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    Und plötzlich wird's wieder unangenehm

    Mit diesem brachialen Rückfall in längst vergessen geglaubte düstere Vorrunden-Heimspielzeiten hätten selbst die größten Pessimisten kaum gerechnet. Sieben Spieltage vor dem Ende der Bundsligasaison hat sich der FSV Mainz 05 jedoch mit dieser 1:3 (0:1)-Klatsche gegen den Tabellenvorletzten Hertha BSC wieder massiv im Kampf um den Ligaverbleib zurückgemeldet.

    Der Ball ist drin, das Spiel ist verloren, und Jan Kirchhoff würde sich wohl am liebsten im Tor eingraben. Der Innenverteidiger des FSV Mainz 05 ermöglichte mit einem kapitalen Aussetzer dem Berliner Ramos den Treffer zum 3:1 in der Arena und damit die Entscheidung zugunsten der Hertha. 
Foto: dpa
    Der Ball ist drin, das Spiel ist verloren, und Jan Kirchhoff würde sich wohl am liebsten im Tor eingraben. Der Innenverteidiger des FSV Mainz 05 ermöglichte mit einem kapitalen Aussetzer dem Berliner Ramos den Treffer zum 3:1 in der Arena und damit die Entscheidung zugunsten der Hertha.
    Foto: dpa

    Mit diesem brachialen Rückfall in längst vergessen geglaubte düstere Vorrunden-Heimspielzeiten hätten selbst die größten Pessimisten kaum gerechnet. Sieben Spieltage vor dem Ende der Bundsligasaison hat sich der FSV Mainz 05 jedoch mit dieser 1:3 (0:1)-Klatsche gegen den Tabellenvorletzten Hertha BSC wieder massiv im Kampf um den Ligaverbleib zurückgemeldet.

    Eine Woche nach der Niederlage in Augsburg verlor das Team nun in der mit 33 152 Zuschauern gefüllten Coface-Arena gegen einen weiteren Abstiegskandidaten und hat damit den einst relativ beruhigend wirkenden Vorsprung auf die gefährdete Tabellenregion heftig reduziert. Der Abstand der Mannschaft von Thomas Tuchel auf den Relegationsplatz beträgt aktuell nunmehr nur noch drei Zähler. Die Situation ist zwar noch nicht alarmierend, unangenehm druckvoll allerdings schon. Zumal die 05er nun zwei Auswärtsspiele vor der Brust haben (in Bremen und in Stuttgart), was die Umsetzung des angestrebten Ziels, sich möglichst zügig im gesicherten Mittelfeld zu etablieren nicht gerade erleichtert. Angesichts der nicht berauschenden Erfolgsbilanz in fremden Stadien.

    "Wir fallen deswegen jetzt nicht aus allen Wolken", sagte der 05-Trainer gefasst nach dem Triumph von Otto Rehhagels Hertha in der Arena, die nach den vergangenen Auftritten der 05er dort, für solche Gegner wie die Berliner bis zum Samstag uneinnehmbar schien. "Unsere Aufgabe besteht jetzt nicht darin, negative Szenarien zu entwickeln, was jetzt alles passieren könnte", sagte Tuchel, für den nach eignen Aussagen kein Unterschied darin besteht, ob das Restprogramm unter der Überschrift Abstiegskampf oder nicht firmiert. "Ob das Kind Abstiegskampf heißt oder Kampf um einen einstelligen Tabellenplatz, ist relativ egal", erklärte der 05-Coach, "außer dass es sich im Selbstvertrauen der Spieler widerspiegelt. Fakt ist, man muss kurzfristig punkten, um sich da zu bewegen, wo man freier spielen kann. Wenn man das nicht tut, ist es so oder so schwer."

    Im Gegensatz zu seinem Hamburger Kollegen Thorsten Fink behauptet Tuchel damit nicht, dass seine Mannschaft zu gut sei für den Abstiegskampf. Der 05-Trainer will damit ausdrücken, dass für Mainz 05 in dieser Saison immer so etwas wie Abstiegskampf besteht. Dass die 05-Profis, wenn sie im Spiel nicht ans Limit ihrer Leistungsfähigkeit gelangen oder ihre Möglichkeiten sträflich ungenutzt lassen wie gegen die Berliner, immer Schwierigkeiten haben werden, eine Bundesligapartie zu gewinnen.

    Sechser mit Gegenpressing

    Die Mainzer machten in der Arena den Gegner stark, weil sich die 05er in ihrer erneut guten Anfangsphase nicht wie in den Wochen zuvor die Verstärkung durch eine eigene Führung holten, anschließend minütlich ihre Probleme vergrößerten im Spielaufbau und vor allem im Angriff. Fehlpässe, Ballverluste, immer wieder ungenutzte Möglichkeiten - Einladungen für die Hertha zum Konter.

    "Wir haben das noch lange Zeit in der ersten Hälfte aufmerksam verteidigt. Vor allem durch die Arbeit unserer Sechser Elkin Soto und Eugen Polanski im Gegenpressing", sagte Tuchel. Doch dann kassierten die Mainzer wieder einen Gegentreffer, wie ihn nicht viele Mannschaften kriegen, die 05er jedoch in dieser Runde relativ häufig. Eine Aktion, die schon verteidigt war, in der aber der Gegner durch einen abgefälschten Ball noch Nutzen zog. Ein Ballverlust, der zum 2:0-Konter führte, dann der Anschlusstreffer und die große Möglichkeit vergeben alles wieder auszugleichen. Schließlich dieser fürchterliche Aussetzer von Jan Kirchhoff als letzter Mann, der Ramos das 3:1 erlaubte. "Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt", wie der 05-Trainer bemerkte.

    Da waren die 05er bemüht, wenigstens einen Punkt zu retten. Dass diese Bemühungen jedoch nicht von Erfolg gekrönt waren, hatte viel mit den Offensivleuten zu tun. Nicolai Müller, der die Großchancen versiebte. Vor allem aber mit Mohamed Zidan und Adam Szalai. "Sowohl Adam als auch Mo hatten absolut keine Form heute. Das sind wir so nicht gewohnt", sagte Tuchel, der die fehlende Ballbehauptung im Zentrum und die vielen einfachen Ballverluste, besonders bei Zidan anprangerte.

    Die Überlegungen, darauf zu reagieren, stellte Tuchel schon an, entschied sich jedoch dagegen. "Weil Szalai alleine von seiner Körperlichkeit im Zentrum kaum zu ersetzen ist. Und ich Mo, wenn er den Ball am Fuß hat, immer zutraue, die Möglichkeit zu nutzen und ein Tor zu machen." Es könne passieren, dass die Stürmer einen solchen Tag erwischten, daraus wolle er keinen Vorwurf ableiten, "aber es ist einfach so, dass uns da etwas gefehlt hat."

    Doch es waren nicht nur die beiden Stürmer, denen am Samstag wenig gelang. Auch die Abwehr mit Ausnahme des unermüdlichen Radoslav Zabavnik, gab nicht das beste Bild ab. Nicht im Verteidigen der Konter, vor allem nicht bei den Gegentreffern. "Wir haben uns das heute selber zuzuschreiben", erklärte der 05-Trainer. "Jetzt geht es einzig und alleine darum, was passiert am Samstag in Bremen."

    Jörg Schneider

    Die Statistik - FSV Mainz 05: Wetklo - Caligiuri, Bungert, Kirchhoff, Zabavnik - Polanski (75. Ivanschitz), Soto - Nicolai Müller (64. Stieber), Zidan (80. Gavranovic), Choupo-Moting - Szalai.

    Hertha BSC: Kraft - Lell, Hubnik, Janker, Bastians - Niemeyer, Kobiaschwili - Rukavytsya, Raffael (90.+3 Perdedaj), Ben-Hatira (65. Ebert) - Ramos (87. Lasogga).

    Schiedsrichter: Peter Sippel (München) - Zuschauer: 33 152.

    Tore: 0:1 Ben-Hatira (41.), 0:2 Ramos (52.), 1:2 Choupo-Moting (58.), 1:3 Ramos (69.).

    Gelbe Karten: Kirchhoff (6) /Lell (7)

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