Archivierter Artikel vom 29.04.2013, 11:39 Uhr

RZ-Kommentar: Partei und Kandidat nähern sich an

Keine Frage: Die rheinland-pfälzische SPD will engagiert für Peer Steinbrück kämpfen. Der Kanzlerkandidat hat es weitgehend geschafft, die Reihen zu schließen. Auch in Rheinland-Pfalz hat man ihm den Fettnäpfchen-Start verziehen und stellt sich nun mit breiter Brust hinter seinen Klartextkurs.

Die Landes-SPD fühlt sich ohnehin seit dem Amtsantritt Malu Dreyers im Aufwind. Diesen Schwung wollen die Genossen auch bundespolitisch nutzen. Vom jüngsten Parteitag geht ein Aufbruchsignal aus.

Doch bei allem plakativen Zweckoptimismus wissen die Sozialdemokraten, dass es schwer wird, im Bund das Ruder rumzureißen. Man fragt sich, wie lange Malu Dreyer vor dem Spiegel üben musste, bis sie das Wort vom „idealen Kanzlerkandidaten“ so flüssig über die Lippen brachte. Und ob man Angela Merkel, die sozialdemokratischste aller CDU-Kanzler, ausgerechnet mit dem Vorwurf der sozialen Kälte treffen kann, ist fraglich. Ihr mangelnde Führungsstärke vorzuwerfen, dürfte ebenfalls nur für ihre Tendenz zum Abwarten gelten. Ist es nicht Merkel, die es immer wieder schafft, gnadenlos und effizient jede politische Konkurrenz aus dem Feld zu schlagen?

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