamtes zum Beispiel, zu dem ihn Willi Hörter machte, als er 31 Jahre alt war. Oder als Gründungsgeschäftsführer der Koblenz-Touristik seit 1997. „Eine aufregende Zeit.“

    Sie hat ihn auch privat geprägt: Als er mit seiner zweiten Frau (mit der er zwar nicht verheiratet ist, die er aber dennoch immer als „meine Frau“ bezeichnet) nach einem Haus suchte, kam kein anderer Wohnort als Koblenz in Betracht, auch wenn das bedeutete, dass die mittlerweile vierköpfige Familie zwei Jahre lang suchen musste: „Als Leiter der Koblenz-Touristik, die die Stadt vermarkten will, wäre es mir nie in den Sinn gekommen, selbst wegzuziehen.“

    Eine ganz andere Aufgabe übernahm Flöck ab dem Jahr 2011 als Leiter des Haupt- und Personalamtes. Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig hatte ihn gebeten, das zu tun. Dass er sechs Jahre später planen würde, in dessen Fußstapfen als Oberbürgermeister zu treten, das hätte Flöck zu diesem Zeitpunkt niemals gedacht. Im September 2016 dann wurde er vom Stadtrat zum Baudezernenten gewählt – im November erklärte er offiziell seine Ambitionen, Oberbürgermeister zu werden. Dass er das als unabhängiger Kandidat tut, ist für ihn kein Feigenblatt: „Unabhängig heißt ja nicht politisch neutral“, sagt er im Gespräch auf der Bank vor dem Rathaus. Seiner Partei, der CDU, der er seit Anfang der 80er-Jahre angehört, fühlt er sich in Ideen und Werten verbunden – „aber es gibt ja auch keine CDU-Schule oder einen SPD-Kindergarten. In der Kommunalpolitik geht es um Sachfragen, da spielen die Parteien keine so große Rolle.“

    Die Seilbahn: Dass Flöck sich für deren Erhalt einsetzen wird, das ist für den Theater- und Konzertliebhaber absolut keine Frage. Denn der Gondelbahn und der Buga fühlt sich der 59-Jährige eng verbunden. Nicht nur emotional, sondern auch beruflich. Als damaliger Chef der Koblenz-Touristik hat Flöck die Idee der Gartenschau mit geprägt, hat Machbarkeitsstudien und Planungen mit verantwortet, erzählt er. Noch immer ist er begeistert, wenn er an diese Zeit und den Buga-Sommer zurückdenkt.

    Die Bushaltestelle: Das Thema Verkehr treibt den Kandidaten besonders um. „Jetzt ist die Zeit reif für Veränderungen“, ist er überzeugt. Nun müssten wirklich die Weichen für einen besseren ÖPNV und mehr Radverkehr gestellt werden. Eine erheblich bessere Taktung des Busverkehrs, viel mehr Busse vor allem an Wochenenden und gute Anbindung aller Stadtteile – das sind Flöcks Vorstellungen. Da passt es, dass der Vertrag mit der EVM 2019 ausläuft. Damit besteht die Chance, die Ausschreibung so vorzunehmen, dass der ÖPNV in Koblenz wirklich gestärkt wird, ohne dass privaten Anbietern mit eventuell deutlich schlechteren Arbeitsbedingungen die Türen geöffnet würden – „Das wird die Kunst sein“, sagt Flöck, während er an der Bushaltestelle am Zentralplatz steht.

    Lange hat er überlegt, ob er statt der Bushaltestelle als dritten Ort die Baustelle eines Wohngebäudes wählen soll, zum Beispiel die Weißer Höfe. Denn Wohnraum ist ein wahnsinnig wichtiges Thema für Koblenz, sagt Flöck und nennt Möglichkeiten der Verwaltung: Bei großen Bauprojekten kann die Stadt vorgeben, dass eine bestimmte Menge an Sozialwohnungen gebaut wird. Die Wohnbau kann mit städtischen Grundstücken unterstützt werden, günstiger bauen zu können. Und obwohl lange der Plan war, keine Neubaugebiete mehr auszuweisen, gibt es auch hier ein Umdenken, damit mehr gebaut werden kann.

    Während er durch die Stadt schlendert, wird der OB-Kandidat von vielen Seiten gegrüßt. Man kennt ihn. Bei etlichen Veranstaltungen in den Stadtteilen hat er sich in den vergangenen Wochen noch bekannter gemacht, und neben den inhaltlichen Diskussionen lässt er sich auch bei Kirmesveranstaltungen sehen. „Das gehört dazu“, sagt er und lächelt. Nicht nur zum Wahlkampf, auch wenn er dieses Wort eigentlich gar nicht mag, sondern auch später zum Amt des Oberbürgermeisters, das er fest anstrebt.

    Seine Familie steht da ganz hinter ihm. „Meine Frau, aber auch die Kinder“, sagt er. Die beiden großen aus erster Ehe (24 und 23 Jahre alt) haben längst ihr eigenes Leben. Und die beiden jüngeren Töchter (12 und 14) haben sich erst einmal genau erklären lassen, was ein OB denn so macht. „Und dann haben sie gesagt: ,Ja, Papa, das musst du machen'“, erzählt Flöck und lacht.

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

    Entweder oder ...

    Den OB-Kandidaten wurden bei den Terminen mit der RZ auch eine Reihe kleiner Fragen vorgelegt. So entscheidet sich Bert Flöck:

    Sommer oder Winter?

    Sommer, weil man da so schön auf den Plätzen in Koblenz sitzen kann.

    Buch oder E-Book?

    Buch. Immer nur Buch.

    Berge oder Meer?

    Ostsee! Und zwar jeden Sommer. Aber ab und zu auch Allgäu, da ist es auch schön.

    Schokolade oder Chips?

    Schokolade.

    Chaotisch oder ordentlich?

    Ordentlich – aber das klingt gleich zu langweilig. Trotzdem auch kreativ.

    Und in der Jugend: Parka oder Pullunder?

    Parkas gab es bei uns noch gar nicht, ich bin 1958 geboren und in Kärlich aufgewachsen. Zum Glück haben Klamotten aber bei uns in der Schule sowieso überhaupt keine Rolle gespielt.

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