Archivierter Artikel vom 08.08.2017, 14:24 Uhr
Koblenz

Schupp möchte „Vadder“ aller Koblenzer sein

Am 24. September wählen die Koblenzer ihren neuen Oberbürgermeister, und auch Torsten Schupp tritt an diesem Tag an. Der 46-jährige Friseurmeister von der Karthause steigt für die FDP in den Ring, die er schon seit Jahren im Stadtrat vertritt. Sein Ziel: „Als Oberbürgermeister möchte ich der ,Vadder‘ aller Koblenzer sein.“ Das schreibt Schupp in seinem Wahlprogramm, das jetzt per E-Mail vom Sonnenstrand in die Redaktion kam.

Von Stephanie Mersmann
Torsten Schupp am Deutschen Eck: Der Kommunalpolitiker, Friseurmeister und Stimmungsmusiker von der Karthause tritt für die FDP als Oberbürgermeisterkandidat in seiner Heimatstadt an. Jetzt hat er sein Wahlprogramm vorgestellt, in dem er vor allem auf Bürgernähe setzt.  Foto: Rainer Albert
Torsten Schupp am Deutschen Eck: Der Kommunalpolitiker, Friseurmeister und Stimmungsmusiker von der Karthause tritt für die FDP als Oberbürgermeisterkandidat in seiner Heimatstadt an. Jetzt hat er sein Wahlprogramm vorgestellt, in dem er vor allem auf Bürgernähe setzt.
Foto: Rainer Albert

Dort sorgt der Kommunalpolitiker zurzeit noch in der „Party-Hütte“ am Schwarzen Meer für Stimmung, als Schlagersänger Torty de Banana. Doch darum geht es nicht in Schupps Programm, sondern um seine Heimatstadt und seine Pläne für sie. Nach dem Sommer in Bulgarien soll es hier Ende der Woche richtig losgehen mit dem Wahlkampf, und auf dreieinhalb Seiten hat er festgehalten, mit welchen Inhalten er die Wähler auf seine Seite ziehen will.

Dabei macht der FDP-Mann gleich zu Beginn klar, dass ein Oberbürgermeister seiner Meinung nach nicht alles wissen kann, „er muss nur wissen, wo er das fehlende Wissen herbekommt“. Schon jetzt hätten ihm zum Beispiel Menschen aus der Wirtschaft oder der IT-Branche, Lehrer, Arbeitnehmer oder Arbeitgeber ihre Unterstützung zugesagt. Falls er die Wahl gewinnt, will Schupp ein Team einrichten, das ihn ehrenamtlich berät.

An erster Stelle steht bei ihm die Bürgernähe: Torsten Schupp will Ansprechpartner für die Einwohner sein, sich um große und kleine Probleme kümmern, unbürokratische und schnelle Lösungen finden. „Alle anderen Punkte können nur dann funktionieren, wenn sich die Menschen in unserer Stadt wohlfühlen und gern hier leben“, sagt Schupp. Wenn die Menschen zufrieden sind in Koblenz, würden sie das ausstrahlen – und auch andere würden hier leben wollen.

Vor allem Familien stellt der Liberale dabei in den Fokus: „Familien sollen sich in Koblenz wohlfühlen“, und dafür sollen weitere Kindergartenplätze geschaffen werden, und die Sanierung der Schulen soll vorangetrieben werden. Koblenz soll zum führenden Bildungsstandort in Rheinland-Pfalz werden, im Unterricht sollen digitale und zeitgerechte Medien eingesetzt werden. Und auch dem Thema Spielplätze will sich Schupp annehmen, zu oft würden diese „zweckentfremdet“ und beschädigt, auch herumliegende Scherben sind ein bekanntes Problem. Gemeinsam mit Familien und Verwaltung will er Ideen und Konzepte entwickeln, „damit unsere Kinder sorgenfrei im Sandkasten spielen können“.

Beim Thema Haushalt setzt Schupp auf ein klassisches FDP-Ziel: Steuern senken. Die Grundsteuer B, die sowohl Hausbesitzer als auch Mieter zahlen müssen, soll deutlich gesenkt werden, ebenso wie die Gewerbesteuer. Hier führt der Kandidat zum wiederholten Mal das Beispiel Monheim an: In der Stadt am Rhein müssen Unternehmen so wenige Steuern zahlen wie nirgendwo sonst in Nordrhein-Westfalen, infolge sind die Gewerbesteuereinahmen von 13,8 Millionen Euro im Jahr 2008 auf 277 Millionen Euro im Jahr 2015 gestiegen. Durch eine ähnliche Strategie will Schupp auch Koblenz für Unternehmen attraktiver machen, Kritiker sprechen allerdings von einer „Steueroase“ in Monheim. Die Aufgabe des Kämmerers, der für die Finanzen der Stadt verantwortlich ist, würde Schupp als OB nicht selbst übernehmen, sondern an Fachleute übertragen. Die Dezernate könnten neu zugeschnitten werden.

Neben den Themen Internetversorgung und Ehrenamt legt Schupp schließlich einen Schwerpunkt auf ein Thema, mit dem er bereits vor einer Weile in die Öffentlichkeit getreten war: ein Seilbahnnetz für Koblenz. Ein solches könnte in den ÖPNV eingebunden werden und auf verschiedenen Strecken wichtige Punkte in der Stadt verbinden und damit auch die Straßen entlasten. Auch Wasserbusse könnten helfen, den alltäglichen Stau zu umfahren.

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann