Archivierter Artikel vom 05.10.2011, 06:40 Uhr

Vom Film bis zur Warnweste

Andernach. Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz in Andernach erfüllt vielfältige Aufgaben. Im vergangenen Jahr wurden ihr dabei 76 000 Fälle innerhalb der Schüler-Unfallversicherung gemeldet.

Andernach – Mo ist kein schlechter Schüler, aber er hat Probleme in der Schule: Er wird gemobbt. Seine Eltern sind mit der Situation überfordert, die Lehrer überlastet, und so gerät der Junge immer weiter ins Abseits. Schließlich sieht er nur noch einen Ausweg: Er haut von Zuhause ab.

Mo ist Hauptfigur in dem Präventionsfilm „Alle Tage wieder“, den die Unfallkasse Rheinland-Pfalz und das Bildungsministerium gemeinsam auf den Weg gebracht haben. Der Film soll vom Schuljahr 2011/12 an in den 8. bis 12. Klassen als Unterrichtsgrundlage eingesetzt werden und auf die Gefahren des Mobbing aufmerksam machen. Frei nach dem Motto „Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!“ dient das Projekt dazu, die Gesundheit von Schülern, die in der Unfallkasse versichert sind, zu schützen. Damit ist der Film eine Facette der vielseitigen Präventionsarbeit der Unfallkasse.

Andere Projekte befassen sich zum Beispiel mit der Prävention von Wegeunfällen. Entsprechende Projekte der Unfallkasse sind beispielsweise die Busschule, in der Schüler das richtige Verhalten im und am Schulbus lernen, und das Projekt „Kinderwarnwesten in Kitas“, bei dem die Unfallkasse zusammen mit ihren Partnern landesweit fast 14 000 gelbe Warnwesten verteilt hat.

Die Jungen und Mädchen in den Kindertageseinrichtungen sowie Schüler und Studierende bilden mit rund 850 000 Versicherten die größte Gruppe in der Unfallkasse. Sie alle werden in der Schüler-Unfallversicherung erfasst. Diese Einrichtung der Unfallkasse feiert in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag.

Die Schüler-Unfallversicherung wurde zum 1. April 1971 per Gesetz eingerichtet. Vorher waren die Krankenkassen bei Unfällen von Schülern und Studenten sowie in Kindergärten zuständig. Allerdings übernahmen die Kassen in der Regel nur die Behandlungskosten. Die Kosten für weitere Therapien mussten die Eltern aufbringen – was manche Familien in finanzielle Not brachte. Das sollte sich durch die gesetzliche Schüler-Unfallversicherung ändern.

Welchen Stellenwert die Einrichtung hat, lässt sich an den Fallzahlen ablesen. So wurden der Unfallkasse Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr mehr als 76 000 Fälle innerhalb der Schüler-Unfallversicherung gemeldet, darunter gut 6000 sogenannte Wegeunfälle. Für ambulante Behandlungen der Versicherten flossen knapp 8,1 Millionen Euro, für stationäre Behandlungen waren es fast 5 Millionen Euro. Insgesamt zahlte die Unfallkasse knapp 21 Millionen Euro für Rehabilitation und Entschädigung innerhalb der Schüler-Unfallversicherung. hrö