Archivierter Artikel vom 19.07.2016, 07:47 Uhr
Würzburg

Angriff im Zug: Opfer sind chinesische Touristen [2. Update]

Bei Würzburg hat ein 17 Jähriger Afghane in einem Regionalzug Reisende mit einer Axt und einem Messer angegriffen. Mehrere Menschen wurden verletzt, zwei schweben in Lebensgefahr. Laut bayerischem Innenministerium wurde eine handgemalte Flagge der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) gefunden.

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Vier Verletzte stammen aus Hongkong. Noch mindestens zwei Menschen schweben in Lebensgefahr. Das teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstagmorgen im Bayerischen Rundfunk und im ZDF-«Morgenmagazin» mit. «Wir hoffen, dass die Schwerverletzten überleben.» Bei der Flucht aus dem Zug habe der 17 Jahre alte Angreifer aus Afghanistan noch eine weitere Person verletzt. In der Nacht hatte Herrmann mitgeteilt, dass der 17-jährige Flüchtling aus Afghanistan laut einer Zeugenaussage einen „islamischen Ausruf“ gemacht haben soll, bevor die Polizei ihn erschoss. Es sei aber noch nicht erwiesen, dass solch ein Ausruf tatsächlich erfolgte.

Die Nationalität der Opfer war vom Hongkonger Regierungschef Leung Chun-Ying am Dienstag bestätigt worden. Er verurteilte den Angriff und sprach den Opfern und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus. Repräsentanten der Hongkonger Wirtschaftsvertretung in Berlin besuchten die Opfer im Krankenhaus in Würzburg.

Es handele sich um eine Familie und einen Freund, berichtete die Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ unter Hinweis auf die Behörden in der asiatischen Wirtschaftsmetropole. Die vier Verletzten seien der Vater (62), die Mutter (58), die Tochter (27) und deren Freund (31).

Polizisten durchsuchen neben einem Weg bei Würzburg das Gelände nach Spuren.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Ein 17 Jahre alter Afghane hatte in einem Regionalzug bei Würzburg Mitreisende mit einer Axt und einem Messer attackiert. Der Täter wurde von der Polizei erschossen.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Vier Opfer wurden schwer verletzt, zwei von ihnen schweben nach wie vor in Lebensgefahr.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Vater und der Freund hätten versucht, die anderen Mitglieder in der Gruppe vor dem Angreifer zu schützen. Ein fünfter Mitreisender, der 17-jährige Sohn, sei unverletzt davon gekommen, so das Blatt. Im Würzburger Stadtteil Heidingsfeld wurde der Zug von einem Mitfahrenden per Notbremse gestoppt. Der junge Mann flüchtete daraufhin aus dem Zug in Richtung Mainufer. Dabei verletzte er noch eine weitere Person. Dort habe er auch Polizisten angegriffen, Spezialeinsatzkräfte erschossen ihn.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte am Dienstagmorgen im Bayerischen Rundfunk und im ZDF-«Morgenmagazin» : «Wir hoffen, dass die Schwerverletzten überleben.»

Die Tat sorgte in den sozialen Medien für Entsetzen. Die Grünen-Politikerin Renate Künast sorgte indes mit einem Tweet zur Attacke für weitere große Empörung, in dem sie die Vorgehensweise der Polizei kritisierte.

Twitter

Tragisch und wir hoffen für die Verletzten. Wieso konnte der Angreifer nicht angriffsunfähig geschossen werden???? Fragen! #Würzburg @SZ

— Renate Künast (@RenateKuenast) 18. Juli 2016