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    Tribüne der TuS Koblenz wird gesperrt 1

    Aus Sicherheitsgründen bleibt die Lotto-Tribüne beim nächsten Heimspiel der TuS Koblenz gegen Eintracht Braunschweig am Samstag, 2. April, gesperrt. Angeblicher Hintergrund: "Randale, die über das normale gelegentlich unangenehme Fan-Verhalten hinausgeht" - wie zum Beispiel "Hüpfen".

    Das Hüpfen der Fans könnte die Südtribüne zum Einsturz bringen, fürchten die Sicherheitsverantwortlichen. Denn es gehe „über das normale Fan-Verhalten in Fußballstadien deutlich hinaus“, heißt es in dem Schreiben des Anwalts, der die Vermieterfirma vertritt. Die Tribüne bleibt jetzt zunächst für das Spiel gegen Eintracht Braunschweig gesperrt, wie es dann weitergeht, ist unklar.
    Das Hüpfen der Fans könnte die Südtribüne zum Einsturz bringen, fürchten die Sicherheitsverantwortlichen. Denn es gehe „über das normale Fan-Verhalten in Fußballstadien deutlich hinaus“, heißt es in dem Schreiben des Anwalts, der die Vermieterfirma vertritt. Die Tribüne bleibt jetzt zunächst für das Spiel gegen Eintracht Braunschweig gesperrt, wie es dann weitergeht, ist unklar.
    Foto: Frey-Pressebild

    Bei den regelmäßigen Sicherheitsgesprächen, an denen vor jedem Heimspiel unter anderem Polizei, Feuerwehr, Bauaufsicht und Ordnungsamt teilnehmen, sind wiederholt Bedenken bezüglich der Standsicherheit der Anlage in der Südkurve geäußert worden.

    In einem Schreiben vom 15. März hat der Rechtsanwalt der Firma, die die Tribüne aufgebaut und an die TuS vermietet hat, nun schriftlich die Verantwortung für die Sicherheit abgelehnt. Grund für die Bedenken sei, "dass die Randale auf den Tribünen sich in einer Art und Weise abspielt, die über das normale gelegentlich unangenehme Fan-Verhalten in Fußballstadien deutlich hinausgeht", heißt es in dem Brief an die TuS.

    Der Verein wird darin aufgefordert, die Nutzung der Tribüne mit entsprechenden Auflagen zu versehen. Und auch für das Abbrennen von Bengalos sind die Tribünen laut Information der Firma Nüssli absolut nicht geeignet. Die Stadt Koblenz habe sich an die Firma gewandt, heißt es in dem Schreiben weiter und "darauf hingewiesen, dass die Nutzung der Tribüne sich während der Liga-Spiele in einer Art und Weise abspielt, die die Standsicherheit der Tribünen infrage stellt und letzten Endes dazu führt, dass die Sicherheit der Anlagen insgesamt infrage steht".

    "Schwingungen der Tribünen durch rhythmisches Hüpfen von Hunderten oder gar Tausenden von Fans haben zu unterbleiben, weil anderenfalls die Einsturzgefahr der Tribüne deutlich erhöht ist", heißt es in dem Brief weiter. Dafür muss der Verein sorgen. "Soll ich beim Spielkartenverkauf fragen lassen, ob jemand dick oder dünn ist und ob er hüpfen will?", fragt Wolfgang Loos genervt.

    Als Veranstalter sieht der TuS-Geschäftsführer jetzt gar keine andere Möglichkeit, als die Lotto-Tribüne zu schließen. Diese Schließung gilt zunächst nur für das Spiel gegen Eintracht Braunschweig, bei dem mit einem erhöhten Zuschaueraufkommen gerechnet werden kann. Dauerkarten-Inhaber und Gästefans, die eigentlich auf der Südtribüne sitzen, werden anders platziert.

    Noch 12.000 Plätze

    Die Stadionkapazität reduziert sich durch die Tribünenschließung auf rund 12 000 Plätze. Das dürfte auch beim Spiel gegen Braunschweig ausreichen, "aber durch den Wegfall der überdachten Sitzplätze müssen wir auf einen weiteren Service in dem ohnehin nicht gerade komfortablen Stadion verzichten", so Loos. "Hoffentlich regnet es am 2. April nicht."

    Wie genau es dann weitergeht, ist noch völlig offen. Der Verein muss Entscheidungen für die weiteren Heimspiele treffen, unter denen das Spiel gegen Saarbrücken auch noch einmal ein zuschauerstärkeres Spiel ist. Und die TuS muss die Lizenz für die kommende Saison beantragen, was möglicherweise durch den Wegfall der Sitzplätze neue Probleme aufwerfen könnte. "Zwischen Abreißen und aufwendig stabilisieren ist im Moment alles offen", sagt der TuS-Geschäftsführer. Als Kosten für die Stabilisierung steht eine Summe von rund 50 000 Euro im Raum.

    Vorsichtiger nach der Love Parade

    Warum die erst vier Jahre alte Tribüne jetzt schon unsicher sein soll, ist nicht so richtig erklärbar. Die gleiche Tribüne steht auch in Wehen, sagt Marco Weinand, der Leiter Rechnungswesen/Personal bei TuS Koblenz. Aber da nicht als Kurvenkonstruktion. Die scheint besonders anfällig zu sein.

    Dazu kommt, dass Sicherheit nach der Love Parade in Duisburg, bei der im Juli 2010 21 Menschen starben, ein noch wichtigeres Thema ist. "Das ist ja auch richtig so", sagen die TuS-Verantwortlichen. Aber Lage und Zustand des Koblenzer Stadions machten die Diskussionen nicht eben einfacher. "Beim 1. FC Köln haben wir zweimal im Jahr Sicherheitsgespräche geführt, hier vor jedem Heimspiel", sagt Loos.

    Immer wieder hat der Verein auch Geld in die Standsicherheit der Südtribüne investiert, vor und nach dem Spiel gegen Kaiserslautern beispielsweise rund 10 000 Euro für Überprüfungen durch die Aufstellerfirma Nüssli. "Aber das können wir nicht bei jedem Spiel machen", sagt Loos, der am Donnerstag auch den TuS-Aufsichtsrat, den DFB und Lotto Rheinland-Pfalz als Vertragspartner der Tribüne über die Sperrung informiert hat. "Das ist einfach nicht bezahlbar."

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