Archivierter Artikel vom 09.05.2017, 17:36 Uhr

Der umstrittene Ruf der Wehrmacht

Wehrmacht ist die Bezeichnung für die Streitkräfte – Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe – im nationalsozialistischen Deutschland. Sehr hohe Disziplin und unbedingter Gehorsam, herausragende Ausbildungsmethoden und Taktiken waren die militärischen Grundlagen, auf denen die Wehrmacht aufbaute. Dies leistete auch völkerrechtswidrigen Handlungen Vorschub. Deren juristische und politische Aufarbeitung ist bis heute nicht abgeschlossen.

In den ersten Jahrzehnten der jungen Bundesrepublik bestand die Führung der westdeutschen Armee nahezu ausschließlich aus Wehrmachtsveteranen sowie einigen ehemaligen SS-Leuten. Erst 1982 wurde die Traditionslinie zur Wehrmacht mit dem Traditionserlass gekappt. Darin heißt es unter anderem: „Die Geschichte deutscher Streitkräfte hat sich nicht ohne tiefe Einbrüche entwickelt. In den Nationalsozialismus waren Streitkräfte teils schuldhaft verstrickt, teils wurden sie schuldlos missbraucht. Ein Unrechtsregime wie das Dritte Reich kann Tradition nicht begründen.“ Trotzdem dauerte die falsche Traditionspflege in manchen Kasernen an.