Archivierter Artikel vom 15.09.2011, 07:00 Uhr

Nahles sieht ihre Partei gerüstet

Berlin. Während FDP-Parteichef Philipp Rösler laut über eine mögliche Staatspleite Griechenlands nachdenkt, wittert die SPD auch auf Bundesebene Morgenluft. „Wie Philipp Rösler jetzt die Euro-Zone beschädigt, indem er über eine Staatspleite Griechenlands faselt, ist schon unverantwortlich und sehr gefährlich“, sagte die Generalsekretärin der Sozialdemokraten, Andrea Nahles, unserer Zeitung.

Berlin – Während FDP-Parteichef Philipp Rösler laut über eine mögliche Staatspleite Griechenlands nachdenkt, wittert die SPD auch auf Bundesebene Morgenluft. „Wie Philipp Rösler jetzt die Euro-Zone beschädigt, indem er über eine Staatspleite Griechenlands faselt, ist schon unverantwortlich und sehr gefährlich“, sagte die Generalsekretärin der Sozialdemokraten, Andrea Nahles, unserer Zeitung.

Und fügte vielsagend hinzu: „Wir werden sehen, was aus dieser völlig handlungsunfähigen Koalition wird. Die SPD jedenfalls ist gut aufgestellt und wäre auch regierungsfähig.“

Im politischen Berlin wird über einen Bruch der schwarz-gelben Koalition spekuliert. Die steigenden Umfragewerte für ihre Partei führt Nahles auch auf die Haltung der Sozialdemokraten zur Euro-Rettung zurück. „Die Menschen suchen Verlässlichkeit. Die finden sie bei der Merkel-Regierung nicht. Dort wird gezaudert und gezögert“, wettert die Generalsekretärin. Und: „Die Menschen merken, dass vieles, was wir in der Euro-Krise schon lange angemahnt haben, erst jetzt endlich von der Bundesregierung umgesetzt wird.“

Die SPD hatte in Umfragen lange nicht von den schwarz-gelben Zerwürfnissen der Vergangenheit profitieren können. Nahles sieht den neuen Aufwind auch durch das Wiedererstarken in den Ländern begründet. „Wir haben uns, von unten aufbauend, über die Länder wieder gestärkt.“ Dieser Prozess sei noch nicht abgeschlossen. „Aber das alles verbindet sich jetzt: Wir zeigen große Geschlossenheit, während die Bundesregierung völlig chaotisch ist.“

Bislang konnte auch die Frage nach dem Kanzlerkandidaten die Partei nicht erneut zerrütten. Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück präsentierten sich unlängst einmütig als Trio. Ob Nahles daran glaubt, dass die drei dauerhaft an einem Strang ziehen? Die Generalsekretärin gibt sich immerhin zuversichtlich: „Wir haben in den vergangenen Jahren eine gute Teamleistung hingelegt. Daran wird keiner rütteln.“

Von unserer Berliner Korrespondentin Rena Lehmann