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Erdbeben erschüttert den Boden an der Grenze zur Niederlande

Düsseldorf/Mainz – Hunderte Anrufe von besorgten Bürgern erhielten die Feuerwehren und Polizeistationen in ganz Nordrhein-Westfalen wegen des Erdbebens am Donnerstagabend. Auch in Rheinland-Pfalz war die Erschütterung noch zu spüren.

Erdbeben im Westen Deutschlands: Das GFZ Potsdam registrierte das Beben zwischen Duisburg und Utrecht.
Erdbeben im Westen Deutschlands: Das GFZ Potsdam registrierte das Beben zwischen Duisburg und Utrecht.
Foto: Screenshot: Schwarze

Düsseldorf/Mainz – Hunderte Anrufe von besorgten Bürgern erhielten die Feuerwehren und Polizeistationen in ganz Nordrhein-Westfalen wegen des Erdbebens am Donnerstagabend. Auch in Rheinland-Pfalz war die Erschütterung noch zu spüren.

Die Polizei in Kleve – rund zehn Kilometer vom Epizentrum entfernt – berichtete von mehr als 350 Notrufen. Aber auch im Ruhrgebiet und im mehr als 100 Kilometer entfernten Raum Köln/Bonn sowie im Raum Münster gingen Anrufe ein. "Es hat geruckelt und danach gab es massiv Anfragen", sagte ein Sprecher der Feuerwehr in Dortmund. Ein Polizeisprecher in Köln wunderte sich, dass "einige Feinfühlige" tatsächlich angerufen hätten. Das Beben sei dort so gut wie nicht mehr zu spüren gewesen.

Das Beben hatte eine Stärke von 4,4 auf der Richterskala. Verletzt wurde ersten Erkenntnissen zufolge aber niemand. Auch Sachschäden habe es keine gegeben, berichteten die Polizeidirektionen in Nordrhein-Westfalen am Freitagmorgen übereinstimmend.

Über die Stärke des Erdbebens und das Epizentrum am Niederrhein hatte es zunächst unterschiedliche Angaben verschiedener Institute gegeben. Die Erdbebenstation Bensberg wies die Stärke erst am späten Abend mit 4,4 aus. Das Epizentrum sei in Goch am Niederrhein gewesen, sagte der Leiter der Erdbebenstation, Professor Klaus Hinzen von der Universität Köln, der Nachrichtenagentur dpa.

Kurz nach 21 Uhr sei die Erschütterung in einem Radius von rund 200 Kilometern spürbar gewesen. "Von Bielefeld bis Brüssel, im Bonner Raum und sogar bis Amsterdam", berichtete Hinzen. Zahlreiche Bürger hätten sich gemeldet und um Informationen gebeten.

Das Beben war den Aufzeichnungen zufolge in diesem Herbst das bisher heftigste in Deutschland. In den vergangenen Tagen waren bereits mehrere Beben im Vogtland gemessen worden, die aber weniger stark waren. Der Seismologe Nicolai Gestermann von der Bundesanstalt für Geowissenschaften in Hannover sprach von einem Beben mittlerer Stärke, wie es etwa ein- bis zweimal jährlich in Deutschland vorkomme. Größere Schäden seien dabei in der Regel nicht zu erwarten.

Die Abteilung für Seismologie des Königlichen Belgischen Observatoriums meldete das Epizenturm buchstäblich auf der deutsch-holländischen Grenze bei Kleve in zehn Kilometern Tiefe. Nach den Daten des Geoforschungszentrums Potsdam war das Zentrum nur 500 Meter von der Grenze entfernt . Das European-Mediterranean Seismological Centre in Paris bezifferte die Stärke auf 4,3, ebenso der Erbebendienst Südwest, die Erdbebenwarte Bensberg auf 3,9.

Die Ruhrnachrichten meldeten unter Berufung auf die Polizei in Kleve, dass vereinzelt Geschirr aus den Regalen gefallen ist. Größere Schäden wurden aber nicht gemeldet.

In Rheinland-Pfalz spürten viele Menschen das Beben, andere berichteten, nichts davon gemerkt zu haben. Aus Neuwied meldete Stefan Wirges über Twitter: „Das ganze Haus hat gewackelt.“ Bereits während der Erschütterung hatte Ralf Kaiser aus Bonn getwittert: "Erdbeben". Über den Kurznachrichtendienst kann sich die Nachricht sogar schneller verbreiten als die Erdbebenwellen, wie kürzlich das Beben an der US-Ostküste gezeigt hatte. Twitter hatte das zum Anlass für einen Spot genommen:

Im Februar hatte ein Beben der Stärke 4,4 mit Zentrum im Rhein-Lahn-Kreis die Erde erschüttert. Das Beben damals war auch in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen noch zu spüren gewesen. Größere Schäden hatte es damals nicht gegeben.

dpa/msc/law

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