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Bad Kreuznach

Wanderzirkus darf bleiben – Schonfrist bis Anfang Januar

Der kleine Wanderzirkus Danielo, der auf der Bad Kreuznacher Pfingstwiese gestrandet ist, bekommt von der Stadtverwaltung eine Schonfrist – bis 2. Januar, das bestätigte Zirkuschefin Monja Rojan.

Die kleine Wagenburg mit dem Tierzelt auf der Pfingstwiese. Ein Stromanschluss scheitert an der hohen Kautionsforderung.
Die kleine Wagenburg mit dem Tierzelt auf der Pfingstwiese. Ein Stromanschluss scheitert an der hohen Kautionsforderung.
Foto: Stefan Butz

Das festgesetzte Zwangsgeld in Höhe von 10.000 Euro wegen des ungenehmigten Aufenthaltes ist erst mal ausgesetzt. Im Gegenzug sagte Rojan zu, sich um eine andere Bleibe zu bemühen und im Laufe der ersten Januarhälfte abzureisen.

Das ist das Ergebnis einer Gesprächsrunde mit der Leiterin des Ordnungsamtes, Stadtrechtsdirektorin Heiderose Häußermann, mit Monja Rojan und Vertretern von Polizei und Veterinäramt am Freitagmorgen. Die Stadtrechtsdirektorin leitete darüber hinaus die Telefonnummer der Besitzerin eines großen Geländes in einer rheinhessischen Gemeinde weiter, die eine Aufnahme des Zirkus angeboten hat. „Unsere Pfingstwiese ist für ein Zirkuswinterlager ganz und gar nicht geeignet. Die hygienischen Verhältnisse lassen das nicht zu, es fehlt die Infrastruktur“, so Häußermann. Außerdem stehen tierschutzrechtliche Gründe entgegen, teilte der Veterinär mit.

Das Schicksal des kleinen Wanderzirkus hatte zuvor auch das ein oder andere Stadtratsmitglied berührt. „Ich möchte, dass wir als Stadt eine verträgliche Lösung finden“, forderte Wilhelm Zimmerlin (Büfep) in der Sitzung am Donnerstagabend in seiner Anfrage dazu. Ihn erinnere dies fast an die Weihnachtsgeschichte. Die Strafandrohung in Höhe von 10.000 Euro sei „absolut unangemessen“, befand er. Er appelliere an die Stadt, „als Christen den Menschen und Tieren dort irgendwie zu helfen“. Auch Wolfgang Bouffleur (SPD) setzte sich für den in Not geratenen Zirkus ein und bat darum, eine humane Lösung zu finden.

Das Gesprächsergebnis lässt der Zirkuschefin allerdings nur wenig Spielraum. „Die Suche geht weiter“, sagte sie im Gespräch mit dem „Oeffentlichen“, da das in Aussicht gestellte Gelände zwischen Partenheim und Saulheim weder über einen Wasser- noch Stromanschluss verfüge. Insofern sorgt der Aufschub lediglich für kurze Entspannung.

Traurig stimmt Rojan außerdem, dass der Zirkus auch in Bad Kreuznach über Weihnachten ohne Strom sein wird, weil sie die geforderte Kaution in Höhe von 600 Euro nicht aufbringen kann. „Woher soll ich die nehmen“, fragt sie sorgenvoll. Um über die Runden zu kommen, wird in der Fußgängerzone schon mal gesammelt. Doch die Erträge sind gering.

Trotzdem: „Wir geben nicht auf“, gibt sich die Zirkusfrau kämpferisch. „Ich bin in diesen Zirkus hineingeboren. Wir führen ihn in dritter Generation. Er ist alles, was wir haben“, erklärte Monja Rojan. Und weiß doch: Wenn kein Wunder geschieht, wird es ganz eng. gst/hg

Bad Kreuznach
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