Archivierter Artikel vom 02.06.2015, 06:15 Uhr
Mendig

Rockfans pilgern erstmals nach Mendig

In drei Tagen fällt der Startschuss zu einer der größten Rockpartys in Deutschland in der Eifel. Mehr als 80.000 Fans fiebern dem Festival Rock am Ring entgegen, das zu seinem 30-jährigen Bestehen erstmals auf dem Flugplatz in Mendig über die Bühne geht.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

Andreas Jöckel

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Wenn ab Mittwoch nach und nach Menschenmassen die umliegenden Campingplätze beziehen, wird auf den vier Bühnen noch an der Sound- und Lichttechnik gefeilt, bis ab Freitagnachmittag Zehntausende Fans im Rhythmus der Weltstars verschiedener Musikrichtungen klatschen.

Monatelang ist das Festival am neuen Standort geplant worden, seit mehr als einer Woche wird die Infrastruktur rund um Mendig aufgebaut. Seit vergangenem Samstag wird nun am Kern des Geschehens gearbeitet. Das Produktionsteam der Marek Lieberberg Konzertagentur baut Bühnen und Technik auf. Auf zwei nahezu gleich großen Hauptbühnen (Volcanostage und Craterstage) werden Topacts wie Foo Fighters, Beatsteaks, Slipknot oder The Prodigy erwartet. Headliner des ersten Abends sind die Toten Hosen. Die Punkrocker aus Düsseldorf sind Rock am Ring schon seit Jahrzehnten eng verbunden. Inklusive der beiden weiteren Bühnen in Zelten (Alternatent mit zwölf Masten und Clubtent mit vier Masten) treten an drei Tagen mehr als 80 Bands und Solokünstler auf.

Hauptbühnen sind gewachsen

Dass die gesamte Megaparty reibungslos über die Bühne geht, dafür ist Klaus Kunzendorf verantwortlich. Der Produktionsleiter betreut das Festival mit einigen Jahren Unterbrechung seit seiner Premiere 1985. Während der Standortdiskussionen im vergangenen Jahr sagte Kunzendorf im Gespräch mit unserer Zeitung am Nürburgring gelassen: „Wenn Marek Lieberberg mich beauftragt, baue ich Rock am Ring eben woanders auf – egal, wo.“ Jetzt steckt er genau mittendrin in diesem Auftrag und sieht am neuen Standort in Mendig keine Probleme für ein gelungenes Festivalwochenende.

Aufbau Rock am Ring 2015

Andreas Jöckel

Aufbau Rock am Ring 2015

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Aufbau Rock am Ring 2015: Alternatent

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Aufbau Rock am Ring 2015

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Aufbau Rock am Ring 2015: Volcano Stage

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Aufbau Rock am Ring 2015: Crater Stage

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Aufbau Rock am Ring 2015: Crater Stage

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Aufbau Rock am Ring 2015: Volcano Stage

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Aufbau Rock am Ring 2015

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Aufbau Rock am Ring 2015: Crater Stage

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Aufbau Rock am Ring 2015: Volcano Stage mit Alternatent im Hintergrund

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Aufbau Rock am Ring 2015: Volcano Stage

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Aufbau Rock am Ring 2015

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Aufbau Rock am Ring 2015

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Aufbau Rock am Ring 2015: Volcano Stage

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Die Hauptbühnen Craterstage (Kraterbühne, oben im Vordergrund) und Volcanostage (Vulkanbühne, oben im Hintergrund) werden auf dem Flugplatz in Mendig aufgebaut.

Andreas Jöckel

Aufbau Rock am Ring 2015: Volcano Stage

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Aufbau Rock am Ring 2015: Crater Stage

Andreas Jöckel

Aufbau Rock am Ring 2015: Volcano Stage

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„Hier auf unserem neuen Gelände war der Aufwand natürlich größer, weil hier keine entsprechende Infrastruktur ist“, erklärt der Produktionschef. Aber für die Fans biete die Fläche auch Vorteile, unter anderem viel kürzere Wege zwischen den Campingbereichen und dem Festivalgelände. „Die beiden Hauptbühnen sind sogar noch etwas größer als bisher“, sagt Kunzendorf. Auf der Volcanostage stehen den Künstlern 24 mal 16 Meter für ihren Auftritt zur Verfügung, auf der Cratorstage sind es 21 mal 14 Meter. Insgesamt sind die Bauwerke inklusive Videowänden rund 80 Meter breit und fast 50 Meter tief.

Volcanostage und Craterstage sind leicht versetzt parallel auf dem Flugplatzgelände platziert. Dazwischen liegt ein Abstand von rund 300 Metern. Vor jeder Bühne können sich rund 75 000 Fans versammeln. Der erste Wellenbrecherbereich bietet jeweils etwa 10 000 Besuchern Platz, der zweite bis zu 15.000. Wenn die vorderen Bereiche gefüllt sind, werden aus Sicherheitsgründen keine weiteren Fans hineingelassen. Lediglich maximal 1000 Teilnehmern der „Rock am Ring Experience“ ist der Zugang zu einem der beiden Wellenbrecherbereiche garantiert.

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Die Klänge von beiden Bühnen werden sich laut Kunzendorf aber kaum stören: „Wir haben einen Sound-Ingenieur, der Anordnung und Technik vorab für uns entwickelt hat.“ Dass mal das ein oder andere an Schall hinüberschwappt, sei aber bei Open-Air-Festivals nie ganz zu vermeiden. Im Laufe des Mittwochvormittags soll der Bühnenaufbau mit mehreren Hundert Tonnen Material abgeschlossen sein. Dann folgen Licht, Ton sowie Videoaufbau und Fernsehtechnik, die bis zum Start noch ausgiebig getestet werden. Denn selbstverständlich muss auch moderne Technik das Konzertvergnügen unterstützen: Die Materialschlacht am Ring ist unter anderem notwendig, damit die Menschenmassen mithilfe moderner Ton- und Lichttechnik die Auftritte der Künstler bis in die hinteren Reihen miterleben können.

Wenn die Menge vor den Hauptbühnen auf mehrere Zehntausend Köpfe anwächst, wird der Abstand zum Geschehen auf der Bühne recht groß. Deshalb werden hintereinandergeschaltete Boxen-Reihen, sogenannte Delaylines, aufgebaut. Die sorgen dafür, dass der rund 500.000 Watt starke Sound gleichmäßig verteilt wird. Auch vier Videowände übertragen die Auftritte für die hinteren Reihen.

Die Bands selbst rücken über das Wochenende mit ganz unterschiedlich großem „Gepäck“ an. So sind die Foo Fighters derzeit mit einer Ausrüstung unterwegs, die elf Sattelschlepper füllt. Die Toten Hosen füllen immerhin fünf Trucks, und The Prodigy kommen sogar mit zwei bis drei aus. „Manche nutzen für ihre Show eben einen zusätzlichen Catwalk oder eine B-Stage“, erklärt Klaus Kunzendorf, „aber ausschlaggebend ist doch immer noch die Musik, denke ich.“

Sonnenbad auf der Wiese

Eine neue Erfahrung für die Fans von Rock am Ring wird im Gegensatz zum Nürburgring das große Angebot an Rasenflächen sein. Lediglich vor der Volcano- stage befindet sich die asphaltierte Startbahn. Vor der Craterstage gibt es nur Wiese. Eine Schlammschlacht wie beim oftmals verregneten Festival in Wacken müssen die Fans aber nicht befürchten. Laut Prognose des eigens engagierten Meteorologen vor Ort ist trockenes Wetter mit bis zu 30 Grad zu erwarten. Also gilt es, beim Sonnenbad auf der Wiese genug zu trinken.

Auf dem Flugplatz Mendig hat der Aufbau für das Festival Rock am Ring begonnen.

Andreas Walz

Auf dem Flugplatz Mendig hat der Aufbau für das Festival Rock am Ring begonnen.

Andreas Walz

Auf dem Flugplatz Mendig hat der Aufbau für das Festival Rock am Ring begonnen.

Andreas Walz

Auf dem Flugplatz Mendig hat der Aufbau für das Festival Rock am Ring begonnen.

Andreas Walz

Auf dem Flugplatz Mendig hat der Aufbau für das Festival Rock am Ring begonnen.

Andreas Walz

Auf dem Flugplatz Mendig hat der Aufbau für das Festival Rock am Ring begonnen.

Andreas Walz

Auf dem Flugplatz Mendig hat der Aufbau für das Festival Rock am Ring begonnen.

Andreas Walz

Auf dem Flugplatz Mendig hat der Aufbau für das Festival Rock am Ring begonnen.

Andreas Walz

Auf dem Flugplatz Mendig hat der Aufbau für das Festival Rock am Ring begonnen.

Andreas Walz

Auf dem Flugplatz Mendig hat der Aufbau für das Festival Rock am Ring begonnen.

Andreas Walz

Zwei Wochen dauert der Aufbau, für den Rückbau ab Montagmorgen sind vier Tage geplant. Auch dann gibt es viel zu tun: Immerhin wurden allein rund 40 Kilometer Zaun aufgestellt.