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    Deponie verhindern: 80 000 Euro für externen Sachverstand

    Das Planfeststellungsverfahren für eine Deponie in der Leimersdorfer Tongrube läuft. Nun ist die Gemeinde Grafschaft aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben.

    Wird aus der Tongrube Leimersdorf eine Deponie? Der Grafschafter Gemeinderat will dies verhindern und holt sich nun fachlichen Beistand, um eine entsprechende Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren abzugeben.
    Wird aus der Tongrube Leimersdorf eine Deponie? Der Grafschafter Gemeinderat will dies verhindern und holt sich nun fachlichen Beistand, um eine entsprechende Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren abzugeben.
    Foto: Vollrath

     

    Die Botschaft ließ an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig: Die Gemeinde Grafschaft positioniert sich weiterhin gegen eine mögliche Deponie am Rand von Leimersdorf. Das Thema stand am Donnerstagabend im Bauausschuss wieder ganz oben auf der Grafschafter Agenda. Dabei nahm die Grafschafter Politik die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens zur Errichtung und zum Betrieb einer Deponie in der Tongrube Leimersdorf zur Kenntnis.

    „Eine Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahrens wird von uns bis zum 28. Februar, Karnevalsdienstag, erwartet“, erklärte Bürgermeister Achim Juchem. Den gesetzten Termin der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hält er für sehr kurz bemessen. Zumal für die Unterstützung der Verwaltung die Kanzlei Kunz Rechtsanwälte aus Koblenz, das Büro Björnsen, Beratende Ingenieure aus Koblenz und der TÜV Rheinland mit ins Grafschafter Boot geholt werden sollen. Nicht verwunderlich, dass der Bauausschuss einstimmig die Gemeindeverwaltung beauftragte, bei der SGD eine Fristverlängerung von zwei Monaten für die Abgabe einer umfassenden Stellungnahme zu beantragen.

    Die Interessenlage könnte kaum gegensätzlicher sein. Das Schreckensszenario Mülldeponie auf der einen Seite, Gewinnstreben auf der anderen Seite. „Wir wollen hier keine Deponie“, brachte es Bürgermeister Achim Juchem auf den Punkt. Und mit Blick auf die Zukunft der Tongrube unterstrich er, die Gemeinde stehe vor einer entscheidenden Weichenstellung.

    Nach der ersten Prüfung der Antragsunterlagen durch die Verwaltung sprechen „erhebliche Bedenken“ gegen die Errichtung und den Betrieb einer Deponie. In dem vorliegenden Antrag führten die Tonwerke aber „noch nicht einmal an, dass hier Deponiekapazitäten fehlen und dementsprechend neue geschaffen werden müssen“, meinte Juchem. Vielmehr sei der Antrag nur mit der notwendigen Verfüllung der vorhandenen Grube begründet.

    Im Gegensatz zu den Leimersdorfer Tonwerken sieht die Gemeinde keine Notwendigkeit für eine Deponie. Losgelöst davon habe die Gemeinde angeboten, das reine Grubengelände zu kaufen, „um es zum Beispiel als Biotop oder teilweise als Beregnungsbecken für die Landwirtschaft zu nutzen“, berichtete Juchem. Nach den vorliegenden Antragsunterlagen soll das in der Deponie anfallende Sickerwasser über ein Speicherbecken in den Leimersdorfer Bach eingeleitet werden. „Hierzu bestehen Bedenken, dass eventuell mit Schadstoffen belastetes Wasser ungereinigt in den Leimersdorfer Bach eingeleitet werden könnte.“

    Damit nicht genug: Laut Antragsunterlagen sind dem Betreiber aus dem bisherigen Betrieb der Tongrube keine Beanstandungen über Staubbelastungen von Leimersdorfer Bürgern bekannt. „Die subjektive Wahrnehmung von vorherrschenden Luftströmungen vor Ort ist indes eine andere“, sagte Juchem. Unter den Aspekten Windrichtung, Staubbelastung und Lärmbelastung hält er daher die Einschaltung des TÜV Rheinland für zweckdienlich. „Da der TÜV auch mit der Auswertung der Wetterdaten aus der gemeindeeigenen Messstation an dem Trinkwasserhochbehälter Fritzdorfer Windmühle beschäftigt ist, bietet sich hier zudem ein Abgleich der Messergebnisse an.“

    Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Bauausschusses dafür aus, für Unterstützungsleistungen und die Inanspruchnahme von juristischen und Ingenieurdiensten 80 000 Euro in den Nachtrag einzustellen. „Fahren Sie alles auf, was hilft, die Deponie zu vermeiden“, forderte Lothar Barth (FWG) die Verwaltung auf. Der Tongrube Leimersdorf gehe es nur um den Profit, beklagte Klaus Huse (CDU). „Wir müssen alle Kräfte, die uns zur Verfügung stehen, bündeln, um die Deponie zu verhindern.“

    Von unserem Mitarbeiter Horst Bach

     

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