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Mainz

Magath wählt Blockverteidigung

Merkwürdig ist dieser Schalker Saisonverlauf schon. 16 Punkte in 15 Bundesligaspielen, gerade mal erst vier Siege, da bleibt nur der enttäuschende Rang 15. Dagegen steht die überragende Bilanz in der Champions-League: 13 Punkte in sechs Gruppenspielen, ebenfalls vier Siege, Rang eins. 3:0 gegen Olympique Lyon, 2:0 und 2:1 gegen Benfica Lissabon, 3:1 und 0:0 gegen Hapoel Tel Aviv. Achtelfinale. 34 Millionen Euro sicher in der Kasse.

Innenverteidiger Benedikt Höwedes schoss die Schalker am Dienstagabend in der Champions League bei Benfica Lissabon zum 2:1-Sieg. Foto: dpa
Innenverteidiger Benedikt Höwedes schoss die Schalker am Dienstagabend in der Champions League bei Benfica Lissabon zum 2:1-Sieg.
Foto: dpa

Mainz – Merkwürdig ist dieser Schalker Saisonverlauf schon. 16 Punkte in 15 Bundesligaspielen, gerade mal erst vier Siege, da bleibt nur der enttäuschende Rang 15. Dagegen steht die überragende Bilanz in der Champions-League: 13 Punkte in sechs Gruppenspielen, ebenfalls vier Siege, Rang eins. 3:0 gegen Olympique Lyon, 2:0 und 2:1 gegen Benfica Lissabon, 3:1 und 0:0 gegen Hapoel Tel Aviv. Achtelfinale. 34 Millionen Euro sicher in der Kasse.

Was ist von diesem FC Schalke 04, der das jüngste Bundesliga-Auswärtsspiel gegen den Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern nach einem Defensivdesaster mit 0:5 verloren hat, am dritten Advent im Mainzer Bruchwegstadion zu erwarten? "Die werden bei uns sicher nicht im Hurra-Stil nach vorne spielen", vermutet 05-Stopper Niko Bungert. "Die werden schon mit einer Portion Respekt hier antreten." Letztlich, sagt der ehemalige Schalker, "liegt es aber immer mehr an uns, ob wir zu Hause gewinnen". Bungert: "An unseren guten Tagen können wir am Bruchweg jede Bundesligamannschaft schlagen, das wissen wir."

Am Dienstagabend hat die Mannschaft von Felix Magath auf der internationalen Bühne erneut das internationale Gesicht gezeigt. 2:1 bei Benfica Lissabon. Die Portugiesen hatten zwar in Mittelfeld und Angriff einen schwachen Tag erwischt. Dennoch muss man den Schalkern eine taktisch sehr disziplinierte, unangenehm zu bespielende Defensivleistung attestieren.

In Lissabon setzte Magath wieder auf die Blockverteidigung. Zehn Feldspieler in der eigenen Hälfte, verteilt auf maximal 35 Meter in der Länge und 40 Meter in der Breite. Die letzte Reihe relativ weit nach vorn verschoben. Das machte die Räume eng für den portugiesischen Meister. Da braucht es viel kreative Geduld, bis man ab und an in den Rücken dieses Zementwerks gelangt. Zumal die Schalker den ballführenden Gegenspieler auch noch recht aggressiv anlaufen und unter Zeitdruck setzen.

Deutlich erkennbar ist aber bei dieser Schalker Mannschaft im Herbst und Winter 2010: Über 90 Minuten haben die Magath-Schüler immer wieder Mühe, Konzentration, Organisation, Laufbereitschaft und Pressingwillen auf einem ganz hohen Niveau zu halten. Da gibt es fast in jeder Partie Phasen, in denen die tragenden Säulen wanken, die Wände wackeln, der Kalk von der Decke rieselt und der Gegner zu Durchbruchmöglichkeiten kommt. Diese Schwankungen bei den Schalkern sind einfach erklärbar: Die vielen Neuzugänge, die sich Magath in seinem voluminösen Einkaufssommer geleistet hat, sind diese disziplinierte Organisations- und Pressingarbeit nicht gewohnt gewesen in ihren ehemaligen Klubs.

Auch aus diesem Grund verzichtet der Schalker Trainer/Manager in dieser Saison zumeist auf ein laufintensives Angriffspressing: Die Offensivstars Klaas-Jan Huntelaar, Raul oder auch José Jurado machen das mal für 10, 15 Minuten, und dann versickert der Elan. Raul rennt unermüdlich, aber die Stecken drin im Gegner hat der bei Real Madrid zum Weltstar aufgestiegene Spanier eher selten. Artig verschieben in einem engen Block, ohne am Mann auch ständig zuzustechen, das bringt in der Bundesliga nicht den gewünschten Erfolg. Eines ist klar: In Rückstand geraten sollten die 05er gegen diese Schalker Spielart nicht.

Reinhard Rehberg

Mainz 05
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