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Bad Münster am Stein-Ebernburg

Kurzer Prozess: Baumfall auf ehemaligem LVA-Gelände in Bad Münster

Marian Ristow

Bad Münster am Stein-Ebernburg. Kahlschlag auf dem ehemaligen LVA-Gelände im Herzen Bad Münsters: Am Mittwoch wurden im Zuge von Baumfällarbeiten auf dem Grundstück der alten Klinik auch drei geschützte Bäume gefällt. Laut modifiziertem Bebauungsplan für das sensible Gebiet hätten diese drei aber stehen bleiben müssen: eine stadtbildprägende Stieleiche, ein Götterbaum und eine Krim-Linde.

Gesund, aber trotzdem umgelegt: Zahlreiche Bäume wurden am letzten Tag der Fällperiode auf dem LVA-Gelände abgeholzt. Darunter auch eine Stieleiche, ein Götterbaum und eine Krim-Linde. Doch diese drei Bäume hätten laut Bebauungsplan unbedingt erhalten werden müssen.
Gesund, aber trotzdem umgelegt: Zahlreiche Bäume wurden am letzten Tag der Fällperiode auf dem LVA-Gelände abgeholzt. Darunter auch eine Stieleiche, ein Götterbaum und eine Krim-Linde. Doch diese drei Bäume hätten laut Bebauungsplan unbedingt erhalten werden müssen.
Foto: Marian Ristow

Alle drei zwischen 50 und 70 Jahre alt, gesund und um die 30 Meter hoch. Alle drei Bäume wurden von einem Privatunternehmen umgelegt, und das Holz wurde zügig abtransportiert. Irrtümlich, wie Oliver Riedle, Sprecher von der Bauherrengemeinschaft Riedle, Schrögel und Kanzler, Besitzer des Grundstücks, im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet.

„Das war ein Kommunikationsfehler mit dem ausführenden Unternehmen. Das tut uns wahnsinnig leid. Das war sicher nicht der Startschuss, den wir uns gewünscht haben“, bedauert Riedle das Abholzen der Bäume, das nun logischerweise nicht mehr rückgängig zu machen ist. Er erklärt, dass in der Ausrichtung und Bauweise des Gebäudes, das auf dem 6400 Quadratmeter großen Areal in der Kurhausstraße entstehen und Platz für Eigentumswohnungen und ein „Betreutes Wohnen“-Projekt bieten soll, die Standorte der drei mächtigen Tiefwurzler eigens berücksichtigt wurden. „Auch für uns ist dieser Fehler sehr bedauerlich“, sagt Riedle und verspricht, dass man natürlich für Ersatz sorgen werde.

Anwohner reagieren entsetzt über den Kahlschlag, der am 28. Februar, am letzten Tag der Fällperiode ( vom 1. März bis zum 30. September sind Fällarbeiten bei Einzelbäumen in Natur und Landschaft, Alleen und dem Straßenbegleitgrün laut Bundesnaturschutzgesetz verboten) gerade noch rechtzeitig durchgeführt wurde.

Stadtrat Erich Menger (SPD) wohnt in Sichtweite und ist sauer, dass die Bäume gefällt wurden. „Natürlich sind wir froh, dass dort nun die Abrissarbeiten losgehen, aber das ist eine Schweinerei sondergleichen. Ein Naturfrevel, der nicht mehr gutzumachen ist.“

Auch Manfred Rapp, für die CDU im Stadtrat, kritisiert das Vorgehen scharf. „Der Investor hat dem Grundstück nicht nur das Herz herausgerissen, er hat die Seele des jahrzehntelangen Kurwesens für immer ausgelöscht.“ Auch die Stadtverwaltung wurde vom Abholzen der Bäume überrascht. „Das Stadtbauamt führt jetzt eine fachliche Prüfung zur Wertigkeit der Bäume durch und wird gleichwertigen Ersatz auf dem Grundstück fordern“, antwortet Isabel Gemperlein, Pressesprecherin der Stadt, auf eine Anfrage des Oeffentlichen Anzeigers. Immerhin habe der Investor zugesagt, kurzfristig mit den Abbrucharbeiten zu beginnen.

Von unserem Redakteur Marian Ristow

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