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    Bad Kreuznach3000 Euro für Falschaussage: Disco-Schläger wollte Opfer zum Schweigen bringen

    Die Verwirrungen im Prozess um einen 21-Jährigen, der mehrere Schlägereien in der Bad Kreuznacher Partyszene angezettelt haben soll, setzen sich fort. So gibt es nun von einem weiteren Vorfall, der sich im Dezember 2015 vor der Diskothek Space Park abgespielt haben soll, zwei ganz unterschiedliche Versionen.

    Der Ort des Geschehens: Vor der Tür der damaligen Diskothek Space-Park ist es im Oktober 2015 zu einer heftigen Schlägerei gekommen, bei der mehrere Personen verletzt wurden.
    Der Ort des Geschehens: Vor der Tür der damaligen Diskothek Space-Park ist es im Oktober 2015 zu einer heftigen Schlägerei gekommen, bei der mehrere Personen verletzt wurden.
    Foto: Josef Nürnberg

    Die Fakten: In der besagten Nacht gab es zunächst eine kleinere Auseinandersetzung im Raucherraum der Disco, weshalb das spätere Opfer und seine beiden Begleiter die Lokalität verlassen mussten. Die drei hielten sich jedoch weiter auf dem Parkplatz der Disco auf – bis der Angeklagte den Club verließ. Die Gruppen trafen wieder aufeinander und es kam zur Schlägerei, aus der das 29-jährige Opfer mehrere Knochenbrüche im Gesicht und Prellungen am ganzen Körper davontrug und schließlich bewusstlos wurde. Außerdem wurde die Seitenscheibe seines Autos eingeschlagen. Einer seiner Begleiter wurde ebenfalls angegriffen, der andere war zur Tatzeit nicht an Ort und Stelle. Wie es nun genau zur Auseinandersetzung kam und wer wen zuerst angegriffen hat, dazu gibt es allerdings sehr konträre Aussagen.

    Der Angeklagte behauptet, dass die kleine Männergruppe in der Raucherlounge auf ihn zugekommen sei, ihn mehrmals nach einer Person gefragt habe. Er selbst habe zunächst ausweichend reagiert, als sein Kontrahent allerdings zum Schlag ausholte, habe er ihn zurückgestoßen, woraufhin dieser von den Türstehern rausgebracht wurde. Als er dann später nach Hause gehen wollte, sei der 29-Jährige mit einer Flasche auf ihn losgegangen. Unbeteiligte Personen sollen dann eingegriffen und das Opfer geschlagen haben. Dass er aus Wut die Autoscheibe eingeschlagen hat, gestand der Angeklagte.

    Das Opfer schilderte einen ganz anderen Hergang: Er sei im Raucherraum unvermittelt vom Angeklagten geschlagen worden. Die Türsteher hätten ihn dann mit den Worten „Das ist besser für euch“ aus der Disco gebeten. Auf dem Parkplatz warteten die drei darauf, abgeholt zu werden. Als der Angeklagte jedoch später aus dem Club kam, habe ihn das Opfer auf den Vorfall ansprechen wollen. Der 21-Jährige habe geschrien und sei losgelaufen. „Ich wusste, dass die wieder auf uns losgehen“, sagte das Opfer. Gemeinsam mit seinem Freund habe er dann in seinem Auto Schutz gesucht. Der Angeklagte kam, schlug die Scheibe ein, beide flüchteten aus dem Fahrzeug und wurden dann von der großen Gruppe um den Angeklagten zusammengeschlagen.

    Diese Version der Geschehnisse kam aber auch erst einige Wochen nach der Tat ans Licht. Zuvor versuchten sich die Kontrahenten außergerichtlich zu einigen. „Ich hab mitbekommen, was das für einer ist“, erklärte das Opfer und gibt an, eingeschüchtert gewesen zu sein: „Er stellt sich so dar, als ob die Stadt sein Ghetto wäre.“ Er traf sich mit dem Angeklagten, handelte ein Schmerzensgeld von 3000 Euro mit ihm aus, sollte dafür bei der Polizei keine Angaben zum Täter machen. Der Nachrichtenverlauf, den die Ermittler auf dem Handy des Opfers sicherstellten, belegt die Abmachung. Da der 29-Jährige jedoch wochenlang auf das Geld wartete, dabei immer wieder vertröstet wurde, ging er letztlich doch noch einmal zur Polizei und korrigierte seine Aussage.

    Dass die Gruppe um den Angeklagten in brutalster Weise auf das Opfer losgegangen ist, bestätigt eine Zeugin, deren Rolle jedoch ebenfalls Fragen aufwarf. Sie holte Hilfe für das Opfer, ging aber anschließend mit einigen der Angreifer noch etwas essen. Zudem behauptet der Angeklagte, vor einiger Zeit mit ihr Sex gehabt und sie dann gekränkt zu haben, was sie zu der belastenden Aussage gebracht haben soll. Diesen Vorwurf bestritt die Zeugin vehement. Der Prozess wird am Montag, 29. Mai, fortgesetzt. Désirée Thorn

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