Archivierter Artikel vom 05.04.2012, 13:15 Uhr
Oldenburg

In zwei Jahren 49 263 Kilometer: Eine Weltreise auf zwei Rädern

Nicole Franke und Tobias Pieper haben sich auf dem Rad einen Traum erfüllt: Sie sind um die Welt gefahren. Am Ende standen 49 263 Kilometer auf dem Tacho. Mehr als zwei Jahre lang radelten sie über den Globus. Ihre Reise führte sie durch 31 Länder: Vom niedersächsischen Oldenburg ging es durch Tschechien, die Türkei, den Iran, China, Australien, Südamerika und die USA.

Nicole Franke und Tobias Pieper in Hanoi.
Nicole Franke und Tobias Pieper in Hanoi.

Oldenburg. Nicole Franke und Tobias Pieper haben sich auf dem Rad einen Traum erfüllt: Sie sind um die Welt gefahren. Am Ende standen 49 263 Kilometer auf dem Tacho. Mehr als zwei Jahre lang radelten sie über den Globus.

Ihre Reise führte sie durch 31 Länder: Vom niedersächsischen Oldenburg ging es durch Tschechien, die Türkei, den Iran, China, Australien, Südamerika und die USA.

Warum sind Sie ausgerechnet mit dem Rad auf Weltreise gegangen?

Franke: Man hat ein passendes Tempo, man kann langsam und Schritt für Schritt in neue Kulturen eintauchen, und man ist dicht am Geschehen. Mit dem Fahrrad hat man die Möglichkeit, sehr gut mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen. Es wird zu einer authentischeren Reise – das ist reizvoll.

Wie wird man als Radler auf Weltreise wahrgenommen?

Pieper: Man begegnet den Menschen auf Augenhöhe. Man kommt viel schneller ins Gespräch, weil man langsam ist. Man sieht jemanden und winkt sich zu, dann ruft jemand, man hält an, daraus ergibt sich etwas, man lernt Leute kennen, wird eingeladen. Mit dem Auto oder Motorrad würde man da eher vorbeirauschen. Die Menschen honorieren die Anstrengung. Wir haben es oft erlebt, dass die Leute es bewundert haben, dass man mit dem Rad unterwegs ist. Sie merken, dass man ihnen vertraut, denn mit dem Fahrrad ist man ja auch verletzlich, weil man langsam und angreifbar ist.

Was hat Sie am meisten beeindruckt?

Pieper: Die Gastfreundschaft und Mitmenschlichkeit auf der ganzen Welt. Am Anfang hatte man Angst, dass etwas passiert. Aber wenn man so lange und langsam unterwegs ist, verändert sich das Bild des Menschen zum Positiven. Was mich aber bedrückt hat, ist die Beziehung des Menschen zur Natur. Wir verbauen zu viel, wir vermüllen die Landschaft. Wenn man langsam unterwegs ist, sieht man den ganzen Tag den Dreck und erkennt, dass die Menschen keinen Respekt vor dem Planeten haben.

Sie hatten 78 Platten und mussten fünfmal die Felge wechseln. Haben Sie das Rad, das mit Gepäck 60 Kilo wog, nicht auch verflucht?

Franke: Klar gab es Frust, wenn das Fahrrad kaputtging, aber das war auch eine Herausforderung. Auch Wetter und Gelände können nerven, wenn man kaum vorwärtskommt. Wir würden es aber auf jeden Fall wieder machen.