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    Kommentar: Die Buga 2031 ist fürs Welterbe die Chance zum Überleben

    Mit der Aussicht auf die Buga 2031 hat das Welterbe Oberes Mittelrheintal eine einmalige Chance erhalten: die Chance zum Überleben!

    Andreas Jöckel
    Andreas Jöckel

    Andreas 
Jöckel
 zur Planung der Buga 2031

    Im Kern geht es bei der Entwicklung in den kommenden 15 Jahren darum, für Besucher eine erlebnisreiche ländliche Region zu schaffen, die den Alltag für die Einheimischen lebenswerter macht. Dazu gehört in erster Linie eine Infrastruktur, die jungen Menschen oder Familien ermöglicht, in einer einmalig schönen Kulturlandschaft zu leben, aber von dort aus schnell und möglichst umweltfreundlich zu Arbeits- oder Studienplätzen in den Zentren Rhein-Main oder Koblenz zu kommen. Schnelles Internet ist nötig für Freiberufler, Büros oder zur Heimarbeit. Andernfalls stirbt das Tal aufgrund der demografischen Entwicklung in wenigen Jahrzehnten aus.

    Bei der Entwicklung von Einnahmequellen können die Kommunen in dem streng geschützten Bereich nur auf den sanften Tourismus mit welterbeverträglichen Attraktionen setzen. Für die Ausweisung größerer Industrie- oder Gewerbegebiete gäbe es in vielen engen Talgemeinden ohnehin keine ausreichenden Flächen. Pachteinahmen durch Windkraftanlagen gibt es ebenfalls nicht: Die Unesco hatte aus ihrer Sicht völlig zurecht mit der Aberkennung des Welterbestatus gedroht, sollten im Rahmenbereich oder gar darüber hinaus bis zu 200 Meter hohe Windräder die großartige Kulturlandschaft entlang des Mittelrheintals verschandeln.

    Gute Vorarbeit geleistet 

    Innenminister Roger Lewentz, die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz und der Welterbe-Zweckverband haben bereits gute Vorarbeit für die strukturschwache Region von Rüdesheim bis Koblenz geleistet. Dass sich das über weite Strecken wirtschaftlich stärkere Untere Mittelrheintal bis Remagen an die Idee dranhängen möchte, ist auf den ersten Blick verständlich. Wer aber den Werdegang im Welterbe kennt, neigt zu einem Lächeln. Denn die Entwicklung der vertrauensvollen Zusammenarbeit im 2005 gegründeten Zweckverband mit 59 Mitgliedern hat tatsächlich bis heute gut zehn Jahre gedauert. Eine Region hinzuzuziehen und alle unter einen Hut zu bringen, wäre eine Mammutaufgabe, die für sich allein genommen schon fast bis 2031 dauern könnte.

    Buga mit weiter Ausstrahlung

    Sollte die Buga 2031 an die Erfolge von 2011 in Koblenz anknüpfen, wird sie ohnehin weit über das Welterbe hinaus ausstrahlen und somit auch die Region nördlich von Koblenz davon profitieren. Aber eine Buga auf einer Länge von mehr als 100 Kilometern wäre für Tagesbesucher nicht erlebbar und damit bei der Vermarktung zum Scheitern verurteilt. Ein Scheitern, das sich das Obere Mittelrheintal nicht leisten kann, wenn es überleben will.

    Denn eines steht fest: Ein Unesco-Welterbe am Mittelrhein ohne lebendige Wohnorte an beiden Ufern und auf den Anhöhen wäre eines, das keiner mehr erben möchte.

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