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Ochtendung

A48: Schilder sollen gegen Geisterfahrer helfen

Mit eindeutigerer Beschilderung und mehreren kleinen Veränderungen an den Auffahrten will Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) die Zahl der Geisterfahrer auf rheinland-pfälzischen Autobahnen reduzieren. Los ging es in Ochtendung an der A48.

Noch hängt es zu tief: Die Arbeiter bringen im Beisein der Vertreter des Landesbetriebs Mobilität und des Infrastrukturministeriums das Hinweisschild an der Anschlussstelle Ochtendung etwas höher an.
Noch hängt es zu tief: Die Arbeiter bringen im Beisein der Vertreter des Landesbetriebs Mobilität und des Infrastrukturministeriums das Hinweisschild an der Anschlussstelle Ochtendung etwas höher an.
Foto: Heinz Israel

Dort hat der Landesbetrieb Mobilität (LBM) nach Aussage seines Geschäftsführers Bernd Hölzgen mehrere Kleinigkeiten verändert, um irrtümliches Falschfahren zu verhindern. So hat der LBM an der Stelle, bevor Auffahrt und Abfahrt mit einer Leitplanke abgetrennt sind, die Fahrtrichtung mit Pfeilen auf der Straße markiert. Zudem wurden an dieser Stelle Einfahrt-verboten-Schilder an beiden Seiten der Gegenfahrbahn angebracht. Damit Leute, die als Linksabbieger in die Anschlussstelle einbiegen wollen, nicht schon an dieser Stelle auf die falsche Bahn geraten, wurde zudem das Hinweisschild zur Autobahn höher angebracht.

In den kommenden Monaten sollen alle rund 150 Anschlussstellen an Autobahnen in Rheinland-Pfalz überprüft und wenn nötig mit ähnlichen Veränderungen verbessert werden. Bezahlt werden sollen die Arbeiten aus Unterhaltungsmitteln. Wie viel das insgesamt kosten wird, konnte Lewentz noch nicht sagen: "Jede Anschlussstelle wird einzeln überprüft. Aber die Gelder stehen zur Verfügung", versicherte er im Gespräch mit der RZ.

Abseits von der verbesserten Kennzeichnung in Rheinland-Pfalz könnte sich bald auch bundesweit noch etwas ändern. "Wir haben auf der Verkehrsministerkonferenz häufig über das Thema gesprochen und warten auf die Ergebnisse des Feldversuchs in Bayern. Aber wir wollten auch schon einen eigenen Beitrag leisten", sagte Lewentz in seiner Ansprache. In dem Projekt wird überprüft, ob neonfarbene Hinweisschilder mit einer abgebildeten Hand und der Aufschrift "Stopp" und "Falsch" helfen, Geisterfahrten zu verhindern. "Das muss dann aber bundesweit gemacht werden", betonte Lewentz.

Der Minister erteilte Alternativen wie den sogenannten Krallen, die die Reifen der Falschfahrer zerstören, eine Absage: "Die sind sehr aufwendig zu installieren und sehr wartungsintensiv", erklärte er der RZ. Durch Laub und Schmutz funktionierten sie zudem teils nicht.

Lewentz machte auch klar, dass nicht alle Geisterfahrten verhindert werden können: "Jemand, der mit Suizidgedanken falsch fährt, ist nicht davon abzubringen." Man müsse dafür sorgen, dass diejenigen darauf aufmerksam werden, die unfreiwillig falsch auffahren. Dass gerade Auf- und Abfahrten Ausgangspunkte für Geisterfahrten sind, verdeutlicht laut Lewentz eine Studie. Der zufolge beginnen mehr als ein Drittel der Falschfahrten an Anschlussstellen.

Von unserem Reporter Johannes Bebermeier

So häufig sind Geisterfahrer im Kreis MYK und in Deutschland

Auf den Autobahnen 48 und 61 im Kreis MYK und Koblenz hat die Polizei 2012 insgesamt 22 und 2013 bisher 13 Geisterfahrer registriert. Einmal kam es zu einem Unfall mit einem Leichtverletzten. Geisterfahrer werden jedoch nicht statistisch erfasst. Nur wenn die Polizei den Geisterfahrer antrifft, wird er registriert. Bundesweit waren das 2012 insgesamt 236. 34 Prozent dieser Fälle führten zu Unfällen. Gemeldet werden im Jahr mehr Geisterfahrer, nämlich rund 1950.

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