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    Nachlese: Von Gedenksteinen und ministerialen Schreibfehlern

    Treibt der Wahlkampf um das Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Kirchen schon wilde Blüten? Haben Minister Rechtschreibeprobleme? Diese existenziellen Fragen sollen hier ein für alle Mal geklärt werden.

    Tolle Sache: Mudersbacher Politiker gestalteten ehrenamtlich den HTS-Kreisel um. Der Basaltbrocken in der Mitte indes mutet angesichts der Vorgeschichte um den Kreisel wie ein Gedenkstein an. Foto: Ortsgemeinde Mudersbach
    Tolle Sache: Mudersbacher Politiker gestalteten ehrenamtlich den HTS-Kreisel um. Der Basaltbrocken in der Mitte indes mutet angesichts der Vorgeschichte um den Kreisel wie ein Gedenkstein an.
    Foto: Ortsgemeinde Mudersbach

    Ist das ein Jens-Stötzel- Gedenkstein an der HTS?: Fast könnte man meinen, dass dem Bürgermeister der VG Kirchen, Jens Stötzel, schon heute ein Gedenkstein errichtet wurde – dabei ist Stötzel nicht mal acht Jahre im Amt und, sagen wir, nicht gerade unumstritten. Es geht um den Verkehrskreisel im Mudersbacher Ortsteil Niederschelderhütte, bis wohin bekanntlich seit einigen Wochen die HTS aus Siegen reicht. Der Kreisel steht sozusagen an der Tür zum Kreis und zur VG Kirchen, ja: er ist das Eingangstor nach Rheinland-Pfalz. Daher dachten sich die Politiker in Niederschelderhütte: Ganz egal, wie mies es um die Mudersbacher Finanzen bestellt ist – wir bauen jetzt mitten auf den Kreisel ein Kunstwerk für 100.000 Mäuse. Es wäre nämlich soooo schön, wenn jeder, der hier durchkommt, von einer Statue begrüßt würde, die aus zwei Menschen besteht, die sich die Hand reichen. Ein prima Gedanke, klar, zumal das Ganze aus Cortenstahl gefertigt werden soll und somit an die ruhmreiche Hüttenvergangenheit der Region erinnert. „Spielverderber“ hier war VG-Chef Stötzel, der sich gegen die ganze Idee aussprach, weil Mudersbach zu hoch verschuldet sei. Das war dem Gremium um Ortsbürgermeister Maik Köhler aber egal. Fraktionen übergreifend bestand man auf das Kunstwerk.

    Spitzen und Notizen aus dem Kreis Altenkirchen, gesammelt von Peter Seel.
    Spitzen und Notizen aus dem Kreis Altenkirchen, gesammelt von Peter Seel.

    Dann aber begann der Wahlkampf: Köhler will im September auf Stötzels Sessel. Und plötzlich hieß es: Nee, war alles nur Quatsch, wir geben für so ein Kunstwerk doch keine 100.000 Euro aus! Mag sein, dass der Rat auch von so einigen Bürgern „Feuer“ bekommen hatte. Damit aber der Kreisel trotzdem am vergangenen Donnerstag, als die HTS-Freigabe offiziell mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gefeiert wurde, manierlich aussah, machten sich die Politiker mit eigenen Händen an die Arbeit und gestalteten das Rund neu. Eine tolle parteiübergreifende Sache der Damen und Herren Ratsmitglieder Britta Becher, Ulrich Merzhäuser, Renate Otto, Karl-Heinz Haepp und Karl-Heinz Frettlöh, wirklich! In der Kreiselmitte steht seitdem anstelle der Stahlkunst ein stattlicher Basaltbrocken. Kennt man die Vorgeschichte, kommt einem der Stein ein bisschen kläglich vor – so, als jammere er stellvertretend für die Mudersbacher Kreiselkunst-Freunde: „Hier sollte ein sooooo schönes Kunstwerk stehen, aber Jens Stötzel hat uns das vermasselt!“ Kein Wunder, dass es bereits Leute gibt, die den Brocken nun „Jens-Stötzel-Gedenkstein“ nennen. Man darf übrigens gespannt sein, ob das Kunstwerk nach der Wahl im September wieder aufs Tablett kommt...

    Politiker, die ihr eigenes Land nicht kennen: Ja, „fahl“ kann so mancher Morgen im Siegerland sein. Deswegen aber gleich das ganze Bundesland unter den Generalverdacht zu stellen, duster, trübe und eben „fahl“ zu sein – das geht zu weit. Genau das muss man aber denken, wenn man die Einladung der nordrhein-westfälischen Behörden zur Freigabe der HTS mit dem Bundesminister liest. In dem Schreiben ist doch tatsächlich von „Nordrhein-Westfahlen“ die Rede – richtig gelesen: Mit „h“. Und die Schreibweise wird keinem Geringeren als dem Bundesverkehrsminister persönlich in den Mund gelegt. Demnach kennen also die Herren in Berlin offenbar nicht mal die richtige Schreibweise unserer Bundesländer. NRW ist doch gar nicht so finster, liebe Leute, auch nicht „fahl“ und trübe! Wohl aber scheint in manch einem Amt manch trübe Tasse zu sitzen.

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