Archivierter Artikel vom 18.03.2011, 20:21 Uhr

Gasbetrieben: Das steckt hinter dem Geysir

Der Ausbruch des Geysirs in Andernach verläuft in drei Phasen.

Die Phasen des Ausbruchs.
Die Phasen des Ausbruchs.
Foto: Svenja Wolf

1. Der 350 Meter tiefe Bohr­brun­nen des Geysirs füllt sich nach der Erup­tion wieder mit koh­len­dioxid-/COx-gesättigtem Grund­was­ser. Das Koh­len­dioxid stammt aus einer vul­kani­schen Mag­makam­mer unter der Ostei­fel. Durch tek­toni­sche Ver­schie­bun­gen sind hier Risse und Klüfte ent­stan­den, durch die das COx auf­stei­gen kann. Wegen der nied­rigen Was­ser­tem­pera­tur und dem hohen Druck ist sehr viel „Kohlensäure“ in dem Wasser gelöst.

2. Weil ständig Grund­was­ser nach­fließt, steigt die Wassersäule langsam an – je höher, desto größer wird der Druck in der Tiefe. Wenn der Brunnen ganz voll ist, herr­schen ganz unten rund 35 Bar. Mit dem Auf­stieg des koh­len­dioxid­gesättigten Wassers nimmt der Druck ab, und das COx trennt sich vom Wasser in Form von immer mehr Gasbläschen, die sich auf dem Weg ans Tages­licht auch immer mehr aus­deh­nen können. Durch den Grund­was­ser­zustrom aus der Tiefe und die wach­sen­den Bläschen wird das Was­ser­volu­men verdrängt, und es beginnt oben über­zulau­fen. Der Schacht ist nun mit einem Gemisch aus Wasser und sich ständig neu bil­den­den und aus­deh­nen­den Gas­bla­sen gefüllt.

3. Es bilden sich nun Gas­bla­sen, die den ganzen Brun­nen­quer­schnitt ausfüllen. Sie können sich nur noch in die Höhe aus­deh­nen und schleu­dern schließlich die gesamte Wassersäule nach oben. Der Geysir „bricht aus“ – wie eine geschüttelte Spru­del­was­ser­fla­sche beim Öffnen. 4Nach dem Aus­bruch füllt sich der Brunnen wieder mit Wasser, und der gesamte Vorgang wie­der­holt sich. Nur das Vor­kom­men des kalten Grund­was­sers und des COx in dieser Dosie­rung machen das Natur­schau­spiel des Geysirs möglich und ein­zig­artig.