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    Hochstätten/Nordpfalz

    Flutwelle hat Hochstätten fest im Griff: Land gibt 117 000 Euro

    Seit sich am 30. Mai Sturzfluten des eigentlich harmlosen Leischbachs über die Alsenzgemeinde ergossen, ist das Hochwasserereignis Dauerthema im Ortsgemeinderat von Hochstätten – so auch am Mittwochabend.

    Der Beton ist angerührt. Die Hochstätter würden lieber heute als morgen am vom Hochwasser geschädigten Gemeindesaal loslegen.
    Der Beton ist angerührt. Die Hochstätter würden lieber heute als morgen am vom Hochwasser geschädigten Gemeindesaal loslegen.
    Foto: Josef Nürnberg

    Von unserem Reporter Josef Nürnberg

    "Die Flutwellen vom 30. Mai 2016 haben unsere Gemeinde nach wie vor im Griff", sagte Ortsbürgermeister Hermann Spieß. Er weiß wovon er redet, denn er ist als Ortschef meist erster Ansprechpartner der Hochwasseropfer. Doch bis zur Umsetzung eines Hochwasserkonzepts sind ihm die Hände in vielen Bereichen gebunden. Was ihm bleibt, ist eine regelmäßige Information der Bürger. Dennoch konnte Spieß im Rat endlich auch Positives verkünden. Das Land hat der Gemeinde aus dem Investitionsstock 2016 insgesamt 117 000 Euro zur Beseitigung der Hochwasserschäden im Gemeindesaal zugesagt, wie Landtagsabgeordneter Dr. Denis Alt (SPD) auf Nachfrage beim Innenministerium erfuhr.

    Das Geld dient dem hochwassersicheren Neubau von Toiletten- und Heizungsanlage in dem Anbau an den Gemeindesaal. Bisher war beides im Keller untergebracht. Neben der Zusage der Fördersumme liegt auch die Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn vor. Allerdings muss der Bauantrag noch von der Kreisverwaltung genehmigt werden. Spieß: "Ich hoffe, dass sich das Genehmigungsverfahren nicht so lange hinzieht." Momentan wird noch überprüft, ob alternativ zur konventionellen Bauweise auch eine Holzständerbauweise möglich ist. So könnte in der kalten Jahreszeit gearbeitet und Kosten gespart werden. Denn trotz der Landesförderung bleiben zum jetzigen Zeitpunkt noch rund 75 000 Euro – Ortsbürgermeister Spieß geht eher von 80 000 Euro aus – an der Gemeinde hängen.

    Diese Summe muss durch Spenden und Eigenleistungen erbracht werden. Darum wird es auch am 4. Dezember eine Benefizveranstaltung geben. Zwecks Nutzung des Saales in der kalten Jahreszeit und zur Verhinderung von Frostschäden – die Heizung ist ja zerstört – hat Spieß Kontakt zur Heizungsfirma Henkel aufgenommen und einen Lösungsvorschlag besprochen, wie der Saal möglicherweise alternativ geheizt werden kann. Spieß nutzte die Ratssitzung, um deutlich zu machen, dass alles Drängen und Kritisieren momentan nicht hilft. Verantwortlich für den Leischbach als Gewässer dritter Ordnung ist die Verbandsgemeinde. Aus dem Bach selbst wurden 1500 Kubikmeter Geröll entfernt.

    Es gibt Auflagen, keine Baumaßnahmen durchzuführen, bevor ein Hochwasserschutzkonzept vorliegt. Das gilt für die Gemeinde unter anderem für den Bereich der Kanalstraße, aber auch betroffene Privatleute müssen sich vor Beginn von Baumaßnahmen mit der Unteren Wasserschutzbehörde bei der Kreisverwaltung auseinandersetzen. Zurzeit wird durch das Ingenieurbüro Monzel und Bernhard ein Hochwasserschutzkonzept erstellt, an dem auch die Bürger beteiligt werden. Schon jetzt hat Spieß "Bauchschmerzen", wenn er daran denkt, was dessen Umsetzung die Gemeinde kostet. "Denn mit einer 90-prozentigen Förderung ist auf keinen Fall zu rechnen, weil der Leichbach sich zwischen die enge Bebauung schlängelt und daher nicht renaturiert werden kann", sagt Ortsbürgermeister Spieß.

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