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    SVG-Spieler erhält Drohbriefe

    Mit einer ungeheuerlichen Geschichte muss sich derzeit Fußball-Kreisligist SV Gimbweiler beschäftigen. Ein Spieler des Vereins (Name ist der Redaktion bekannt) hat zwei Drohbriefe erhalten.

    Eng zusammenrücken heißt es momentan bei Fußball-Kreisligist SV Gimbweiler. Ein Spieler des Tabellenführers der Kreisliga West 2 soll durch ausländerfeindliche Drohbriefe weggemobbt werden. 
Foto: Joachim Hähn
    Eng zusammenrücken heißt es momentan bei Fußball-Kreisligist SV Gimbweiler. Ein Spieler des Tabellenführers der Kreisliga West 2 soll durch ausländerfeindliche Drohbriefe weggemobbt werden.
    Foto: Joachim Hähn

    Fußball - Mit einer ungeheuerlichen Geschichte muss sich derzeit Fußball-Kreisligist SV Gimbweiler beschäftigen. Ein Spieler des Vereins (Name ist der Redaktion bekannt) hat zwei Drohbriefe erhalten. Der junge Russlanddeutsche, der zu Beginn dieser Saison vom VfR Baumholder gewechselt war, wird darin aufgefordert, den SV Gimbweiler unverzüglich zu verlassen.

    Besonders geschmacklos sind die Briefe, weil sie mit ausländerfeindlichen Parolen durchsetzt sind. "Wir wollen in Gimbweiler wieder unsere deutsche Fußballjugend spielen sehen. Solche bezahlten russischen Einzelkämpfer wollen wir (...) nicht mehr haben", heißt es da unter anderem in dem einen Brief, und "du sollst aus Gimbweiler verschwinden. Wir wollen keine dummen Russen (...) Gimbweiler ist deutsch", steht in dem anderen.

    Garniert ist einer der Briefe mit der klaren Drohung, "wenn du jetzt nicht endlich verschwindest, dann werden wir unfreundlicher sein." Verfasst sind die beiden Schriftstücke auf einer alten Schreibmaschine, adressiert an den Spieler und unterschrieben mit "Treue Fans des SV Gimbweiler".

    Martin Samson, der Vorsitzende des SV Gimbweiler, und Sascha Freytag, der Fußballabteilungsleiter, sind empört: "Das ist ein nicht hinzunehmender Vorgang", sagen beide unisono. "Der SV Gimbweiler distanziert sich in aller Bestimmtheit von diesen Briefen." Die beiden Vereinsfunktionäre bekräftigen, dass sie ihrem Spieler den Rücken stärken werden. Freytag erklärt: "Er nimmt die Sache äußerlich gefasst auf, aber natürlich ist er verunsichert, und selbstverständlich machen sich auch seine Eltern Gedanken."

    Der SV Gimbweiler hat Strafanzeige erstattet, allerdings hat die Polizei nicht viel Hoffnung, die Urheber der Briefe zu ermitteln. Obwohl die Schriftstücke mit "Treue Fans des SV Gimbweiler" unterzeichnet sind, glauben Samson und Freytag nicht, dass die Täter aus Gimbweiler beziehungsweise dem Umfeld des SVG kommen. "Der Spieler ist bei uns im Verein beliebt, zudem haben wir mehrere Akteure mit Aussiedlerhintergrund in unseren Reihen", erläutert Freytag.

    Auch Ausländerfeindlichkeit sehen die beiden Vorstandsmitglieder nicht als Hauptmotiv. "Ich bin mir sicher, dass der Hintergrund im fußballerischen Bereich und weniger im nationalistischen zu suchen ist", sagt Samson. "Es gibt offenbar eine Gruppe, die den Spieler weghaben will." Freytag ergänzt: "Wir vermuten, dass Mitglieder von anderen Vereinen dahinter stecken."

    Gleichwohl prangert Samson den rechtsradikalen Ton der Schriftstücke an: "Hier wird ein Verein als Plattform benutzt, um ausländerfeindliche Parolen zu verbreiten." Mit einem Transparent will der SVG am ersten Spieltag 2011 seine Solidarität mit dem Spieler deutlich machen.

    Arbeitgeber stellt sich hinter den betroffenen Spieler

    Die Drohung im zweiten Brief, dem Spieler berufliche Schwierigkeiten zu bereiten, läuft immerhin komplett ins Leere. Patrick Kleis, Leiter des Einzelhandels bei der Firma Alsfasser, die den SVG-Spieler als Azubi beschäftigt, erklärt: "Das ist eine nicht nachvollziehbare und für uns unverständliche Drohung. Unsere Firma beschäftigt schon seit eh und je Menschen mit ganz verschiedenen Nationalitäten, sodass wir uns von derart ausländerfeindlichen Parolen guten Gewissens distanzieren können und das auch energisch tun." Entsprechend wird es für den Gimbweilerer Spieler auch keine Probleme bei seinem Arbeitgeber geben. Kleis, ebenfalls Mitglied beim SV Gimbweiler, versichert: "Auf diesen Spieler kann niemand beruflichen Druck ausüben, außer mir selbst und Herrn Alsfasser persönlich. Und beides ist ausgeschlossen."

    Beim SV Gimbweiler hoffen nun alle, dass die Geschichte möglichst schnell aufhört, vielleicht auch aufgeklärt wird und die Saison in der Kreisliga West 2 wieder wichtig wird, "denn wenn wir so weit kommen, dass Spieler bedroht werden, weil sie irgendjemandem unliebsam sind oder einen ausländischen Hintergrund haben, dann Fußball ade", sagt Samson.

    Mehr zu diesem Thema in Sascha Nicolays Blog unter www.nahe-am-ball.rhein-zeitung.de und in der Freitagausgabe der Nahe-Zeitung.

    Von unserem Redakteur Sascha Nicolay

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