RZ-KOMMENTAR: Scholz entwickelt sich zu Gabriels Konkurrenten

Christian Kunst zur Bürgerschaftswahl in Hamburg

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Die Wahl in Hamburg gilt im Superwahljahr 2011 als unwichtig. Zu deutlich ist der Vorsprung der SPD und ihres Spitzenmanns Olaf Scholz. Deutschland schielt schon auf den 27. März, wenn in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg vermeintlich entscheidendere Wahlen anstehen.

Doch man sollte die Hamburg-Wahl nicht unterschätzen: Erstens dürften ein Erdrutschsieg der Genossen und die erwartete katastrophale Niederlage der CDU das bundespolitische Koordinatensystem verändern. Eine schwarz-gelbe Bundesratsmehrheit wäre danach weiter entfernt denn je – für die Hartz-IV-Verhandlungen ein entscheidender Faktor.

Und auch wenn die SPD nur deshalb so stark auftrumpft, weil der politische Gegner es zulässt, würde die Sozialdemokratie gestärkt in die kommenden Urnengänge gehen. Zweitens hätte ein roter Sieg an der Alster enorme Folgen für das Personalgefüge der SPD. Zwar mag sich Olaf Scholz noch um die Frage winden, ob er nicht auch geborener Kanzlerkandidat sein könnte. Doch bei einem Wahlsieg dürfte er zumindest zu einem sehr ernsten Konkurrenten für Parteichef Sigmar Gabriel werden.

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