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Adenau

Lückenschluss A 1: BUND sieht überhaupt keine Lücke

Die Aufregung um den Lückenschluss der A 1 zwischen Blankenheim und Kelberg hatte sich zuletzt auf NRW fokussiert. Grund war die Neuplanung des Nachbarlandes für den Bauabschnitt zwischen Adenau und Lommersdorf. Derweil scheint auf rheinland-pfälzischer Seite der See still zu ruhen. Doch der Eindruck täuscht. Darauf macht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) als erklärter Gegner des Millionenprojektes aufmerksam.

Bei Kelberg endet derzeit die Autobahn.  Foto: Mario Hübner
Bei Kelberg endet derzeit die Autobahn.
Foto: Mario Hübner

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz in den Sommerferien das Planfeststellungsverfahren des Abschnittes Kelberg-Adenau eröffnet und die Planunterlagen formal veröffentlicht. Diese Pläne könnten aber bald Makulatur sein, glaubt der BUND. Denn zahlreiche Umweltverbände seien derzeit dabei, fachlich und juristisch fundierte Einwendungen zu erarbeiten und den Widerstand in den betroffenen Orten neu zu mobilisieren. Bis zum 24. September sollen die Einwendungen bei der Genehmigungsbehörde eingebracht und der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Seitens des BUND und des Naturschutzbundes NABU werden erhebliche Bedenken geäußert. Diese reichen von der unausgleichbaren Zerstörung von Vogelschutz- und FFH-Gebieten, alten Wäldern, der Gefährdung von Trink- und Mineralwasserbrunnen und natürlicher Bachläufe sowie der Verlärmung stiller, touristisch wichtiger Erholungsregionen und bislang ruhiger Ortslagen bis hin zu verfahrensrechtlichen Fehlern wie das Fehlen einer hinreichende Prüfung der Nullvariante und verträglicher, kleinerer Alternativen. „Die der Planung zugrunde liegenden Verkehrsprognosen sind fehlerhaft, überaltert und völlig überzogen“, so BUND-Landesvorstandsmitglied Egbert Bialk aus Koblenz. „Der Niedergang des Nürburgrings und des Flugplatzes Hahn sowie der Bevölkerungsschwund in der Eifel werden ignoriert, man rechnet sogar mit einer Zunahme des Autoverkehrs und ködert die Bevölkerung mit der Darstellung, die Autobahn würde als Ortsumgehung gegen Schwerverkehr funktionieren. Das Gegenteil wird der Fall sein.“

Eine leistungsfähige Fernstraßenverbindung zwischen Köln und Trier bestehe bereits mit der B 51 und A 60: „Es gibt für Pkw und Lkw keine Lücke“, sagt Bialk. „Diese ideologischen und strategischen Pläne aus den 1930er-Jahren sollte man endlich beerdigen und dafür die B 51 zur A 1 umwidmen und dazu örtlich teilweise optimieren.“ Was fehlt sei die Ertüchtigung der Bahnstrecke Köln-Gerolstein-Trier und der Ausbau eines attraktiven modernen Nahverkehrs in der Fläche. Dies entlaste die Landstraßen und die Luft, schone das Klima und koste nur einen Bruchteil der Autobahnmillionen.

Nähere Infos und eine Mustereinwendung finden sich unter www.bund-rlp.de/A1 oder über die Landesgeschäftsstelle des BUND

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