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Koblenz

Rot-Weiß: In 45 starken Minuten an die Tabellenspitze

Der „Vorstadtkult“ bleibt ungeschlagen. In der Oberliga, wo die erste Fußballmannschaft der Turn- und Sportfreunde Rot-Weiß Koblenz nach dem mühelosen 3:0 (3:0)-Heimsieg gegen Aufsteiger VfB Dillingen mit makellosen zwölf Punkten dank Engerser Mithilfe die Tabellenführung übernommen haben, und auch im Stadion Oberwerth, wo die Rot-Weißen jetzt dreimal gespielt und dreimal gewonnen haben.

Der Ball ist sein Freund: Zwischen zwei Dillinger Gegenspielern verliert Rot-Weiß-Stürmer Jordi Arndt (im roten Trikot) nicht die Kontrolle und schraubt sein Torkonto in der noch jungen Saison mit dem Treffer zum 2:0 auf drei. Foto: Wolfgang Heil
Der Ball ist sein Freund: Zwischen zwei Dillinger Gegenspielern verliert Rot-Weiß-Stürmer Jordi Arndt (im roten Trikot) nicht die Kontrolle und schraubt sein Torkonto in der noch jungen Saison mit dem Treffer zum 2:0 auf drei.
Foto: Wolfgang Heil

Nach den prestigeträchtigen und gut besuchten Stadtderbys gegen die TuS von 1911 im Pokalfinale und am zweiten Oberligaspieltag war die Partie gegen die fußballerisch biederen Saarländer allerdings die erste, wo der neue Tabellenführer quasi mit sich allein im Stadion war. Bei 220 Zuschauern im weiten Rund, wo rund 10.000 Platz finden würden, kann sich wenig Kultiges entwickeln. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Die Spieler hat die fehlende Atmosphäre jedenfalls nicht gestört: „Ich blende das Drumherum aus und konzentriere mich aufs Spiel“, versicherte der diesmal bärenstarke Linksverteidiger Christian Meinert, „und wenn man auf die Ergebnisse schaut, ist das Stadion für uns ja wohl kein Nachteil.“ Armin Jusufi pflichtete bei: „Läuft doch gut für uns im Stadion.“

Trainer Fatih Cift sieht ohnehin Vorteile im Umzug von Kunst auf Natur: „Auf dem Rasen können wir besser agieren, der größere Platz kommt unserer Spielweise entgegen.“ Gegen die harmlosen Saarländer, deren Trainer Daniel Kiefer sich wenigstens über „wichtige Erfahrungswerte“ freuen durfte, genügte dem neuen Spitzenreiter eine starke Halbzeit.

Früh köpfte Marvin Sauerborn nach Freistoßflanke von Meinert aus kürzester Distanz das 1:0 (9.). „Mit unseren kopfballstarken Spielern sind die Standards eine gute Waffe“, freute sich der Linksverteidiger, der sein Kunststück in der 31. Minute fast noch einmal wiederholt hätte. Seinem Freistoß von exakt derselben Position kam Gästetorwart Jan Philipp Greff diesmal schneller und deshalb erfolgreich entgegen. Da stand es schon 2:0 für Rot-Weiß. Jordi Arndt trickste Dillingens Verteidiger Marius Neumaier auf engstem Raum aus und lupfte den Ball elegant über Torwart Greff ins Netz (19.).

„Ich hatte die Befürchtung, dass uns heute Selbstzufriedenheit und Gedanken ans Düsseldorfspiel hemmen“, gestand Cift. „Aber davon hat man nichts gemerkt. Wir haben die Sache total ernst genommen.“ Sascha Engel sorgte für einen dritten Höhepunkt, als er in der Nachspielzeit den Rückpass von Kevin Miles mit der Präzision eines erfahrenen Torjägers durch die einzige Lücke ins entfernte Eck schoss (45.+1). Beim Pausengang ahnten viele Besucher, dass sie von diesem Spiel das Beste bereits gesehen hatten.

In Halbzeit zwei schalteten die Gastgeber, dem Spielstand und den Temperaturen angemessen, nämlich ein bis zwei Gänge herunter, weitere Torchancen waren weitgehend Fehlanzeige. Deshalb fiel Cifts Bilanz der zweiten Halbzeit wesentlich kritischer aus: „Ich bin enttäuscht, dass wir keinen Druck mehr gemacht haben, und von den Einwechselspielern, die immer auf ihren Einsatz drängen, habe ich gar nichts gesehen.“

Der kritische Coach lässt sich auch gar nicht auf Spekulationen ein, was der Traumstart für den Saisonverlauf bedeuten könnte. „In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, was wir für ein Aufstiegskandidat sind. Wer in die Regionalliga will, muss doch geil drauf sein, das 4:0, 5:0, 6:0 zu machen. Vom Aufstieg sind wir so weit entfernt wie Deutschland von China.“

Die Gedanken seiner Spieler richteten sich naturgemäß auf den kommenden Sonntag, wenn Bundesliga-Neuling Fortuna Düsseldorf zum Pokalspiel aufs Oberwerth kommt. „Endlich können wir uns komplett auf Düsseldorf konzentrieren, nicht nur nebenbei, wie bisher“, freute sich Christian Meinert. Cift denkt wie immer schon einen Schritt weiter: „Ich bin gespannt, wie wir uns nach dem Düsseldorfspiel präsentieren, wenn es gegen Völklingen geht.“

Von unserem Redakteur

Stefan Kieffer

TuS Rot-Weiß Koblenz - VfB Dillingen 3:0 (3:0)

Rot-Weiß Koblenz: Oost – Masala, Schmidt, Kraemer, Meinert – Hillen, Weidenbach, Sauerborn, Miles (61. Jusufi) – Arndt (79. Dreher Reinhardt), Engel (68. Heyer).

VfB Dillingen: Greff – Dostert, Neumaier, Basenach, Schetter – Cissè – Rupp (46. Velten), Theobald, Mehmeti (68. Nimmrichter) – Judith, Srour (72. Moranski).

Schiedsrichter: Tom Bauer (Neuhofen). Zuschauer: 220.

Tore: 1:0 Marvin Sauerborn (9.), 2:0 Jordi Arndt (19.), 3:0 Sascha Engel (45.+1).

Bes. Vorkommnis: Rote Karte für Jonas Dostert (Dillingen, 80.) wegen groben Foulspiels.

Die nächste Aufgabe für Rot-Weiß:

am Sonntag, 19. August, um 15.30 Uhr in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Fortuna Düsseldorf.

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