Archivierter Artikel vom 18.01.2011, 08:29 Uhr

Mainzer Professor glaubt nicht an baldigen Vulkanausbruch

Kurz nach seinem Referat wirkt er dann doch ein wenig unzufrieden. Der Beamer hat nicht das dargestellt, was er zeigen sollte, und jetzt ist er sich gar nicht mehr so sicher, ob auch alles so rübergekommen ist, was er sagen wollte. „Ich hoffe, es ist trotzdem klar geworden“, sagt Dieter F. Mertz.

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Mainzer Professor glaubt nicht an baldigen Vulkanausbruch
Uneitler Fachmann: Dieter F. Mertz.

Kurz nach seinem Referat wirkt er dann doch ein wenig unzufrieden. Der Beamer hat nicht das dargestellt, was er zeigen sollte, und jetzt ist er sich gar nicht mehr so sicher, ob auch alles so rübergekommen ist, was er sagen wollte. „Ich hoffe, es ist trotzdem klar geworden“, sagt Dieter F. Mertz.

Der Mainzer Professor gehört zu den weniger bekannten Experten beim Symposium der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft in Mendig. Forscher wie Hans-Ulrich Schmincke, Ulrich Schreiber und Joachim Ritter sind durch Bücher und Stellungnahmen längst auch außerhalb der Universitäten bekannt. Mertz' Name taucht selten in der Öffentlichkeit auf. Vielleicht weil er nicht gefragt wurde, wahrscheinlich auch, weil er etwas uneitler ist als andere Wissenschaftler. Der 53 Jahre alte gebürtige Ludwigshafener bezeichnet sich selbst als Allrounder, der Geologie und Geochemie zusammenführen will. Er ist ein penibler Arbeiter, er nimmt die Proben stets selbst, auch weil er die Spannung zwischen körperlicher Arbeit und konzentrierter Analyse im Labor braucht.

Früh haben ihn die magmatischen Prozesse gefangen: „Es sind diese Kräfte, dieses Gefühl, den Naturmächten hilflos gegenüberzustehen.“ Heute kann er einiges dazu beitragen, dass die Forschung diese Kräfte zumindest ansatzweise im Vorfeld wahrnehmen kann. In seinen Untersuchungen hat er Temperaturdynamiken festgestellt, er spricht von brütenden, sich entwickelnden Plumen. Als Plume wird der Aufstrom von heißem Gesteinsmaterial bezeichnet. „Ich bin deshalb überzeugt, dass der Eifelvulkanismus nicht erloschen ist“, sagt er. Allerdings unterscheidet auch er, ganz im Einklang mit seinen Kollegen, zwischen einer geologischen und einer menschheitsgeschichtlich relevanten Zeitschiene. Die Menschen in der Eifel müssten sich demnach keine Sorgen machen. dit