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    Weeze

    Konzentration: Geschäft hängt am Tropf von Ryanair

    Der Airport Weeze, 80 Kilometer von Düsseldorf entfernt, ist der zivile Nachfolger des 1999 von den Briten aufgegebenen Royal-Air-Force-Flughafens Weeze-Laarbruch. Weil damals Tausende britische Bürger den Ort verließen, hatte die Gemeinde Weeze ein besonderes Interesse daran, durch die Ansiedlung eines neuen Airports Menschen und Arbeitsplätze anzusiedeln.

    Die 11 000-Einwohner- Gemeinde ist deshalb einer der Kreditgeber und Mitglied der Betreibergesellschaft Flughafen Niederrhein GmbH (FN). Der Airport entstand durch das privatwirtschaftliche Engagement eines Niederländers, der 60 Millionen Euro investierte, eine öffentlichen Anschubfinanzierung (3,5 Millionen Euro) und durch Kredite – vorwiegend des Kreises Kleve – in Höhe von 26,5 Millionen Euro, die inzwischen auf rund 34 Millionen angewachsen sind.

    Letztere sind für Flughafengegner und manche Bürger ein Ärgernis, denn der Flughafen konnte in den vergangenen Jahren die Zinszahlung nicht erbringen. Neben den Grünen hat der Flughafen den Verein „Stopp Laarbruch“ zum Gegner. Seine Klage gegen die Betriebsgenehmigung hat er jedoch zurückgezogen.

    Einige Mitglieder haben sich entschädigen lassen, geplagte Anwohner bekamen Geld für Lärmschutzmaßnahmen. Auch die niederländische Gemeinde Bergen gab ihren Widerstand auf, nachdem die nächtlichen Ruhezeiten auf 22 bis 6 Uhr festgelegt wurden. Nur in Weeze stationierte Maschinen dürfen bis 23 Uhr landen.

    Das ist im wesentlichen Ryanair; die Iren bieten ab Niederrhein rund 50 Ziele an. Diese starke Konzentration auf eine Airline ist vielen Kritikern ein Dorn im Auge – würde Ryanair Weeze verlassen, wäre der Flughafen kaum mehr überlebensfähig. Inzwischen gibt es zwar einige weitere Fluglinien, die den Niederrhein anfliegen, aber die Ausweitung des touristischen Bereichs ist schwierig. Nur wenige Veranstalter bieten Ferienziele ab Weeze an.

    Unter ihnen ist Alltours, die dafür Air- Berlin-Maschinen chartern. Von Beginn an kam die Hälfte der Passagiere aus den nahen Niederlanden. Der Anteil ist etwas geringer geworden, weil die deutsche Luftverkehrsabgabe Flüge ab Holland im Vergleich günstiger macht. Eindhoven oder Maastricht sind auch für deutsche Flugreisende erreichbar. Die Wirtschaft in der Region und die Mehrheit der Politik stehen trotz der Probleme hinter dem Airport.

    Immerhin sind rund 1200 Arbeitsplätze am und um den Flughafen herum entstanden. Ein „euregionales Logistikzentrum“ auf dem riesigen Flughafenareal (über 600 Hektar) hat noch viel Platz für ansiedlungsbereite Firmen. Auch der Tourismus der Region setzt auf Weeze: In der Umgebung entstanden Hotels, die von den internationalen Gästen gut gebucht werden, und immer mehr Menschen bleiben länger als nur ein, zwei Nächte.

    Von Anja Settnik

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