Archivierter Artikel vom 14.05.2013, 07:00 Uhr

Überblick: Fünf weitere Länder sind Beitrittskandidaten

Den Status des Beitrittskandidaten vergibt die EU an Staaten, die einen Aufnahmeantrag gestellt haben, der nach Empfehlung durch die EU-Kommission vom Rat der Europäischen Union einstimmig angenommen wurde. Unser Überblick zeigt, um welche Länder es sich derzeit handelt, und fasst den Verhandlungsstand zusammen:

Island

Nach dem Sieg der konservativen Unabhängigkeitspartei bei der Parlamentswahl vollzieht der Inselstaat einen erneuten Kurswechsel in der Europapolitik. Der designierte Regierungschef Sigmundur Davíd Gunnlaugsson kündigte an, die Beitrittsverhandlungen einzustellen. Damit kehrt Island zum Euro-skeptischen Kurs zurück, der bereits bis 2007 vorherrschend war und nur unter dem Eindruck der gravierenden Folgen der Finanzkrise durch die in den vergangenen vier Jahren regierende rot-grüne Koalition verlassen wurde.

Montenegro

Die seit 2006 unabhängige Balkanrepublik reichte Ende 2008 die Bewerbung um eine EU-Mitgliedschaft ein. Seit Ende 2009 können montenegrinische Staatsbürger visumfrei in die EU einreisen. Seit dem vergangenen Jahr laufen offizielle Beitrittsverhandlungen.

Türkei

Das 74-Millionen-Einwohner-Land ist bereits seit 1999 Beitrittskandidat, Verhandlungen laufen seit 2005. Innerhalb der EU-Mitgliedstaaten gibt es aber weiterhin Streit darüber, ob die Türkei kulturell und geografisch zu Europa gehört und ob eine Vollmitgliedschaft des Landes erstrebenswert ist. Die laufenden Beitrittsverhandlungen wurden in mehreren Kapiteln ausgesetzt.

Mazedonien

Mazedonien hat zwar den Status eines Beitrittskandidaten, jedoch wurde noch nicht verhandelt, und es wurde auch noch kein Starttermin festgelegt. Hindernis für einen Beitritt ist ein Namensstreit mit Griechenland, das den Namen Mazedonien für sich beansprucht. Schon eine Aufnahme in die Nato scheiterte an der Ablehnung Griechenlands.

Serbien

Serbien ist seit März 2012 ebenfalls als Beitrittskandidat bestätigt, ohne dass bereits Verhandlungen aufgenommen wurden. Entscheidend für die Verleihung des Kandidatenstatus war die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof durch die Verhaftung und Auslieferung der beiden Kriegsverbrecher Ratko Mladic und Radovan Karadzic.

mif