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TuS Holzheim: Nach Pleite muss Scherer gehen – Bittkau springt ein


Peter Armitter

„Und übrigens: Das Statement zur 26:28 Niederlage gegen den TSV Griedel war das letzte, das ich gegeben habe. Mir ist von Vereinsseite soeben, unmittelbar nach Spielende, mitgeteilt worden, dass ich nicht mehr Trainer des TuS Holzheim bin.“ Die Pflichtaufgabe, die Spielanalyse, erledigte Thomas Scherer zwei Spieltage vor Saisonende routiniert wie immer, obwohl sich der nun Ex-Coach des TuS Holzheim schwer tat, den persönlichen Schlag in den Hintergrund zu drängen. Man merkte ihm an, dass ihm in der lapidaren Mitteilung des Vorstandes schwer verdauliche Kost serviert worden war. Eine Kost, bei deren Zubereitung er vor und in den Augen der 200 Zuschauer auch selbst die falschen Gewürze gewählt hatte. Spät, viel zu spät reagierte Scherer zum Beispiel mit dem Einsatz von vier frischen Kräften, die in Moritz Rompel, Davin Nink, Laurin Moos und Lennard Hien auf der Zuschauertribüne auf ihren möglichen Einsatz gewartet hatten.

Während die Holzheimer Bank nach einem Treffer jubelt, wirkt Thomas Scherer (2. von links) nachdenklich. So wie die Hoffnung im Spiel, platzte am Ende auch die Hoffnung des Trainers, weiter am Ziel Klassenverbleib mitwirken zu können. Der Vorstand reagierte nach der Heimniederlage gegen Griedel postwendend und setzte den TuS-Coach vor die Tür.  Foto: Andreas Hergenhahn
Während die Holzheimer Bank nach einem Treffer jubelt, wirkt Thomas Scherer (2. von links) nachdenklich. So wie die Hoffnung im Spiel, platzte am Ende auch die Hoffnung des Trainers, weiter am Ziel Klassenverbleib mitwirken zu können. Der Vorstand reagierte nach der Heimniederlage gegen Griedel postwendend und setzte den TuS-Coach vor die Tür.
Foto: Andreas Hergenhahn

Holzheim: Linke, – Nink, Moos, Rompel, Giebenhain (4), Lazzaro, Koch (3), Dettling (1), Grandpierre, Schenk (4), J.-E. Wolfgram (6/4), Baum (4), Friedrich, Schwarz (3/3), Becker (1).

Griedel: Schindowski, Bonn – Siek (9/4), Grieb (4), Kipp (6), Wagner, Marx, Jantos (3/1), Noll (4), Krüger, Dietz, Stolte (2), Scheurich, Bambey).

Schiedsrichter: Alexander Hess / Alexander Mayfarth (TSV Dittershausen).

Siebenmeter: 9/5:2/2.

Zeitstrafen: 3:7.

Spielfilm: 0:1, 2:2, 6:2, 9:3, 11:5, 16:10, 17:13 – 19:14, 19:16, 21:18, 23:19, 24:22, 24:24, 24:25, 25:27, 26:28.

Zuschauer: 200.

Nächste Aufgabe für die Holzheimer: am Samstag, 19.30 Uhr, bei der TSG Oberursel.

Viel zu spät, denn die Karre saß vier Minuten vor der Schusssirene bereits tief im Abstiegssumpf, Nachdem der TSV Griedel mit nur von Kampf und Kraft bestimmten Handball einen 13:18-Rückstand unmittelbar nach der Pause in eine 27:25-Führung drei Minuten vor Schluss umgebogen hatte, ergoss sich des Volkes Wut von der Tribüne gleich wie aus Kübeln über den Trainer. Eine Wut, die sich auch in der Vorgehensweise des Vorstandes widerspiegelte. Dabei hatte der Trainer in seiner Analyse nicht einmal Unrecht, weil Tim Koch, der bis zur Pause das Holzheimer Spiel gelenkt hatte, wegen einer Hüftprellung, fortan nicht mehr eingesetzt werden konnte.

Scherer meinte: „Wir konnten Tim nicht gleichwertig ersetzen. Bis dahin hat er Akzente gesetzt, und mit ihm fehlte uns nach der Pause ein Motor mit Durchschlagskraft im Rückraum.“

Aber das allein war nicht der Grund für den Einbruch. Scherer: „Auch die Abwehr erlaubte sich mehr und mehr Fehler. Dadurch griff wieder einmal die Nervosität um sich, was uns einen Strich durch die Rechnung machte. Es gelang uns derart angeschlagen nicht mehr, das Ding nach Hause zu schaukeln und uns von der möglichen Abstiegszone etwas abzusetzen. Die Mannschaft ist insgesamt verunsichert. Aber sie ist auch willig, rackert und kämpft um jeden Zentimeter. Aber sie kann nicht mit Rückschlägen umgehen. Wenn diese auftreten, sind wir nicht in der Lage, entsprechende Antworten zu geben.“

Eine Antwort gab dann der Vorstand und zog kräftig an der Reißleine. Aber die Vereinsführung sprach sich sofort unisono entschieden gegen eine Verpflichtung von Ex-Trainer Matthias Hieronimus aus. Der erlebte zwar das Holzheimer Desaster live in der Halle, aber jedem Ansatz von Spekulationen wurde vereinsseitig sofort ein Riegel vorgeschoben.

Holzheim: Linke, – Nink, Moos, Rompel, Giebenhain (4), Lazzaro, Koch (3), Dettling (1), Grandpierre, Schenk (4), J.-E. Wolfgram (6/4), Baum (4), Friedrich, Schwarz (3/3), Becker (1).

Griedel: Schindowski, Bonn – Siek (9/4), Grieb (4), Kipp (6), Wagner, Marx, Jantos (3/1), Noll (4), Krüger, Dietz, Stolte (2), Scheurich, Bambey).

Schiedsrichter: Alexander Hess / Alexander Mayfarth (TSV Dittershausen).

Siebenmeter: 9/5:2/2.

Zeitstrafen: 3:7.

Spielfilm: 0:1, 2:2, 6:2, 9:3, 11:5, 16:10, 17:13 – 19:14, 19:16, 21:18, 23:19, 24:22, 24:24, 24:25, 25:27, 26:28.

Zuschauer: 200.

Nächste Aufgabe für die Holzheimer: am Samstag, 19.30 Uhr, bei der TSG Oberursel.

Von unserem Mitarbeiter Peter Armitter

Bittkau soll's nun richten

Beim TuS Holzheim hängt der handballerische Haussegen schiefer denn je – und das im dicksten Abstiegskampf, in dem der langjährige Oberligist nun steckt. Nun muss der erst zu Rundenbeginn aus Wiesbaden an die Burg Ardeck geholte A-Schein-Inhaber Thomas Scherer dran glauben und vorzeitig seine Koffer packen. Er ist nach Jens Illner und Matthias Hieronimus der dritte Trainer in Serie, der seine Arbeit beim TuS nicht fortsetzen kann. „Es hat sich so entwickelt. Die Art und Weise, wie man seitens des Vorstandes mit Menschen umgeht, ist nur noch traurig. Das Sportliche tritt in den Hintergrund, der Trainer wurde geradezu systematisch demontiert, der Imageverlust für den Verein ist riesengroß – das ist einfach total deprimierend“, so ein Insider des TuS Holzheim, der nicht namentlich genannt werden möchte.
Thomas Scherer, der unmittelbar nach Spielschluss vom TuS-Geschäftsführer André Geier über seine Freistellung unterrichtet worden war, ist nach der zweiten Beurlaubung seiner langen Trainerlaufbahn erst einmal bedient. „Noch am vergangenen Dienstag hatten wir zusammengesessen und die neue Saison besprochen“, hatte sich Scherer trotz zahlreicher interner Störfeuer darauf eingestellt, weiter auf der TuS-Bank zu sitzen. Auf die Frage, ob er sich grundsätzlich ein Zurück vorstellen könne, antwortete Scherer ausweichend: „Die Mannschaft wird sich kurzfristig zusammensetzen und die neue Situation erörtern.“
In den verbleibenden Partien in Oberursel und gegen Wettenberg II, die Aufschluss über die zukünftige Klassenzugehörigkeit der ersten Mannschaft des TuS Holzheim geben werden, wird Christian Bittkau, der bisherige Übungsleiter der Reserve, die Geschicke leiten. „Ich bin einerseits solidarisch mit Thomas Scherer, zu dem ich ein gutes Verhältnis hatte und nach dessen Job ich absolut nicht trachte“, so Bittkau. „Andererseits aber will ich meinen Verein in dieser überaus schwierigen Situation nicht im Stich lassen und helfe.“ Bittkau wird auch die Koordination zwischen beiden Männerteams des TuS Holzheim bis zum Saisonende übernehmen. Stefan Nink

TuS Holzheim
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