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Herkersdorf

Mainz will Minischule Herkersdorf dicht machen: Elternkreis will sich gegen Schließung wehren

„Gekämpft, gehofft – und tief enttäuscht!“ So kommentiert die SPD-Fraktionsvorsitzende im Verbandsgemeinderat Kirchen, Angelika Buske, die Entscheidung des Mainzer Bildungsministeriums, wonach die Außenstelle der Kirchener Michael-Grundschule in Herkersdorf-Offhausen zu den Minischulen gehört, die das Land dicht machen will. Mit ihrer Einschätzung dürfte Buske vielen in Kirchen aus dem Herzen sprechen.

Die Grundschule Herkersdorf-Offhausen. Foto: Archiv Markus Döring
Die Grundschule Herkersdorf-Offhausen.
Foto: Archiv Markus Döring

Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig und der Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Thomas Linnertz, informierten am Donnerstag die VG Kirchen als Schulträger über die Pläne, was VG-Chef Jens Stötzel auf RZ-Anfrage bestätigte. Laut ADD hat die Überprüfung des Konzepts zur Erhaltung des Schulstandorts – das Eltern und Lehrer erstellt und das die VG nach Mainz geschickt hatte – gemäß den Leitlinien für ein wohnortnahes Grundschulangebot keine besonderen Gründe ergeben, die eine Ausnahme für die Zwergschule ermöglicht hätte. Stötzel dazu: „Die Sprecher aller VG-Ratsfraktionen sowie mein Amtsnachfolger Maik Köhler wurden umgehend von mir informiert. Ferner möchte ich das Thema gerne noch auf die Tagesordnung der VG-Ratssitzung am 4. Dezember setzen.“

So, wie es momentan aussieht, dürften Fotos wie dieses schon sehr bald der Vergangenheit angelhören. Foto: Archiv Markus Döring
So, wie es momentan aussieht, dürften Fotos wie dieses schon sehr bald der Vergangenheit angelhören.
Foto: Archiv Markus Döring

Auch Lars Lamowski, der Leiter der Michael-Grundschule, die ihren Hauptsitz am Molzberg hat, bestätigt: „Das Verfahren zur Schließung der Außenstelle Herkersdorf ist eröffnet worden. Jetzt wird der Schulträger, also die VG Kirchen, ein Gespräch mit der ADD führen, und wenn das keinen weiteren Anlass dafür gibt, hier etwas zu ändern, muss das Benehmen mit dem Schulausschuss aus Eltern und Lehrern und dem Schulelternbeirat hergestellt werden. Da müssen wir abwarten, was dabei herauskommt.“ Und Lamowski fügt hinzu: „Ehrlich gesagt wüsste ich aber keine Argumente mehr, die wir über die in unserem Konzept genannten hinaus noch nennen könnten.“ Vorwürfe macht der Rektor den Behörden indes nicht: „Man muss sagen, dass die ADD den Fall sehr genau und durchaus positiv geprüft hat. Die haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Es wurde bei uns immer wieder angerufen und wegen Schülerzahlen und -strömen, Erreichbarkeit, Akzeptanz und vor allem der Raumsituation in Kirchen und Herkersdorf nachgefragt. “ Auch Peter Siara, einer der Sprecher der Elterninitiative, gibt sich wenig empört: „Ich verstehe die ganze Aufregung nicht, denn Herkersdorf ist ja immerhin keine eigenständige Grundschule, die zugemacht wird. Ich möchte allerdings schon, dass unsere Kinder die Grundschule in Herkersdorf beenden können.“

Dr. Josef Rosenbauer als Kopf der Gegner einer Schließung des Schulstandorts, sieht das weniger gelassen: „Die Eltern sind entsetzt über die Nachricht, aber auch über die Art und Weise, dass man so etwas aus dem Radio erfahren muss. Das Ministerium hatte doch angekündigt, mit dem Träger zu reden, bevor eine Entscheidung getroffen wird – und dies auch noch öffentlich.“ Rosenbauer kündigte ein Treffen der Elterninitiative noch für gestern Abend an, der eine größere Stellungnahme als Reaktion auf die Entscheidung des Bildungsministeriums folgen soll. „Wir werden jetzt alles daran setzen, diese Entscheidung wieder zu Fall zu bringen. Das wird relativ schwierig, aber wir hoffen auch auf die beiden Landtagsabgeordneten Michael Wäschenbach und Sabine Bätzing-Lichtenthäler, die ja beide immer angekündigt hatten, sich für Schulstandort einsetzen zu wollen – auch vor dem Hintergrund, dass es hierfür einen einstimmigen Beschluss zur Erhaltung der Schule im VG-Rat Kirchen gibt.“

Fakt ist indes: Wenn am Ende des nun beginnenden Beteiligungsverfahrens die Aufhebung der Schule steht, wäre hier zum Schuljahr 2018/19 Schulschluss für immer.

Von unserem Mitarbeiter Peter Seel

Altenkirchen Betzdorf
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