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Koblenz

Umfrage zwischen Glühweinbuden: Singen Sie eigentlich an Weihnachten? (Audioslideshow)

Nicht nur der Geruch nach gebrannten Mandeln, der sich derzeit in den Straßen der Koblenzer Altstadt verbreitet, ist einmalig. Auch die Klangkulisse, die sich in diesen Tagen rund um den Weihnachtsmarkt aufbaut, bleibt im Ohr. Unter angeregte Gesprächsfetzen und Lachen mischen sich Alphornklänge eines einsamen Straßenmusikers, das Klirren von Glühweintassen und poppige Weihnachtslieder aus der Dose. Das ist die eine Seite des klingenden, vorweihnachtlichen Koblenz. Doch welche Melodie mag die Stadt am Heiligabend selbst spielen? Eine Straßenumfrage stellt Weihnachtsmarktgängern die entscheidende Frage: Singen Sie eigentlich an Weihnachten?

Von unserer Reporterin Melanie Schröder

Peter Oster verneint diese Frage mit einem freundlichen Kopfschütteln. Er arbeitet auf dem Weihnachtsmarkt und ist ganztägig von Hits wie "Jingle Bells" oder "Rudolph the Red Nosed Reindeer" umgeben. "Das brauch ich ehrlich gesagt nicht auch noch zu Hause", sagt er. Als er ein Kind war, hätte es kein Weihnachten gegeben, an dem nicht auch gesungen wurde, erinnert er sich. Doch diese Tradition sei dann mit den Jahren schleichend eingeschlafen.

Vor allem wegen der Kinder singt auch heute noch Johannes Selesner. Schnellen Schrittes auf dem Weg zum Bus nimmt er sich doch noch eine Minute Zeit und erklärt: "Wenn die Kinder und Enkelkinder da sind, dann singen wir natürlich die klassischen Weihnachtslieder", und vermutet: "Wären die Kinder nicht da, würde es wahrscheinlich stiller unter dem Weihnachtsbaum werden."

Ganz und gar nicht vorstellen kann sich das eine Touristin aus Bayern, die ihren Glühwein auf dem Jesuitenplatz genießt. Regine Budiner kommt aus einem sehr musikalischen Elternhaus. "In unserer Familie hat die Hausmusik eine lange Tradition", sagt sie. "Bei uns spielt sogar ein fünfköpfiges Ensemble auf", erklärt sie stolz. Sie selbst spielt leidenschaftlich gern Klavier, doch wenn es um das Singen geht, gibt sie zu: "Dann bin ich ein Lippenbeweger. Das Singen ist nicht so meine Sache."

Auch in einer illustren Frauenrunde stößt diese Einstellung auf Anklang. Eine Dame, die ihren Namen nicht verraten möchte, denkt mit durchaus gemischten Gefühlen an das weihnachtliche Singen zurück: "Ich war die Kleinste und wurde beim Singen von meinen Geschwistern, die hinter mir standen, immer gepikst. Das fand ich ganz schrecklich, und deswegen singen wir nicht mehr." Doch darüber lachen kann die Koblenzerin heute trotzdem aus vollem Herzen.

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